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ne-na.de/Öko-Bluff mit Bioplastik - Trinkgefäße aus nachwachsenden Rohstoffen sollen die Umwelt schonen - Wissenschaftler beweisen das Gegenteil

DJ ne-na.de/Öko-Bluff mit Bioplastik - Trinkgefäße aus nachwachsenden Rohstoffen sollen die Umwelt schonen - Wissenschaftler beweisen das Gegenteil

ne-na.de/Öko-Bluff mit Bioplastik - Trinkgefäße aus nachwachsenden 
Rohstoffen sollen die Umwelt schonen - Wissenschaftler beweisen das 
Gegenteil 
 
Hamburg, den 19. November 2007- Im nächsten Jahr soll nach einem Bericht des 
Nachrichtenmagazins ,,Der Spiegel" http://www.spiegel.de [] Bioplastik die 
ganz große Bühne bekommen: bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich 
und der Schweiz. Die Veranstalter werben damit, ,,Umwelt-Europameister" zu 
werden: Die Fans sollen ihren Durst aus Bechern löschen, die aus Mais 
gefertigt und nach Gebrauch kompostiert werden. 
 
,,Was den Fußballfunktionären ein sauberes Image verspricht, deckt sich 
trefflich mit den Interessen von Getränkemultis wie Coca-Cola. Auch die 
Konzerne sind für Einwegsysteme und gegen das lästige Pfand auf Gläser oder 
Becher. Jetzt entlarvt eine Studie von drei renommierten Umweltinstituten 
aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die angebliche Innovation als 
Öko-Schmu. Danach haben die Biobecher eindeutige Nachteile gegenüber 
sogenannten Mehrwegszenarien, also Pfandsystemen. Berücksichtige man die 
gesamte Umweltbelastung bei der Produktion, dem Gebrauch und der Entsorgung 
schneide das Mais-Geschirr nicht einmal besser ab als gewöhnliche 
Plastikware", schreibt ,,Der Spiegel". 
 
Vielmehr sei der Bioplastikbecher ein Musterbeispiel dafür, wie die 
Industrie versucht, das wachsende Bewusstsein der Bevölkerung für die Umwelt 
wirtschaftlich auszunutzen: ,,Was als zukunftsweisendes Naturprodukt 
gepriesen wird, entpuppt sich häufig als umweltschädlicher Bluff: 
Ökologische Vorzeige-Events erweisen sich als Umweltflops", so ,,Der Spiegel. 
Beim Weltjugendtag vor zwei Jahren flossen zwar zur Förderung des 
Bioplastiks Subventionen, in Wahrheit landete das Biogeschirr aber mit 
normalem Müll in den Sammelbehältern. Die beabsichtigte Vergärung konnte 
nicht stattfinden. 
 
Die tatsächliche Öko-Bilanz hätten die Hersteller stets verschwiegen. 
Summiere man etwa den Energieaufwand beim Mais-Anbau des oder den Transport 
von Amerika nach Europa, dann komme man auf eine weitaus höhere 
Umweltbelastung als bei Mehrweg-Behältern. 
 
Wissenschaftlich unseriös ist nach Meinung von Umweltexperten die 
Behauptung, dass durch die Verwendung von biologisch-abbaubaren Verpackungen 
(BAW) kein Treibhauseffekt entstehe, da nachwachsende Rohstoffe durch 
Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid ständig neu gebildet werden: ,,Das 
gilt vielleicht für reines Pflanzenmaterial, aber nicht für 
Verkaufsverpackungen. Die industrielle Landwirtschaft, die 
Verpackungsherstellung und die angestrebte Kompostierung belasten die 
Umwelt. In der gesamten Produktionskette entstehen Kohlendioxid-Emissionen", 
so der Einwand eines Vertreters der Entsorgungswirtschaft. 
 
Es gebe also keinen Grund, den Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen 
einen ökologischen Heiligenschein zu verpassen und staatlich zu fördern. So 
will die Bundesregierung über eine Novelle der Verpackungsverordnung 
BAW-Verpackungen von Recyclingpflichten freistellen. Die Bundestagsfraktion 
der Grünen fordert in einem Antrag (Drucksache 16/3140) sogar, für 
Biokunststoffe den Verwertungsweg insgesamt freizugeben und neben der 
stofflichen Verwertung auch die energetische Verwertung als gleichwertig 
anzuerkennen. ,,Warum sollte man dann BAW-Verpackungen noch separat erfassen, 
wenn sie am Ende doch im Müllofen landen", fragt sich der Bonner 
Abfallexperte Dr. Manfred Wirl. Das habe mit Kreislaufwirtschaft nichts zu 
tun, sondern sei nur ökologische Eulenspiegelei. 
 
Auch die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) http://www.bgkev.de [] ist vom 
Bioplastik-Hype wenig begeistert und rät davon ab, BAW-Verpackungen in die 
Biotonne zu werfen. Sie reagierte damit auf die Ankündigung einer 
Drogeriemarktkette, deutschlandweit verschiedene Getränke in ,,voll 
kompostierbaren" Flaschen anzubieten. Mit rund zehn Wochen liege die 
Behandlungszeit von BAW-Flaschen deutlich über dem normalen Biomüll. Teile 
der Flaschen tauchen deshalb im Kompost als Fremdstoffe auf, verschlechtern 
die Qualität und erschweren die Vermarktung. Blieben als 
Entsorgungsmöglichkeit noch die Restmülltonne und die Sammelsysteme des 
Grünen Punktes übrig, die allerdings technisch und logistisch überhaupt 
nicht auf Kompostierung ausgerichtet sind. 
 
Massiver Widerstand kommt von der Papierindustrie: Die Novellierung der 
Verpackungsverordnung wirke wie ein Katalysator zur Markteinführung von 
unlizenzierten Verpackungen. Das sei weder sachlich noch ökologisch 
gerechtfertigt und stelle eine massive Wettbewerbsverzerrung zu Lasten von 
Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (PPK) dar, kritisiert der 
Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) http://www.hpv-ev.org 
[] in Frankfurt am Main. Beim Basisrohstoff Holz handele es sich ebenfalls 
um einen nachwachsenden Rohstoff. ,,Daraus hergestellte Verpackungen, sei es 
auf Primärfaserbasis oder auf Recyclingbasis, sind nach Gebrauch für die 
Kompostierung geeignet und biologisch abbaubar", betont der HPV. Über die 
flächendeckende Sammellogistik gehe Altpapier mehrfach in 
Recyclingkreisläufe und erfülle so den Leitgedanken der Kreislaufwirtschaft. 
Es gebe daher für den Verordnungsgeber keine Rechtfertigung, 
BAW-Verpackungen von Entsorgungspflichten zu befreien. 
 
Eine Meldung vom Medienbüro Sohn. Für den Inhalt ist das Medienbüro Sohn 
verantwortlich. 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

November 19, 2007 16:39 ET (21:39 GMT)

© 2007 Dow Jones News
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