Marktbericht vom Handel mit Renten.
24. November. "Im Sekundärgeschäft höre ich seitens der Händler nur die gebetsmühlenartig wiederholte Standardformel: ‚Nothing to report!' ", fasst Aleksandar Bakrac von Equinet das Marktgeschehen diese Woche zusammen. Auch Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig berichtet von einer ruhigen Woche: "In den USA war am Donnerstag wegen Thanksgiving die Börse geschlossen und der Handel an den Tagen davor und danach eingeschränkt. Natürlich bekamen wir das hier auch zu spüren." Einzig die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklima-Indexes gestern habe unter den Marktteilnehmern für Aufregung gesorgt. "Die Erwartungskomponente ist zum zweiten Mal in Folge angestiegen und der Bund-Future ging nach unten." Der Ifo-Index wird aufgeteilt in die aktuelle Geschäftslage und Geschäftserwartung. "Bislang hatte man angenommen, dass unter anderem die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung auf die wirtschaftliche Entwicklung drückt. Das ist nun wohl doch nicht in dem Maße der Fall", kommentiert Gregor Daniel die Vorgänge am Rentenmarkt.
Gute Umsätze sind jedoch weiterhin bei den niedrig verzinsten Anleihen zu beobachten, wie die Skontroführer von der Wertpapierhandelsgesellschaft Hellwig melden, so z.B. in der 2,2-prozentigen Anleihe des Landes Hessen (WKN 138189), fällig im März 2009 und der 1,8-prozentigen Anleihe des Landes Nordrhein-Westfalen (WKN NRW1WY), fällig im August des selben Jahres.
Der Euro und General Motors beherrschen die Schlagzeilen
Der Euro ist in der abgelaufenen Woche gegenüber allen Währungen stark angestiegen. Zur Mittagszeit notiert er beispielsweise gegenüber dem US-Dollar bei 1,3087. "Das gilt jedoch auch für andere Währungen, z.B: den Emerging Markets-Währungen wie die Türkische Lira", sagt Gregor Daniel. Die Währungsschwäche gegenüber dem Euro habe die Rentenmärkte bisher nicht berührt. "Hier ist Vorsicht geboten", meint Daniel.
Die Investmentgesellschaft des Milliardärs Kirk Kerkorian gab am Mittwoch bekannt, dass sie 14 Millionen Aktien von General Motors (WKN 850000) veräußern wird. "Diese Nachricht drückte nicht nur auf den Aktienkurs, sondern zog auch die Anleihenkurse nach unten. Außerdem war zu beobachten, dass die Umsätze angestiegen sind", berichtet Rainer Petz von CB Seydler. So habe eine bis 2013 laufende Anleihe mit einem Kupon von 7,25 Prozent (WKN 894450) seit vergangener Woche von 98,15 auf 95,2 verloren und ein bis 2033 laufendes Papier von 95,8 auf 93,6 (WKN 894451). Diese Anleihe wird mit 8,375 Prozent verzinst.
Neu am Markt
Bei dem diese Woche eher unspektakulären Rentenmarkt bestand größeres Interesse an den Geschehnissen auf dem Primärmarkt, meldet Aleksandar Bakrac. Hier trat Island (ISIN XS0276687984) mit einer Euro-Benchmark-Anleihe in Höhe von einer Milliarde Euro in Erscheinung und bewog die Investoren zur Zeichnung.
"Mit der Deutschen Kreditbank, kurz DKB, zeigt sich jetzt der erste wirklich neue Emittent am deutschen Pfandbriefmarkt", berichtet Bakrac weiter. "Die DKB ist seit 1995 eine Tochter der Bayerischen Landesbank. Sie ging 1990 aus der ehemaligen Staatsbank der DDR hervor und ist auch heute vor allem in Ostdeutschland aktiv." Die DKB platzierte einen fünfjährigen Jumbo über einer Milliarde Euro (WKN 367842), der vor allem mit Forderungen an die öffentliche Hand in den neuen Bundesländern besichert ist. Die Rating-Agentur Moody's bewertet die Emission mit der Höchstnote "Aaa". Die DKB selbst hat kein Rating.
Auch aus Portugal gibt es einen neuen Emittenten am Markt für gedeckte Anleihen, nämlich die Caixa Geral De Depositos. Dabei handelt es sich um eine portugiesische Geschäftsbank, die vor allem in Spanien, Frankreich und Brasilien aktiv ist. Als erste Emittentin überhaupt aus Portugal hat Caixa Geral De Depositos (WKN A0G2NX) eine sehr gute Nachfrage für das emittierte Volumen von zwei Milliarden und die zehn Jahre laufende Obrigacoes Hipotecarias gefunden.
Im Segment der Floater ist erwähnenswert, dass Morgan Stanley eine siebenjährige Anleihe über zwei Milliarden (WKN MS5DCH) emittiert hat.
Die Deutsche Telekom hat ebenfalls einen Floater am Markt platziert. Das Papier läuft bis 2012 und ist mit einem variablen Zinssatz von Euribor plus 44 Basispunkten ausgestattet (WKN XS0276898417). Die Stückelung beträgt 50.000 Euro.
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Quelle: Deutsche Börse AG. Beachten Sie bitte weitere Informationen und unseren Disclaimer unter http://deutsche-boerse.com/privatanleger.
© 24. November 2006/dl
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