Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr in der Eurozone angesichts einer robusten Binnennachfrage deutlich angehoben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im Jahr 2006 um 2,6 Prozent wachsen, heißt es in dem am Montag in Brüssel veröffentlichten Herbstgutachten. Im Frühjahr war die Kommission von 2,1 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr erhöhte die Kommission ihre Prognose um 0,3 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent. Im Jahr 2008 erwartet die Kommission ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent.
Die wichtigsten Impulse kämen von einer robusten Binnennachfrage die vor allem durch Investitionen gestützt werde, teilte die Kommission mit. Auch das anhaltende Wachstum der Weltwirtschaft stütze die Nachfrage. In den beiden kommenden Jahren werde jedoch die Nachfrage durch eine Abschwächung der Weltwirtschaft insbesondere in den USA belastet. Das Wirtschaftswachstum werde sich in den beiden kommenden Jahren um das Potenzial bewegen.
In Deutschland werde sich das Wachstum von 2,4 Prozent im laufenden Jahr auf 1,2 Prozent vermindern. Im Frühjahr war die Kommission auch für Deutschland mit 1,7 Prozent für das laufende Jahr und mit 1,0 Prozent für das kommende Jahr von einem deutlich niedrigeren Wachstum ausgegangen. Für das Jahr 2008 erwartet die Kommission dann wieder ein Wachstum von 2,0 Prozent.
LEICHTER RÜCKGANG DER INFLATION
Die Inflationsrate in der Eurozone wird nach Einschätzung der Kommission im kommenden Jahr unverändert bei 2,2 Prozent verharren. Erst im Jahr 2008 wird die Inflationsrate nach Einschätzung der Kommission mit 1,9 Prozent wieder unter 2 Prozent fallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von unter, aber nahe bei 2,0 Prozent an. In Deutschland dürfte sich die Inflationsrate von 1,8 Prozent im laufenden Jahr auf 2,2 Prozent im kommenden Jahr erhöhen. Für das Jahr 2008 erwartet die Kommission dann eine Abschwächung auf eine Jahresrate von 1,2 Prozent.
Die Arbeitslosenzahlen dürften in der Eurozone nach Einschätzung der Kommission merklich sinken. Die Quote dürfte von 8,0 Prozent im Jahr 2006 auf 7,7 Prozent im Jahr 2007 sinken. Im Frühjahr war die Kommission noch von einer Quote von 8,4 Prozent im Jahr 2006 und 8,2 Prozent im Jahr 2007 ausgegangen. Für das Jahr 2008 erwartet die Kommission eine Quote von 7,4 Prozent.
DEUTSCHLAND VERMINDERT HAUSHALTSDEFIZIT
Deutschland wird in den kommenden beiden Jahren sein Haushaltsdefizit weiter vermindern. Es wird nach Einschätzung der Kommission von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 1,6 Prozent im kommenden Jahr sinken. Für das Jahr 2008 erwartet die Kommission ein Defizit von 1,2 Prozent. Damit liegt Deutschland wieder unter der im europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt geforderten Defizitquote von 3,0 Prozent. Deutschland hatte zuvor fünf Mal in Folge dieses Ziel verfehlt./js/jha/
AXC0096 2006-11-06/11:50
