DJ XETRA-VERLAUF/Rettungspaket sorgt für Aufatmen - Banken sehr fest
FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Standardwerte behaupten am Montagvormittag die starken Kursgewinne aus dem Anfangsgeschäft. "Die Erholung steht noch auf tönernen Füssen, die Umsätze sind teils noch recht dünn", sagt ein Händler. Grund für das verbesserte Sentiment sind die am Wochenende angekurbelten Rettungspakete der Regierungen für die Banken. Am Nachmittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel Details zum Maßnahmenpaket bekannt geben. Der DAX legt um 11.30 Uhr um 5,7% oder 257 Punkte auf 4.801 zu, nachdem er im Tageshoch schon 4.859 Zähler erreicht hatte.
Das Gesamtvolumen des von der Bundesregierung vorgesehenen Rettungspaketes für den Finanzsektor soll dem für die Sondersitzung des Bundeskabinetts vorbereiteten Gesetzentwurf zufolge 470 Mrd EUR umfassen. Dem Entwurf zufolge sollen 400 Mrd EUR als Garantieermächtigung für den Geldhandel vorgesehen sein und 70 Mrd EUR als Kreditermächtigungen für die Bankenkapitalisierung.
Angesichts des "freien Falls" an den globalen Finanzmärkten glauben die Analysten der UBS, dass sich die Krise mit der massiven Rekapitalisierung des Bankensektors durch den Staat schnell ihrem "Finale" nähert. Die teilweise Nationalisierung des Bankensektors, mit dem die Solvenz sichergestellt und das Vertrauen zurückkehren soll, sei der entscheidende Moment für den "Anfang vom Ende der Finanzkrise". Aus historischer Sicht sei die staatlich gesponsorte Rekapitalisierung stets der Katalysator für eine nachhaltige Neubewertung des Bankensektors gewesen.
Finanzwerte legen am deutlichsten zu. So gewinnen Hypo Real Estate 34% auf 5,56 EUR, Commerzbank legen um 16% auf 11,32 EUR zu und die Deutsche Bank notieren mit Plus 12% bei 35 EUR. Im MDAX legen Aareal Bank um 28,1% auf 7,52 EUR zu.
Infineon legen um 12,9% auf 3,10 EUR zu. Neben der allgemeinen Erholung hilft hier die Nachricht, dass die Tochter Qimonda ihre Inotera-Beteiligung an Micron Technologies verkauft. Problematisch sei allerdings, dass die Zahlung der zweiten Kaufpreistranche von 200 Mio USD an die Erfüllung der "verbleibenden Bedingungen" für den Vollzug der Transaktion geknüpft sei, heißt es.
TUI profitieren vom Verkauf von Hapag-Lloyd und der angekündigten Sonderdividende und steigen um 12,8% auf 9,88 EUR. In dem momentanen Umfeld sorge der erzielte Verkaufspreis von 4,45 Mrd EUR für eine positive Überraschung, so Händler. Hamburger Hafen aus dem MDAX springen um 17% auf 33,05 EUR hoch. Hier dürfte der Verkauf von Hapag-Lloyd an das Hamburger Konsortium für einige Erleichterung unter Anlegern sorgen, vermuten Händler. Immerhin machten Hapag-Lloyd und deren Partner rund 40% des gesamten Container-Umschlags im Hamburger Hafen aus.
Der MDAX insgesamt erholt sich um 8,1%, während es mit dem TecDAX sogar um 10,4% nach oben. Gegen den Trend tendieren im SDAX Deutz mit einer Umsatzwarnung um 0,6% leichter bei 3,22 EUR.
DJG/thl/bek
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October 13, 2008 05:39 ET (09:39 GMT)
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