Der Siemens-Konzern
Neben Finanzinvestoren werde mit Wettbewerbern von SBS
verhandelt, wobei die Deutsche Telekom
VERKAUFSERLÖS
Bei dem bereits angekündigten Verkauf von Enterprise rechnet Siemens den Kreisen zufolge mit einem Erlös von 1 bis 1,3 Milliarden Euro. Vorstandschef Klaus Kleinfeld hatte Ende Juni bestätigt, dass mit Finanzinvestoren Verkaufsgespräche geführt würden. Die auf Kommunikationssysteme für Unternehmenskunden spezialisierte Sparte ist der verbliebene Teil des Com-Bereichs, der nicht in die Gemeinschaftsfirma mit Nokia eingebracht wurde. Erst im Juni beschloss Siemens die Auflösung der traditionsreichen Telekommunikationssparte Com. Das Telekom-Ausrüstungsgeschäft wird mit dem entsprechenden Bereich von Nokia fusioniert.
SBS gilt als die letzte große Baustelle im Konzern. Im vergangenen Quartal war der Umsatz der Sparte leicht auf knapp 1,1 Milliarden Euro gesunken. Der Verlust wurde ebenfalls leicht auf 99 Millionen Euro verringert. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte die Zukunft von SBS zuletzt weitgehend offen gelassen. "Wir sind operativ bei SBS auf gutem Wege", hatte der Konzernchef erklärt. Die Kostensenkungen zeigten Wirkung, auch die strategische Neuausrichtung greife. Er sei überzeugt davon, dass SBS bis zum kommenden Frühjahr die Renditevorgaben erfüllen könne. Allerdings schloss Kleinfeld auch die Suche nach einem Partner nicht aus.
HINTERGRUND
Anfang Juli war noch von einem Umbau von SBS die Rede. Der Bereich solle sich auf ausgewählte Branchen, Regionen und Kunden konzentrieren, hatte es geheißen. In Industrien, die Siemens nicht bediene, solle SBS neue Projekte nur noch selektiv und nach intensiver Prüfung annehmen. Zudem würden die beiden verbliebenen Geschäftsbereiche IT-Outsourcing und IT-Lösungen gebündelt.
Die Aktie von Siemens legte zwischenzeitlich um 1,8 Prozent zu und notierte zuletzt 1,15 Prozent fester mit 63,20 Euro. Marktteilnehmer begrüßten den geplanten Spartenverkauf. Dies gelte insbesondere für SBS - die kleinste Sparte von Siemens und der einzige Verlustbringer. "Wenn sich der Verkauf bestätigt, wäre das sehr zielstrebig von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld", sagte ein Händler. "Schritt für Schritt würde der Konzern restrukturiert und nur noch auf die erfolgreichsten Sparten fokussiert." Für den Aktienkurs würde dies Impulse geben./mur/cs/sk
ISIN DE0007236101 DE0005557508
AXC0128 2006-08-14/16:23
