Bielefeld (ots) - Deutschlands Steuersünder haben verstanden. Die Zumwinkel-Show hat bei aller Fragwürdigkeit starke Wirkung gezeigt. 28 Millionen Euro wurden schon eiligst als Abschlag überwiesen, mindestens die gleiche Summe soll noch folgen. Gut 100 Steuerhinterzieher legten während des unverhofften Hausbesuches ein Geständnis ab. Weitere 100 zeigten sich selbst an, obwohl es bei ihnen gar nicht geklingelt hatte. Das freut den ehrlichen Steuerzahler, denn manches Geld, das in Liechtenstein liegt, gehört in unser aller Staatskasse. Klammheimliche - oder sollen wir sagen diebische - Freude der braven Mehrheit, darf auch einmal erlaubt sein. Insofern hat die gestrige Zwischenbilanz der Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft ihren Zweck erfüllt. Die Fahnder mussten Erfolge vorweisen, um bestehen zu können. Zum einen gibt es die künstliche Empörung derer, die selbst geschummelt haben. Zum anderen verlauten aber auch kritische Nachfragen von Seiten der Rechtsstaatsbewahrer. Mit wenigen Worten ging die gestrige Presseerklärung aus Bochum auf die Frage der »Verwertbarkeit der zur Verfügung gestellten Unterlagen« ein. Da spürte man auch kalte Füße bei Deutschlands heißesten Steuerstaatsanwälten. Dennoch überwog der Eindruck, dass sie sich in der Sonne ihres Erfolges wärmten. Es sei ihnen angesichts überzeugender Zahlen und satter Einnahmen gegönnt.
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Pressekontakt: Westfalen-Blatt Nachrichtenleiter Andreas Kolesch Telefon: 0521 - 585261
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