BERLIN/PARIS (Dow Jones)--Der Anteil von Steuern und Sozialabgaben an der deutschen Wirtschaftsleistung ist mittlerweile so niedrig wie seit 1972 nicht mehr. Dies geht aus der am Mittwoch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten "Revenue Statistics" hervor. Im Jahr 2004 betrug die Quote 34,7% des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das sind 2,5 Prozentpunkte weniger als 1995. Für das Jahr 2005 geht die OECD von einer stabilen Steuer- und Sozialabgabenquote gegenüber 2004 aus.
Abgesehen von den mittelosteuropäischen Umbruchstaaten sei die Steuer- und Sozialbeitragsquote am Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb der OECD in den vergangenen zehn Jahren nur in den Niederlanden stärker zurückgegangen als in Deutschland, schreibt die in Paris ansässige Institution. In den meisten anderen OECD-Staaten sei die Steuer- und Sozialabgabenquote hingegen zwischen 1995 und 2004 gestiegen.
Deutschland verbuchte wie die meisten OECD-Staaten 2005 vor allem dank höherer Unternehmensgewinne steigende Einnahmen aus Einkommen- und Unternehmensteuern, wie die OECD weiter berichtet. Zum ersten Mal seit Anfang der achtziger Jahre sei der Anteil dieser Steuerart wieder gestiegen, sowohl bezogen auf das BIP als auch im Verhältnis zum Gesamtsteueraufkommen. Mit 9,8% am BIP hätten die Einnahmen dieser Steuerart im vergangenen Jahr allerdings weiter deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von etwa 13% gelegen. Die OECD verweist darauf, dass die Sätze für die Besteuerung von Unternehmensgewinnen in Deutschland vergleichsweise hoch seien.
Relativ wenig nimmt der deutsche Staat nach OECD-Angaben auch aus Substanzsteuern ein, also aus Grund-, Vermögen-, Schenkung- und Erbschaftsteuern. Hier lägen die Einnahmen konstant bei 0,9% des BIP und damit bei weniger als der Hälfte des OECD-Durchschnitts von 1,9%. "Nur Mexiko, Tschechien und die Slowakei, also Staaten mit einem deutlich geringeren Vermögensbestand als Deutschland, sowie Österreich erzielen weniger Einnahmen aus dieser Steuerart", heißt es dazu in dem OECD-Bericht.
Die Belastung deutscher Arbeitseinkommen liege zudem weiter deutlich über dem Mittel der OECD-Länder. Die Sozialabgaben, die ausschließlich auf Arbeitseinkommen erhoben werden, seien in Deutschland besonders ausgeprägt. Fast 40% des gesamten Abgabenaufkommens entfallen laut OECD-Report in Deutschland auf diesen Bereich. Im OECD-Mittel seien es dagegen nur rund 26%.
DJG/bep/ptt/hab
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Abgesehen von den mittelosteuropäischen Umbruchstaaten sei die Steuer- und Sozialbeitragsquote am Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb der OECD in den vergangenen zehn Jahren nur in den Niederlanden stärker zurückgegangen als in Deutschland, schreibt die in Paris ansässige Institution. In den meisten anderen OECD-Staaten sei die Steuer- und Sozialabgabenquote hingegen zwischen 1995 und 2004 gestiegen.
Deutschland verbuchte wie die meisten OECD-Staaten 2005 vor allem dank höherer Unternehmensgewinne steigende Einnahmen aus Einkommen- und Unternehmensteuern, wie die OECD weiter berichtet. Zum ersten Mal seit Anfang der achtziger Jahre sei der Anteil dieser Steuerart wieder gestiegen, sowohl bezogen auf das BIP als auch im Verhältnis zum Gesamtsteueraufkommen. Mit 9,8% am BIP hätten die Einnahmen dieser Steuerart im vergangenen Jahr allerdings weiter deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von etwa 13% gelegen. Die OECD verweist darauf, dass die Sätze für die Besteuerung von Unternehmensgewinnen in Deutschland vergleichsweise hoch seien.
Relativ wenig nimmt der deutsche Staat nach OECD-Angaben auch aus Substanzsteuern ein, also aus Grund-, Vermögen-, Schenkung- und Erbschaftsteuern. Hier lägen die Einnahmen konstant bei 0,9% des BIP und damit bei weniger als der Hälfte des OECD-Durchschnitts von 1,9%. "Nur Mexiko, Tschechien und die Slowakei, also Staaten mit einem deutlich geringeren Vermögensbestand als Deutschland, sowie Österreich erzielen weniger Einnahmen aus dieser Steuerart", heißt es dazu in dem OECD-Bericht.
Die Belastung deutscher Arbeitseinkommen liege zudem weiter deutlich über dem Mittel der OECD-Länder. Die Sozialabgaben, die ausschließlich auf Arbeitseinkommen erhoben werden, seien in Deutschland besonders ausgeprägt. Fast 40% des gesamten Abgabenaufkommens entfallen laut OECD-Report in Deutschland auf diesen Bereich. Im OECD-Mittel seien es dagegen nur rund 26%.
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© 2006 Dow Jones News
