VW
Winterkorn sagte, VW sei sowohl der größte Kunde von Conti als
auch der Schaeffler-Gruppe. Mit beiden Zulieferern sei VW
"hochzufrieden". Conti habe sich von einem klassischen
Reifenhersteller zu einem Technologiekonzern entwickelt. Durch den
Kauf der Siemens
ÜBERNAHMEKAMPF WÜRDE SCHADEN
Wenn diese beiden Unternehmen zusammengingen, klinge das "zunächst mal sehr positiv", sagte Winterkorn. "Was ich nicht positiv finde, ist, wenn hier ein Machtkampf stattfinden würde wie etwa eine feindliche Übernahme, das könnte unser Geschäft stören." Der VW-Chef fügte hinzu: "Wenn sich da zwei Großkonzerne im Zuliefererbereich ein halbes Jahr lang bekriegen, wer das Sagen hat, da hätte ich schon Probleme mit." Daher sei er sehr für eine freundliche Übernahme.
Die fränkische Schaeffler-Gruppe hatte am Dienstag ein Übernahmeangebot vorgelegt. Sie bietet den anderen Conti-Aktionären 69,37 Euro pro Aktie in bar, damit bewertet die Offerte Conti mit 11,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen strebe eine strategische Beteiligung von mehr als 30 Prozent an Conti an, aber nicht notwendigerweise eine Mehrheit. Conti solle nicht zerschlagen werden, es werde auch keinen Verlust von Arbeitsplätzen geben.
KEIN VW-EINSTIEG BEI ZULIEFERER
Conti lehnt das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe strikt ab und hat Gegenwehr angekündigt. Das Angebot sei in hohem Maße opportunistisch, spiegele den wahren Wert von Conti nicht annähernd wider und entbehre einer überzeugenden industriellen Logik. Schaeffler habe "durch die Hintertür" und auf rechtswidrige Weise versucht, schnell und möglichst billig die Kontrolle über Conti zu erlangen, hatte Vorstandschef Manfred Wennemer gesagt. "Wir werden die Unabhängigkeit dieses Unternehmens verteidigen und dafür kämpfen." Falls Schaeffler Erfolg haben würde, drohe eine Zerschlagung von Conti und eine Gefährdung von Jobs. Zudem gebe es keine Synergien zwischen den beiden Unternehmen. "Continental würde Schaeffler nützen, Schaeffler aber nicht Continental." VW-Chef Winterkorn lehnte es zugleich ab, dass sich Volkswagen an Zulieferern beteiligt. Sobald VW bei einem Zulieferer einsteigen würde, sei dieser für andere Kunden blockiert. Winterkorn verwies zudem darauf, dass VW etliche Komponenten selbst fertige, etwa Motoren, Achsen und Getriebe. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte sich für mehr Einfluss der Autobauer bei ihren Zulieferern eingesetzt und sich für strategische Beteiligungen ausgesprochen./hoe/DP/fj/tw
ISIN DE0007664005 DE0005439004
AXC0027 2008-07-18/09:14
