Nach der Verstaatlichung der niederländischen
Aktivitäten des Finanzkonzerns Fortis
Marktteilnehmer bewerteten die Transaktion positiv. Der Preis
sei gut, schrieben Analysten von Cheuvreux und Kepler Equities
übereinstimmend. Die Aktien von BNP drehten nach einem schwachen
Start sogar kurzzeitig ins Plus. Zuletzt gaben die Papiere wieder
leicht nach, waren damit allerdings in einem extrem schwachen
Marktumfeld einer der besten Werte im EuroSTOXX 50
BNP GIBT 133 MILLIONEN NEUE AKTIEN AUS
BNP verspricht sich bereits im ersten Jahr nach der Übernahme der Fortis-Geschäfte einen positiven Gewinnbeitrag und eine Stärkung der Kapitalbasis. Die zu erwartenden Kostensynergien beziffert das französische Institut auf eine halbe Milliarde Euro - sie sollen bis 2011 gehoben werden. Daneben sei aber mit Restrukturierungskosten von etwa 750 Millionen Euro zu rechnen.
Der Kauf von 75 Prozent der verbleibenden Bank-Aktivitäten in Belgien und Luxemburg - 25 Prozent verbleiben beim belgischen Staat - kostet BNP rund neun Milliarden Euro. Die Franzosen zahlen diesen Teil mit Aktien - insgesamt will das Institut knapp 133 Millionen neue Papiere zu 68 Euro das Stück ausgeben. BNP werde damit zur führenden Privatkundenbank in Belgien und Luxemburg. Das belgische Versicherungsgeschäft von Fortis zahlt BNP dagegen in bar - insgesamt 5,5 Milliarden Euro. Belgien wird als Teil der Abmachung künftig 11,6 Prozent an BNP Paribas halten. Luxemburg steigt mit 1,1 Prozent bei den Franzosen ein.
NIEDERLÄNDISCHES GESCHÄFT VOM STAAT ÜBERNOMMEN
Bereits am Freitag hatte der niederländische Staat für 16,8 Milliarden Euro die niederländischen Kern-Aktivitäten von Fortis übernommen. Mit dem Erwerb der Fortis Bank Nederland übernahm die Regierung in Den Haag auch den Großteil der Beteiligung an der niederländischen ABN Amro, den Fortis im vergangenen Jahr für 24 Milliarden Euro erworben hatte. Zudem ging das niederländische Versicherungsgeschäft an den Staat./sb/zb/tw
ISIN BE0003801181
AXC0057 2008-10-06/10:09
