DJ UPDATE: Aufwärtstrend bei deutschen Orders trotz Rückgang intakt
(NEU: Stimmen von Bankvolkswirten)
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Auftragslage der deutschen Industrieunternehmen bleibt nach Einschätzung von Beobachtern trotz eines abermaligen Rückgangs im Januar aufwärts gerichtet. Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Donnerstag mitteilte, haben sich die Bestellungen preis- und saisonbereinigt um 1,5% gegenüber dem Vormonat ermäßigt. Volkswirte hatten lediglich ein Minus von 0,5% erwartet.
Die Bestellungen aus dem Ausland verringerten sich um 1,3%, und die Inlandsnachfrage nahm um 1,9% ab. Gegenüber dem Vorjahr berichtete das BMWi eine unbereinigte Zunahme der Auftragseingänge um 9,5%, saisonbereinigt betrug der Zuwachs 9,6%, nach plus 10,5% im Dezember.
Im Dezember 2007 waren die Bestellungen laut BMWi nach revidierter Berechnung auf Monatssicht um 1,1% (vorläufig: minus 1,7%) rückläufig gewesen. Das Ministerium erklärte, der Umfang an Großaufträgen sei zwar für einen Januar erneut überdurchschnittlich gewesen, habe allerdings nicht das Ausmaß des vierten Quartals 2007 erreicht. Deshalb sei es im Januar zu einem "Rückpralleffekt" gekommen.
Commerzbank-Volkswirt Matthias Rubisch erklärte, schwächere Investitionen im Inland, eine langsamer wachsende Weltwirtschaft und die Aufwertung des Euro dürften die Industriekonjunktur in nächster Zeit bremsen. Zudem seien bei den schon im Januar mit minus 1,5% schwachen Inlandsorders für Investitionsgüter einige schwache Monate zu erwarten. Mittelfristig sei der Aufwärtstrend aber intakt.
Fabienne Riefer von der Postbank beschrieb diese Schwäche im Januar als Reflex auf den kräftigen Auftragsanstieg am Ende 2007, der vom Auslaufen der vorteilhaften Abschreibungsregeln für Unternehmen ausgelöst worden sei. Dafür seien die Konsumgüterorders aus dem Inland den zweiten Monat in Folge gestiegen, was Hoffnungen auf eine Erholung des 2007 schwachen privaten Konsums wecke.
Alexander Koch, Volkswirt bei UniCredit schließlich verwies darauf, dass die Entwicklung der Auftragseingänge, bereinigt um die Zahl der so genannten "Big-Ticket-Items", nicht so schlecht aussehe. Gerade die Nachfrage aus dem Ausland sei weiterhin sehr stark und die jüngsten Unternehmensumfragen stimmten weiterhin zuversichtlich.
DJG/hab/kth
(END) Dow Jones Newswires
March 06, 2008 08:18 ET (13:18 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.
