Die einstige Gewerkschaftsbank AHBR will unter dem Namen Corealcredit einen Neuanfang wagen. Die texanische Fondsgesellschaft Lone Star hatte die schwer angeschlagene Allgemeine HypothekenBank Rheinboden (AHBR) Ende 2005 übernommen und damit vor der Pleite bewahrt. "Bei uns ist kein Stein auf dem anderen geblieben", sagte der neue Vorstandschef Claus Nolting am Mittwoch in Frankfurt. "Nun müssen wir Tritt fassen und wollen dann wieder richtig Geschäft machen." Corealcredit wird künftig nicht mehr als klassische Hypothekenbank, sondern als Nischenanbieter für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien in Deutschland auftreten.
Während die Mitarbeiterzahl von ehemals 350 auf 150 schrumpfen soll, sucht Nolting parallel nach Spezialisten für die neue Ausrichtung der Bank. Im Jahr 2008 will er ein Neugeschäft in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an Land ziehen, bereits im kommenden Jahr soll Corealcredit ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Für 2006 sei noch mit einem Verlust von um die 500 Millionen Euro zu rechnen, meinte der Immobilienexperte und frühere HypoVereinsbank-Manager.
Wenn der Eigentümer Lone Star es wünsche, könne die Bank auch ins Ausland expandieren oder neue Geschäftsfelder erschließen, sagte Nolting. Zunächst solle sie sich aber als Alternative zu anderen Anbietern bei kleineren Immobilienfinanzierungen ab zehn Millionen Euro etablieren und "eine respektierte, profitable Adresse im Markt" werden. Für ihr Staatsfinanzierungsgeschäft sucht die Bank noch einen Käufer. Die Gespräche mit Interessenten seien bereits sehr weit gediehen, meinte Nolting. Die AHBR, eines der letzten Überbleibsel des ehemaligen Finanzimperiums der Gewerkschaften, hatte sich bei Zinsgeschäften verspekuliert. Lone Star erhielt von den Alteigentümern eine Mitgift im dreistelligen Millionenbereich./mi/DP/zb
AXC0101 2006-10-18/13:31