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ne-na.de/Astraler Mist und Ökomythen - Die Wissenschaftsjournalisten Maxeiner und Miersch schauen hinter die Kulissen der Biolandwirtschaft

DJ ne-na.de/Astraler Mist und Ökomythen - Die Wissenschaftsjournalisten Maxeiner und Miersch schauen hinter die Kulissen der Biolandwirtschaft

ne*na.de/Astraler Mist und Ökomythen - Die Wissenschaftsjournalisten 
Maxeiner und Miersch schauen hinter die Kulissen der Biolandwirtschaft 
 
Bonn, 25. Juli 2008 * Die Vorsilben ,,Öko" und ,,Bio" werden nach Ansicht der 
Umweltexperten Dirk Maxeiner und Michael Miersch zur Zeit an alles Mögliche 
geklebt, ohne dass jemand nachfragt, ob die so geadelten Produkte oder 
Verfahren tatsächlich einen Umweltvorteil bieten. Nicht überall, wo ,,grün" 
drauf steht, sei auch ,,grün" drin. Was in der Bevölkerung als ökologisch 
gilt, habe meist mehr mit geschickter Imagepolitik von Interessengruppen zu 
tun als mit Fakten. ,,Bio ist prima fürs Klima!" werben Ökoagrarverbände und 
fordern einen ,,Klimabonus" für ihre Betriebe. Ihr Argument: Wir sparen 
Mineraldünger, zu dessen Herstellung fossile Brennstoffe verbraucht werden. 
Konventionelle Bauern kontern: ,,Mehr Milch pro Kuh ist aktiver Klimaschutz!" 
Ihr Argument: Konventionelle Höfe erzeugen mehr Milch, Fleisch und Eier pro 
Tier. Auch erreichen die Tiere ihr Schlachtgewicht viel früher, leben also 
kürzer und brauchen weniger Futter. Ergo: Sie stoßen weniger 
klimaschädliches Methan aus. Biosprit, Bionahrung oder Bioplastik * für 
Maxeiner und Miersch sind das hochtrabende Floskeln mit wenig Substanz. Die 
beiden Wissenschaftsjournalisten haben für ihr neues Buch ,,Biokost & 
Ökokult. Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt" alle 
großen Untersuchungen und Meta*Studien recherchiert und kommen zu einem 
niederschmetternden Resümee. Es gebe keine Studie, die den Vorteil von Bio 
beweist: 
 
,,Die Kritik an ,industrieller Landwirtschaft' und ,entfremdeten 
Lebensmitteln' ist schön bequem, aber auch pharisäerhaft. Da hat sich ein 
ganzer Treck von Sehnsüchten, Nostalgien und Naturverklärungen in Gang 
gesetzt, der nicht mehr nach Logik oder Fakten fragt. Landwirtschaft war 
schon immer unnatürlich, auch wenn das manche Verkünder des Biobauerntums 
gern ausblenden. Von unserer ursprünglichen Lebensweise als Jäger und 
Sammler haben wir uns vor 10.000 Jahren verabschiedet * und zwar 
unumkehrbar. Weizen ist kein natürliches Nahrungsmittel des Homo sapiens. 
Weizenkörner entstanden durch künstliche Selektion. Kuhmilch gehört 
keineswegs auf unseren natürlichen Speiseplan. Auch Mais oder Blumenkohl 
kommen in der Natur so nicht vor, sondern wurden vom Menschen entwickelt. 
Ganz zu schweigen vom Käse, einer frühen Ausgeburt bakterieller 
Lebensmitteltechnik. Weder waren die früheren Formen der Tierhaltung 
grundsätzlich humaner, noch waren die produzierten Nahrungsmittel gesünder 
als heutige. Die Gefahr von Erkrankungen und Vergiftungen durch 
Nahrungsmittel ist dank moderner Hygiene und Konservierungsstoffe sogar 
drastisch zurückgegangen. Magenkrebs wird immer seltener, weil moderne 
Frischhalteverfahren die alten und gesundheitlich bedenklichen 
zurückgedrängt haben, beispielsweise Räuchern und Pökeln. 
Plastikversiegelung, Dose, Tiefkühltruhe und Kühlschrank mögen unsere 
Nahrungsmittel ,entfremden', sie sind aber ein Segen für die Gesundheit", so 
das Plädoyer der beiden Buchautoren. 
 
Manche Biomethoden könnten sogar schädlicher für die Natur sein als die 
üblichen Arbeitsweisen. So müssten Biobauern, weil sie auf chemische 
Unkrautmittel verzichten, unerwünschten Pflanzenwuchs mit mechanischen 
Geräten aus der Erde reißen. Der Druck schwerer Maschinen verdichte den 
Boden und verschlechtere den Lebensraum der unterirdischen Kleintierwelt. 
Viele Konsumenten wüssten zudem nicht, dass auch Biobauern Pestizide 
spritzen. Sie dürften lediglich keine synthetisch erzeugten Chemikalien 
benutzen. Erlaubt seien pflanzliche Gifte, Mineralöle, Bakterienstämme und 
auch einige Chemikalien. Naturdünger, also Mist, Kompost oder Gülle könnten 
riskante Keime transportieren. Beim Obst* und Weinbau werden von den 
Ökobauern Kupferpräparate eingesetzt, mit schweren Folgen für die Umwelt, 
monieren Maxeiner und Miersch. Denn das Schwermetall sei toxisch für 
Bodenlebewesen, Fische, Vögel, Säuger und auch Menschen. Dietmar Groß von 
der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kritisiert, dass 
Kupferpräparate immer häufiger eingesetzt werden. Da der Biobauer nur wenige 
wirksame Mittel habe, aber von Schädlingen und Krankheiten nicht verschont 
bleibt, werden beispielsweise die Bioäpfel zwölf* bis achtzehnmal mit Kupfer 
und Schwefel gespritzt: 
 
