New York (BoerseGo.de) - Schlechte Daten, gute Kurse, lautete die heutige Formel an der Wall Street. Heute war es übrigens das erste mal in diesem Monat, dass die Wall Street an zwei aufeinander folgenden Börsentagen im Plus schloss. Die Kursgewinne überraschen nur auf den ersten Blick. Seit Halloween 2007 hat die Wall Street - gemessen am repräsentativen S&P 500 - 37 Prozent verloren. Damit hat die Börse bereits schon eine deftige Rezession eingepreist. Die bisher bekannten Zahlen (im 3. Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um 0,3 Prozent) sind zwar schlimm, aber nicht schlimm genug, um die Panik, die in den vergangenen Wochen herrschte zu rechtfertigen, hieß anscheinend die Devise. Nur so ist die Rallye diese Woche zu erklären.
Die heute kurz vor oder nach vor Börsenstart gemeldeten Konjunkturdaten - obwohl unschön - trugen daher eher zur Beruhigung bei: Im September stiegen die Einkommen der privaten Haushalte (also der Verbraucher) gegenüber dem Vormonat um 0.2 Prozent (Konsens: plus 0,1 Prozent,August: plus 0,4 Prozent). Die Ausgaben der privaten Haushalte (also der Konsum) schrumpften dagegen um 0,3 Prozent (Konsens: minus 0.2 Prozent, August: Stagnation). Wirklich überraschend war der Rückgang des Verbrauchs aber nicht, da er in den bereits gestern gemeldeten Rückgang der Verbraucherausgaben vom 3. Quartal enthalten waren.
Der Chicago Einkaufsmanagerindex, der die Industrieaktivität im Ballungsgebiet abbildet, brach im Oktober auf 37.8 ein (Konsens: 48.0 , September 56.7). Werte unter 50 bedeuten zwar, dass die Industrie schrumpft. Da der Index aber durch eine Umfrage ermittelt wird, handelt es sich um einen Stimmungsindikator - und dass die Stimmung in ein tiefes Loch gefallen ist, weiß man inzwischen.
Auftauende Kreditmärkte
Der Kursverfall war aber natürlich von der Angst getrieben: alles wird noch viel schlimmer. Tatsächlich mehren sich jetzt aber die Anzeichen, dass sich die Lage wieder bessert. Besonders wichtig: Die Kreditkrise, die die Weltwirtschaft derzeit bedroht und die Aktienkurse in den Keller schickte, entspannt sich. Das zeigen nicht nur die sinkenden Zinsen am Geldmarkt (am Londoner Interbankenmarkt fiel heute der Satz den fünfzehnten Tag in Folge), sondern auch bei Unternehmensanleihen (Commercial Papers). Der Zins für diese Commercial Papers sank heute auf den niedrigsten Stand seit 4 Jahren, berichtete Bloomberg.
Das bedeutet, das gegenseitige extreme Misstrauen unter den Banken - ausgelöst durch den Bankrott der Lehman Brothers - schmilzt weiter ab und ihre Bereitschaft, sich gegenseitig - und damit auch dem Rest der Wirtschaft - Geld zu leihen wächst. Damit dürfte auch die Geldversorgung der restlichen Wirtschaft wieder auftauen und die Kreditklemme (Credit Squeeze), die Handel und Wandel derzeit bremst, abschmelzen. Heute erklärte etwa JP Morgan, die größte US-Bank, die vor zwei Wochen 25 Milliarden Dollar Staatsgelder erhalten hatte, sie überprüfe ihre Immobilienkredite und zeigte sich bereit, Zinsen und Tilgungsraten ihrer Eigenheimschuldner zu senken. Wenn das Beispiel Schule macht - und dafür spricht die Entspannung an den Geldmärkten - sollte eine Erholung des angeschlagenen US-Eigenheimmarktes starten.
Konjunkturprogramm: Rohstoffverbilligung
Eine Entspannung gab es bereits an einer anderen Front, nämlich durch die inzwischen erfolgte drastische Korrektur bei den Rohstoffpreisen (der Benzinpreis etwa fiel in den USA von vorübergehend 5 Dollar wieder unter die 2,50 Dollar zurück). Der Preisrückgang bei Öl, Lebensmittel und Industriemetallen entlastet Verbraucher und Unternehmen und wirkt daher wie eine Steuersenkung -also als ein zusätzliches Konjunkturprogramm. General Motors erklärte am Mittwoche jedenfalls, man habe das Gefühl, der Boden des wirtschaftlichen Abschwung sei jetzt erreicht.
Kommende Woche fällt zumindest ein weiterer Belastungsfaktor weg, nämlich der nervende US-Wahlkampf. Egal wer gewinnt, die Börse hat einen Unsicherheitsfaktor weniger.
