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UPDATE: US-Wirtschaftdaten bringen Notenbank in die Zwickmühle

DJ UPDATE: US-Wirtschaftdaten bringen Notenbank in die Zwickmühle

(NEU: Volkswirte, Zusammenfassung)

WASHINGTON/FRANKFURT (Dow Jones)--Eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten haben am Dienstag ein düsteres Bild der größten Volkswirtschaft der Erde gezeichnet. Während die US-Häuserpreise ihren Abwärtstrend fortsetzten und das Verbrauchervertrauen auf einen mehrjährigen Tiefstand rutschte, zeigte sich der Preisauftrieb auf Erzeugerebene als überraschend stark, was den Spielraum der US-Notenbank für weitere Zinslockerung beschränkt.

Volkswirte erwarten dennoch, dass die Zentralbank trotz der hohen Inflation mit ihren Zinssenkungen fortfahren wird, um das Wachstum zu beleben.

Die Häuserpreise in den zehn größten Metropolen der USA haben im vierten Quartal 2007 den stärksten Rückgang seit 20 Jahren verzeichnet. Wie Standard & Poor's mitteilte, sank der Case-Shiller-Index um 8,9% gegenüber dem Vorquartal. Damit wurde der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen festgestellt.

Auch die Daten der Aufsichtsbehörde OFHEO wiesen einen beschleunigten Rückgang der US-Häuserpreise aus. Wie das Office of Federal Housing Enterprise Oversight (OFHEO) mitteilte, sanken die Preise im vierten Quartal um 1,3% zum Vorquartal. Im dritten Quartal war ein Minus von 0,3% verzeichnet worden. Für das Gesamtjahr 2007 wurde ein Preisrückgang um ebenfalls 0,3% ausgewiesen. Damit wurde seit 1991 der erste Preisrückgang für ein Gesamtjahr festgestellt.

Nach Ansicht der Volkswirte der BayernLB zeichnet sich trotz des mittlerweile deutlichen Rückgangs der Häuserpreise in den kommenden Monaten keine Besserung ab. So seien etwa die Bestände an unverkauften Häusern immer noch sehr hoch und die fallenden Preise schürten zudem die Erwartung weiterer Rückgänge. Auch die inzwischen sehr restriktive Kreditvergabe der Banken sorge für keine Belebung der Nachfrage. Außerdem seien die Zinssenkungen der US-Notenbank am Hypothekenmarkt "vollkommen verpufft", gemessen an der Rendite der Hypothekenzinsen.

Unterdessen hat sich die Stimmung unter den US-Verbrauchern im Februar stärker abgekühlt als erwartet. Wie der Conference Board mitteilte, fiel der Index des Verbrauchervertrauens auf 75,0 Punkte. Damit wurde - mit Ausnahme der Zeit während des Irakkrieges im Jahr 2003 - der niedrigste Indexstand innerhalb der vergangenen 15 Jahre verzeichnet. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Stand von 80,5 Punkten prognostiziert.

Die Volkswirte der DekaBank weisen darauf hin, dass das Verbrauchervertrauen sich damit auf "Rezessionskurs" befindet. Ein sicherer Indikator für eine Rezession sei die Konsumentenstimmung allerdings nicht, weil es in der Vergangenheit schon Perioden mit sehr niedrigen Indexständen gegeben habe, ohne dass es zu einer Schrumpfung der Wirtschaft gekommen sei.

Die Erzeugerpreise in den USA sind im Januar gegenüber dem Vormonat wesentlich stärker als erwartet gestiegen. Das US-Arbeitsministerium meldete einen Anstieg der Produzentenpreise um 1,0% zum Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 0,4% gerechnet. Die Erzeugerpreise in der Kernrate - ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie - stiegen verglichen mit dem Vormonat um 0,4%. Hier hatten Ökonomen einen Anstieg von 0,2% prognostiziert.

"Dies dürfte die Arbeit der Federal Reserve nicht einfacher machen", kommentieren die NordLB-Ökonomen die Zahlen. In den vergangenen Wochen habe die Notenbank durch aggressive Zinssenkungen die drohende Rezession abzuwenden versucht. Auch wenn vorerst den Konjunkturgefahren ein höherer Stellenwert beigemessen wird, sollten die Währungshüter die Inflationsrisiken nicht völlig vernachlässigen.

-Von Andreas Plecko, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 300, 
   konjunktur.de@dowjones.com 
   DJG/apo/rio 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 26, 2008 12:04 ET (17:04 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

© 2008 Dow Jones News
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