,,Massiver Landverbrauch, Gifteinsatz, hoher Energie* und Wasserbedarf, 
erhöhtes Aufkommen von Fäkalien und Methan: Die Umweltbilanz des Biolandbaus 
sieht nicht sehr gut aus. Obendrein gibt es noch eine andere schleichende 
Gefahr, die von Biohöfen ihren Ausgang nimmt und über die nur selten geredet 
wird: die biologische Schädlingsbekämpfung. Dabei werden Scharen von 
räuberischen Insekten und Spinnentieren ausgesetzt, die Obst, Gemüse und 
Ackerpflanzen von Schädlingen befreien sollen. Zwar werden Nebenwirkungen 
dieser Kampf*Insekten vor dem Einsatz nach gesetzlichen Vorgaben geprüft. 
Denn liegt im vertrauensvollen Umgang mit ihnen ein seltsamer Widerspruch. 
In den Erklärungen der Bioverbände gegen die Pflanzen*Gentechnik wird in 
grellsten Farben davor gewarnt, neue Organismen freizusetzen, selbst wenn 
diese vorher gründlich getestet wurden. Im Biolandbau werden jedoch landauf, 
landab fremde Organismen freigesetzt, ohne dass sich die Öffentlichkeit 
darüber aufregt. Dabei sind bereits ökologische Schäden nachweisbar." 
 
Maxeiner und Miersch entlarven aber nicht nur Ökomythen, die von 
umweltbewussten Konsumenten selten hinterfragt werden. Auch der ideologische 
Überbau der Ökoszene wird von den Wissenschaftsjournalisten durchleuchtet. 
Im Vordergrund ihrer Analyse steht die Weltanschauung der 
Demeter*Gemeinschaft, die sich seit über 80 Jahren der so genannten 
biologisch*dynamischen Wirtschaftsweise verpflichtet fühlt. Hinter dem 
Begriff ,,Biodynamik" steht unverblümt das esoterisch*okkulte Weltbild von 
Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Auf Grundlage seiner 
Lehren bemüht man sich, die landwirtschaftliche Praxis mit dem zu verbinden, 
was für unsere normalen fünf Sinne verborgen ist. Die Steiner*Apologeten 
widmen sich dem ,,Unsichtbaren": Es geht um ,,Mondrhythmen im 
Pflanzenwachstum", ,,übersinnliche Erkenntnismethoden" und um die 
astralischen Kräfte des Rindermistes, die bei der Vergärung aus dem Mist 
herausgetrieben werden. Zur ,,biologisch*dynamischen Landwirtschaft" nach 
Steiner zählt auch das Vergraben von Kuhhörnern im Acker bei Vollmond. Die 
obskuren Vorstellungen für die Agrarwirtschaft sind eingebettet in ein nicht 
minder sonderliches Weltbild. Danach vollzog sich die Menschheitsentwicklung 
nacheinander auf sieben ,,Planeten". Laut Steiner gab es keine Evolution. 
Vielmehr bildeten sich irgendwann ,,Lemurier" und ,,Atlantier" heraus, und aus 
letztgenannten die ,,Arier", zu denen der selbst ernannte Meister sich selbst 
und die kultivierten Westeuropäer zählte * nicht aber die ,,verkümmerten 
Menschen", deren Nachkommen heute noch als so genannte wilde Völker gewisse 
Teile der Welt bewohnen. Unverholen predigte Steiner rassistisches und 
antisemitisches Gedankengut. Das Judentum, schrieb er, ,,als solches hat sich 
aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen 
Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der 
Weltgeschichte". 
 
Als wunderlichen Esoterik*Schabernack könne man die Steiner-Ideologie 
deshalb nicht werten, so Maxeiner und Miersch. Dahinter stecke mehr. So 
schickte die Anthroposophische Gesellschaft 1934 einen offiziellen Brief an 
Adolf Hitler, in dem das Gemeinsame der beiden Weltanschauungen und Steiners 
arische Herkunft betont werden. Der NS*Staat förderte die 
biologisch*dynamischen Prinzipien unter einem neuen Begriff: 
,,Lebensgesetzliche Landbauweise". ,,Für viele in der Demeter*Gemeinschaft ist 
Biolandbau viel mehr als eine besondere Produktionsmethode, es ist eine 
Weltanschauung. Davon wissen die meisten Kunden allerdings nichts, wenn sie 
ein paar biologisch*dynamische Karotten kaufen. Rudolf Steiner ist einer der 
Fixsterne am Biohimmel. Deshalb sollte man sich seine Lehre ein wenig 
genauer anschauen, wenn man die Hintergründe der Biolandwirtschaft verstehen 
will", so der Rat von Maxeiner und Miersch. 
 
Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost & Ökokult * Welches Essen ist 
wirklich gut für uns und unsere Umwelt, Piper*Verlag, 2008, 238 Seiten, 14 
Euro. 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

July 25, 2008 08:06 ET (12:06 GMT)

© 2008 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
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