Von Tjeerd Wiersma und Mathijs Schiffers
Dow Jones Newswires
AMSTERDAM (Dow Jones)--Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold NV hat die mit Spannung erwartete Neuausrichtung des Geschäfts veröffentlicht und dafür mehrere Verkäufe wie etwa die Trennung vom US-Lebensmittellieferservice U.S. Foodservice angekündigt. Wie CEO Anders Moberg sagte, hofft das Unternehmen für U.S. Foodservice einen Verkaufserlös über dem Buchwert von "rund 4 Mrd EUR" zu bekommen. Anleger und Analysten hatten mit Spannung auf die für den Berichtstag angekündigte strategische Neuausrichtung des Konzerns gewartet.
Ahold wolle sich künftig auf das Kerngeschäft Einzelhandel in Europa und den USA konzentrieren, teilte der Einzelhandelskonzern nun mit. Verkaufen will der Konzern allerdings seine Aktivitäten in Polen und in der Slowakei, ferner die Beteiligung an dem portugiesischen Einzelhändler Jerónimo Martins.
In den USA steht neben dem bislang umsatzstärksten Ahold-Geschäft U.S. Foodservice auch die Supermarktkette Tops zum Verkauf. Für die Veräußerung von U.S. Foodservice habe es bislang noch keine Gespräche mit Interessenten gegeben, so Moberg. 2005 hatte die Sparte einen Umsatz von 14,878 Mrd USD erwirtschaftet, Ahold kam im Konzern auf insgesamt 44,5 Mrd USD.
Wie Ahold mitteilte, sollen mit den Verkäufen das Umsatzwachstum beschleunigt, die Ertragslage verbessert und die Basis für künftige Expansion gestärkt werden. Analysten äußerten Zustimmung zu der neuen Unternehmensstrategie. "Aholds neue Ziele sind positiv", sagte Analyst Erwin Dut von Kempen & Co. Die angekündigten Verkäufe liegen im Rahmen unserer Erwartungen.
2 Mrd EUR Erlös aus den Verkäufen will das Unternehmen an seine Aktionäre ausschütten. In welcher Form dieses geschehen soll, ist nach Aussage von CFO John Rishton allerdings noch nicht entschieden. Die Höhe der Ausschüttungen bezeichnete Kemper-Analyst Dut als "enttäuschend". Er habe mit einer höheren Quote gerechnet. Auch die Verbindlichkeiten will Ahold mit Hilfe der Verkäufe um 2 Mrd EUR senken. Die operativen Kosten sollen bis 2009 um 500 Mio EUR reduziert werden.
Die Ahold-Aktie hatte zunächst mit einem deutlichen Kursanstieg auf die Neuausrichtung reagiert. Im weiteren Handelsverlauf verlor das Papier die Gewinne aber wieder und notierte um 15.10 Uhr mit 0,1% im Minus nahezu unverändert bei 8,34 EUR. Kurz nach Bekanntgabe der Neuausrichtung war das Papier auf ein Tages- und Jahreshoch von 8,65 EUR geklettert.
Webseite: http://www.ahold.com
-Von Tjeerd Wiersma und Mathijs Schiffers, Dow Jones Newswires,
+49 (0)69 - 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com
DJG/DJN/abe/bam
Dow Jones Newswires
AMSTERDAM (Dow Jones)--Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold NV hat die mit Spannung erwartete Neuausrichtung des Geschäfts veröffentlicht und dafür mehrere Verkäufe wie etwa die Trennung vom US-Lebensmittellieferservice U.S. Foodservice angekündigt. Wie CEO Anders Moberg sagte, hofft das Unternehmen für U.S. Foodservice einen Verkaufserlös über dem Buchwert von "rund 4 Mrd EUR" zu bekommen. Anleger und Analysten hatten mit Spannung auf die für den Berichtstag angekündigte strategische Neuausrichtung des Konzerns gewartet.
Ahold wolle sich künftig auf das Kerngeschäft Einzelhandel in Europa und den USA konzentrieren, teilte der Einzelhandelskonzern nun mit. Verkaufen will der Konzern allerdings seine Aktivitäten in Polen und in der Slowakei, ferner die Beteiligung an dem portugiesischen Einzelhändler Jerónimo Martins.
In den USA steht neben dem bislang umsatzstärksten Ahold-Geschäft U.S. Foodservice auch die Supermarktkette Tops zum Verkauf. Für die Veräußerung von U.S. Foodservice habe es bislang noch keine Gespräche mit Interessenten gegeben, so Moberg. 2005 hatte die Sparte einen Umsatz von 14,878 Mrd USD erwirtschaftet, Ahold kam im Konzern auf insgesamt 44,5 Mrd USD.
Wie Ahold mitteilte, sollen mit den Verkäufen das Umsatzwachstum beschleunigt, die Ertragslage verbessert und die Basis für künftige Expansion gestärkt werden. Analysten äußerten Zustimmung zu der neuen Unternehmensstrategie. "Aholds neue Ziele sind positiv", sagte Analyst Erwin Dut von Kempen & Co. Die angekündigten Verkäufe liegen im Rahmen unserer Erwartungen.
2 Mrd EUR Erlös aus den Verkäufen will das Unternehmen an seine Aktionäre ausschütten. In welcher Form dieses geschehen soll, ist nach Aussage von CFO John Rishton allerdings noch nicht entschieden. Die Höhe der Ausschüttungen bezeichnete Kemper-Analyst Dut als "enttäuschend". Er habe mit einer höheren Quote gerechnet. Auch die Verbindlichkeiten will Ahold mit Hilfe der Verkäufe um 2 Mrd EUR senken. Die operativen Kosten sollen bis 2009 um 500 Mio EUR reduziert werden.
Die Ahold-Aktie hatte zunächst mit einem deutlichen Kursanstieg auf die Neuausrichtung reagiert. Im weiteren Handelsverlauf verlor das Papier die Gewinne aber wieder und notierte um 15.10 Uhr mit 0,1% im Minus nahezu unverändert bei 8,34 EUR. Kurz nach Bekanntgabe der Neuausrichtung war das Papier auf ein Tages- und Jahreshoch von 8,65 EUR geklettert.
Webseite: http://www.ahold.com
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