DJ Warnungen vor Streik im Güterverkehr
HANNOVER (Dow Jones)--Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor den wirtschaftlichen Folgen eines Arbeitskampfes im Güterverkehr. "Der Streik bremst besonders die Automobilindustrie aus", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Interview mit der "Neuen Presse" in Hannover (Mittwochausgabe). "Durch die Just-in-time-Lieferung spürt sie die Folgen ausbleibender Zulieferteile bereits nach wenigen Tagen."
Auch in anderen Branchen hätten die Unternehmen ihre Lagerkapazitäten verringert. Es sei mit "Engpässen und Produktionsausfällen" zu rechnen, so Wansleben weiter. "Zum hohen materiellen Schaden summiert sich der Imageverlust durch nicht eingehaltene Liefertermine. Deshalb gibt es keine Alternative zu einem zügigen Zurück an den Verhandlungstisch", appellierte Wansleben an Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).
Bei einem Bahnstreik im Güterverkehr rechnet der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) damit, dass es in Teilen der deutschen Wirtschaft "sehr rasch" zur Einstellung der Produktion und zu Kurzarbeit kommt. Folglich gingen Pendlerverkehre zurück und die Verkehrsinfrastruktur werde entlastet, sagte BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt dem ACE Auto Club Europa. "Insoweit erwarten wir keine verstopften Straßen, sondern eher das Gegenteil."
Bei einem flächendeckenden Bahnstreik könnte nach Schätzungen von Schmidt der Wirtschaft arbeitstäglich ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstehen. "Jeder ausgefallene Transportauftrag dürfte das 50- bis 60-fache dessen kosten, was im Schienengüterverkehr an Umsatz ausfällt", sagte der Verkehrsexperte. Ein bestreikter Bahngüterverkehr lasse sich nur begrenzt mit Lkw-Verkehr ersetzen: "Fahrer fallen nicht vom Himmel. Und auch die erforderliche Lkw-Kapazität steht nicht in der Ecke herum."
Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) forderte die Bundesregierung auf, die Folgen eines möglichen Streiks im Fernverkehr abzumildern. "Das Grundgesetz garantiert nicht nur das Streikrecht, sondern auch eine Grundversorgung im Nahverkehr", sagte DBV-Präsident Gerhard J. Curth der Zeitung.
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November 07, 2007 00:43 ET (05:43 GMT)
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