In Venezuela sind mit Eni und Total erstmals zwei wichtige Ölkonzerne aus großen Förderprojekten gedrängt worden. Die staatliche Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela hat am Wochenende die Verträge mit den Unternehmen annulliert. Zuvor war bereits Exxon Mobil freiwillig aus einem Projekt zurückgetreten.
Ein Sprecher von Eni teilte heute mit, dass der Konzern seine Förderanlagen weisungsgemäß an den Staat von Venezuela übergeben werde. Er verlange aber Schadensersatzzahlungen, da die Staatsholding die bestehenden Verträge willkürlich gebrochen habe. Die dortige Regierung bezichtigt Total und Eni wiederum, Steuerforderungen in Millionen-Umfang noch nicht beglichen zu haben.
Angesichts der massiv steigenden Nachfrage nach Rohöl hat Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez jüngst damit begonnen, den internationalen Ölmultis höhere Lasten abzutrotzen. Der dortige Staat besteht jetzt darauf, an jedem einzelnen Förderprojekt mindestens einen Anteil von 60 Prozent zu behalten. Auch bestehende Verträge sind jüngst an die neue Regelung angepasst worden. 17 verschiedene Ölkonzerne, darunter Repsol, Royal Dutch Shell und China National Petroleum, haben sich den härteren Vorgaben des Landes bereits gebeugt und am Freitag die entsprechenden Verträge unterzeichnet.
