Heute erscheinen ganzseitige Anzeigen gleichzeitig in der Financial Times, der International Herald Tribune, der New York Times und den schwedischen Zeitungen Dalarnas tidningar und Göteborgs Posten mit der Schlagzeile: „<350â€. Diese Zahl bezieht sich auf den Höchstwert für atmosphärisches Kohlendioxid. Die Botschaft der Anzeigen richtet sich an die Nationen, die an den Verhandlungen im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz vom Dezember 2009 und darüber hinaus teilnehmen.
Der Anstoß zu den Anzeigen kam von Bo Ekman, dem Gründer der Tällberg Foundation. Sie werden von dem Stockholm Environment Institute und mehr als 170 Unterzeichnern unterstützt, darunter ein Dutzend der führenden Umweltwissenschaftler wie James Hansen, Robert Corell und James Lovelock. Unter anderem haben auch Jacqueline McGlade, die geschäftsführende Direktorin der Europäischen Umweltagentur, der ehemalige Präsident Costa Ricas José Maria Figueres, der ehemalige schwedische Ministerpräsident Göran Persson sowie die Autoren Bill McKibben, Mark Lynas und Tim Flannery die Anzeigen unterzeichnet.
Der in „Teilchen pro Millionen Teilchen†(Parts per Million, PPM) angegebene Gehalt von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre gilt schon seit Langem als ein Schlüsselindikator für den Klimawandel. Das Festlegen eines PPM-Grenzwerts ist eines der Leitprinzipien hinter den laufenden Klimaverhandlungen. Verschiedene Vorschläge für einen CO2-Höchstwert wurden unterbreitet, bis Wissenschaftler vor Kurzem die Schätzung vorlegten, dass die Konzentration 450 PPM erreichen könnte, ohne das Leben auf der Erde zu bedrohen.
„Wir sind besorgt, dass die Verhandlungen die falsche Richtung einschlagenâ€, sagte Professor Johan Rockström, der geschäftsführende Direktor des Stockholmer Umweltinstituts. „Der zur Debatte stehende CO2-Grenzwert ist zu hoch. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat heutzutage ein ziemlich klares Bild von der CO2-Menge, die unsere Atmosphäre verkraften kann und die Erkenntnisse deuten zunehmend darauf hin, dass 350 PPM unser Ziel sein sollte anstatt 450 PPM. Traurigerweise wurde dies bisher noch nicht in den Verhandlungen widergespiegelt.â€
Die jüngsten Studien zeigen, dass bei einem CO2-Gehalt von 450 PPM im Laufe dieses Jahrhunderts mit einem Anstieg des Meeresspiegels um über 1 Meter - und vielleicht um bis zu 3 Meter - zu rechnen wäre und über einen längeren Zeitraum um mehr als 20 Meter. Die globale Durchschnittstemperatur auf der Erde würde um 2 Grad über das vorindustrielle Niveau ansteigen, was gewaltige Folgen für globale und regionale Ökosysteme hätte.
James Hansen erklärte: „Ich bin zu der schockierenden Schlussfolgerung gelangt, dass die sichere Grenze des atmosphärischen Kohlendioxidgehalts nicht über 350 PPM liegt und möglicherweise sogar darunter. Heute steigt der CO2-Ausstoß pro Jahr um 3 Prozent. Das Festlegen einer Obergrenze von 350 PPM bedeutet nicht bloß, diesen jährlichen Anstieg zu eliminieren. Es wird bedeuten, Maßnahmen zu ergreifen, die den Gehalt während dieses Jahrhunderts auf weniger als 350 PPM verringern. Selbst wenn uns dies gelingt, wird der Bevölkerung der gesamten Welt eine bedeutende Anpassung an den Klimawandel bevorstehen.â€
„Die Obergrenze von 350 PPM ist derzeit ein heißes Thema in den USA und den Wissenschaftlern zufolge ist dies die Zahl, mit der wir es zu tun habenâ€, sagte Bo Ekman. „Wir hoffen, dass die Anzeigen Politikern und Entscheidungsträgern helfen werden, zu erkennen, dass sich mit der Natur nicht verhandeln lässt und dass dies die größte Herausforderung unserer Zeit ist.â€
Die „<350â€-Anzeige und eine vollständige Liste aller Unterzeichner finden Sie unter: www.tallbergforum.org.
Über die Tällberg Foundation
Über 28 Jahre hinweg hat die Tällberg Foundation eine globale Leserschaft versammelt, um unsere gemeinsame Zukunft zu diskutieren. Vom 25. bis zum 29. Juni dieses Jahres wird das Dorf Tällberg 400 globale Führungspersönlichkeiten willkommen heißen, die zu einem Erfahrungsaustausch zusammenkomm werden, um zu erörtern, wie wir alle auf der Erde zusammenleben können. Weitere Informationen finden Sie unter: www.tallbergforum.org
Das diesjährige Forum wird in Zusammenarbeit mit dem Stockholm Environment Institute und dem Stockholm Resilience Centre ein Seminar mit 20 der führenden Wissenschaftler der Welt veranstalten. Sie werden diskutieren und aufzeigen, wo die Grenzen unseres Planeten liegen, innerhalb derer die menschliche Entwicklung gedeihen kann. 350 PPM ist eine dieser Grenzen.
Über das SEI
Die Forschungstätigkeiten des SEI helfen uns, zu verstehen, welche Auswirkungen unser Lebensstil zuhause und im Ausland auf Umwelt und Entwicklung hat. Unser Engagement reicht von der Grundlagenforschung an vorderster Front bis hin zur Arbeit mit Entwicklungsländern für den Aufbau eines nachhaltigen Sanitärwesens und verfolgt das Ziel, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Politik zu bauen.
Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.