Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen ist in Deutschland im Oktober nach Einführung der neuen Abgasnorm Euro 4 deutlich eingebrochen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Zahl der Neuzulassungen um 6 Prozent auf 22.900 Fahrzeuge zurück, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt mit. Der Export legte dagegen um fünf Prozent auf 25.800 Fahrzeuge zu.
Besonders stark war der Einbruch mit 25 Prozent Minus bei Nutzfahrzeugen zwischen 3,5 und 6 Tonnen. Bei Lkw zwischen 6 und 16 Tonnen gingen die Neuzulassungen um 19 Prozent, bei schweren Lkw über 16 Tonnen um zehn Prozent zurück. Bei Transportern von 2 bis 3,5 Tonnen, die mehr als die Hälfte aller Nutzfahrzeug-Neuzulassungen ausmachten, ging die Zahl dagegen nur leicht um ein Prozent auf 14.140 zurück.
Der VDA erklärte die Rückgänge mit Vorzieheffekten aufgrund der Euro-4-Einführung zum 1. Oktober. In den Vormonaten hatte der Absatz dadurch deutlich angezogen, noch im September hatten die Nutzfahrzeug-Neuzulassungen 16 Prozent über Vorjahresniveau gelegen. Nach der "Zulassungs-Rallye vor der Einführung der Euro-4-Norm zum 1. Oktober" normalisiere sich der Markt nun, so der VDA. Seit Jahresbeginn wurden aber trotz des Einbruchs im Oktober elf Prozent mehr Nutzfahrzeuge zugelassen als im Vorjahreszeitraum.
Zulegen konnte dagegen der zuletzt schwache Export. Von schweren Lkw über sechs Tonnen wurden im Oktober mit 10.670 Stück elf Prozent mehr exportiert als vor einem Jahr. Auch der Auftragseingang aus dem Ausland legte im Oktober zu und lag bei schweren Lkw 17 Prozent über dem Vorjahresniveau. Aufgrund schwacher Vormonate konnte der Export seit Jahresbeginn insgesamt jedoch nur um ein Prozent zulegen./fj/mf/sk
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