Beste Woche im Dow Jones seit 34 Jahren
Die Konsequenz: Der Dow Jones Industrial Average avancierte 1,57 Prozent auf 9.325 Punkte (am 10. Oktober wurde ein Zwischentief von 7.882 Punkte erreicht), der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 gewann 1,54 Prozent auf 968 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index verbesserte sich 1,32 Prozent auf 1.720 Punkte.
Vergleich zur Vorwoche
Dow plus 11,3% (beste Woche seit Oktober 1974)
S&P 500 plus 10,5%
Nasdaq plus 10,8%
Vergleich zum Monatstief (Quelle: Briefing.com):
Dow plus 18,5%
S&P 500 plus 15,5%
Nasdaq plus 15,2%
Oktober:
Dow minus 14%
S&P 500 minus 17%
Dow Jones Average: Verhinderte Hochzeiten?
Von den 30 Blue Chips des Dow landeten immerhin 21 im grünen Bereich, einer stagnierte (der Chemieriese DuPont).
Tops:
Die vier Spitzenplätze wurden von den Finanzkonzernen belegt, die damit den gesamten Dow Jones in die Höhe zogen. Ein Zeichen, dass die Kreditkrise an Schärfe verliert. Die Top-Lokomotive war JP Morgan mit einem Tagesplus von 9,7% auf 41,25 Dollar. Dabei half auch, dass das übrig gebliebene Aktienresearch der verblichenen Merrill Lynch die Gewinnschätzungen für den Bankriesen an hob. Platz 2 ging an die Bank of America (plus 6,1% auf 24,17 Dollar), Platz 3 American Express (plus 5,5% auf 27,50 Dollar) und Platz 4 an die Citigroup (plus % auf Dollar). Das beste Papier außerhalb des Finanzsektors war die Baumarktkette Home Depot, die 3,9% auf 23,59 Dollar zulegte.
Flops:
Der Flop des Dow war - wie könnte es auch anders sein - General Motors mit einem Tagesverlust von 4,6% auf 5,79 Dollar. Neben des Existenzkrise des Automarktes (die Absatzzahlen vom Oktober stehen an) belasten auch Spekulationen über ein Scheitern der angestrebten Fusion mit Chrysler. Angeblich verweigert das „Weiße Haus“ die dafür erwünschten Staatszuschüsse.
Der Telefonriese Verizon verlor 2,7% auf 29,67 Dollar. Dort stößt die angestrebte Firmenehe mit dem Handy-Dienstleister Alltel auf Widerstand.
S&P 500: Gewinne aus Macau
Tops:
Wynn Resorts explodierte 29,9% auf 60,40 Dollar. Der Casinobetreiber verdiente mehr als erwartet. Gewinne wurden vor allem in der konzerneigenen Spielbank von Macau erzielt.
Office Depot sprang 15,4% auf 3,60 Dollar. Gestern war der Wert bereits 49% explodiert. Das 52-Wochenhoch lag allerdings bei 20 Dollar. Der angeschlagene Bürowarenhändler will - wegen der schwachen Gesamtwirschaft - die Eröffnung neuer Läden hinausschieben. Die Wall Street jubelte anscheinend wegen der dadurch - zumindest kurzfristig - eingesparten Kosten.
Der Branchenkollege Staples setze ebenfalls seine gestrige Rallye (plus 16%) fort und gewann % auf Dollar. Der gestrige Ausblick des Büroausstatters auf die Zahlen des 3. Quartals fiel besser aus als von den Analysten erwartet. Der Broker Friedman Billings reagierte darauf und verbesserte den Dienstleister von „Underperform“ auf „Market Perform“.
Avon Products kletterte 10% auf 24,83 Dollar. Die Kosmetikaktie war gestern um 15 Prozent eingebrochen, weil der Beautykonzern die Gewinnerwartung der Wall Street verfehlte und schlechtere Gewinnmargen ankündigte. Heute spendete Morgan Stanley Trost und wertete das Konsumpapier von „Gleichgewichten“ auf „Übergewichten“ auf, mit einem Kursziel von 40 Dollar. Die Aktie ist günstig bewertet, hieß es.
Best Buy verteuerte sich 9,2% auf 26,88 Dollar. JP Morgan hob die Elektronikkette von „Untergewichten“ auf „Neutral“. Das Schlimmste sei jetzt eingepreist, hieß es
Die Aktien des Lebensversicherers Hartford Financial gewannen 7,3% auf 10,32 Dollar. (Gestern allerdings minus 52%) Damit ignorierte die Wall Street ein spätes Analystenurteil, das dem derzeit angesagten Pessimismus folgte. Die Bank of America degradierte den Assekuranz-Titel heute von „Kaufen“ auf „Neutral“ und kappte das Kursziel auf 11 Dollar (vorher: 32 Dollar). Das Gefühl von Furcht und Risiko würde oft zur Realität, klagte die Bank.
