Bielefeld (ots) - Jetzt hat die türkische Justiz den Bogen endgültig überspannt. Die erneute Prozessvertagung im Fall des 17-jährigen Marco aus Uelzen ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die trotz aller Hinhaltetaktik noch immer Vertrauen in die Rechtsprechung der Türkei hatten. Was auch immer sich in jener Nacht in dem Hotelzimmer zwischen Charlotte und Marco abgespielt haben mag - Richter und Anwälte hatten ausreichend Zeit, die Beteiligten zu befragen und sich selbst ein Bild über das Geschehen zu machen. Es ist schlichtweg unfassbar, dass das zuständige Gericht in Antalya Charlotte bis heute weder befragt noch als Zeugin zum Prozess geladen hat. Die Gründe dafür sind schleierhaft. Eine Anhörung des Mädchens - auch per Videokonferenz möglich - sollte ausreichen, um den Großteil der offenen Fragen in wenigen Stunden zu beantworten. Dann könnte Recht gesprochen werden. Mehr und mehr aber wird offensichtlich, dass es darum nicht geht. Hier wird Macht demonstriert. Auf dem Rücken von Marco, einem Touristen. Und wie Marco könnte es - aus unterschiedlichen Gründen - jeden Urlauber treffen. Das schreckt von Reisen in dieses Land ab.
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Pressekontakt: Westfalen-Blatt Nachrichtenleiter Andreas Kolesch Telefon: 0521 - 585261
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