Die US-Airlines profitierten wieder vom niedrigen Ölpreis - obwohl der Crude-Kontrakt kurz vor Schluss in Plus hüpfte. Continental Airlines sprang um 11,7% auf 18,92 Dollar, US Airways kletterte 8,7% auf 10,14 Dollar und AMR, die Mutter der American Airways, gewann 11% auf 10,21 Dollar.
Flops:
Carnival Corp. sank 11,5% auf 25,40 Dollar. Der Betreiber von Kreuzfahrtschiffen suspendierte die Dividende für das erste Quartal des Geschäftsjahres. Man wolle Geld für unsichere Zeiten beiseite legen, hieß es.
Aetna verlor 4,1% auf 24,87 Dollar. Die Krankenkasse war heute an der Wall Street - wie die gesamte Branche - massiv unter Druck geraten, und konnte - im Gegensatz zu den Rivalen - nur einen Teil der Verluste wieder aufholen. Anscheinend gab es - wegen der Finanzkrise - eine Spekulationswelle gegen die Krankenkassen.
Burger King verbilligte sich 1,8% auf 19,88 Dollar. Die Hamburgerkette verpasste die Gewinnerwartung der Analysten um 1 Cent.
Nasdaq: Vernachlässigte Riesen
Die Nasdaq lebte heute von den Kursgewinnen der Kleinen. Die Technologieschwergewichte dagegen, die im Nasdaq 100 erfasst werden, wurden heute weitgehend vernachlässigt. Im dem Auswahlindex gab es nur ein homöopathische Plus von 0,06%.
Dazu trug auch Intel bei, die 0,9% auf 16,03 Dollar abgaben. Der Technologieriese hatte in einer Pflichtmitteilung pflichtgemäß darauf hingewiesen, dass sein Geschäft möglicherweise darunter leiden könnte, dass - wegen der Kreditkrise - vielleicht die Nachfrage nach seinen Chips beeinträchtigt wird oder gar einer der wichtigsten Zulieferer bankrott gehen könnte. Anscheinend sah sich da der eine oder andere Fonds verpflichtet, zu verkaufen. Der Speicherchip-Titel SanDisk kletterte dagegen 9,2% auf 8,89 Dollar. Vor kurzem war das Papier eingeborchen, weil die Koreaner Samsung ihr (von SanDisk zurückgewiesenes) Übernahmeangebot zurückzogen. Vielleicht lebte die Fantasie aber wieder auf.
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, avancierte 1,9% auf 239,47 Punkte.
Schlimm erwischte es Sun Microsystems mit minus 13% auf 4,60 Dollar. Der Server-King meldete gestern schrumpfende Umsätze (minus 7% gegenüber Vorjahr) und verweigerte wegen der vergrößerten konjunkturellen Unsicherheit einen Ausblick.
Wenig Hilfestellung leistete der Softwarebereich: Microsoft setze die gestrige Schwäche (minus 1,6%) fort und verlor heute 1,3% auf 22,33 Dollar. Vielleicht brauchte ein Hedgefonds Geld und verkaufte Microsoft um die Auszahlungswünsche seiner Anleger zu bedienen.
Der SAP-Rivale Oracle bröckelte 0,2% auf 18,29 Dollar. Der Broker JMP Securities stutze den Software-Titel von „Market Outperform“ auf „Market Perform“ zurück. „Die Geschäfte laufen dort schlechter als erwartet“, hieß es dort zur Begründung. Vor allem das sogenannte „Applications Business“ generiere wegen der Wirtschaftsschwäche weniger Lizenz-Einnahmen als erhofft, behauptete JMP.
Electronic Arts brach 17,9% auf 22,78 Dollar ein. Der Hersteller von PC-Spielen gab einen schwachen Ausblick auf den Gewinn im laufenden Weihnachtsquartal ab. Die Deutsche Bank, die an ihrer Verkaufsempfehlung festhält, schraubte heute ihre Kursziel auf 19 Dollar herunter (vorher: 26 Dollar). Goldman Sachs bleibt zwar bei seiner Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel auf 36 Dollar (vorher: 40 Dollar). Der Broker Kaufman Brothers sieht dagegen die Kursschwäche als Kaufgelegenheit.
Apple verlor nachrichtenlos 3,1% auf 107,59 Dollar. Damit wurde die Rallye der Vortage (binnen 2 Tage plus 20%) wieder abgebrochen. Ein Broker hatte am Mittwoch die Spekulationen auf ein deftiges Aktienrückkaufsprogramm entfacht. Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, sprintete dagegen 6,4% auf 50,43 Dollar. Im August hatte das Papier allerdings noch 130 Doll gekostet.
Internet: Kampf um China
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets schienen noch unter dem Konjunkturpessimismus zu leiden. Die ohnehin schon seit geraumen vernachlässigte Aktie von Google bröckelte 0,09% auf 359,36 Dollar. Der von dem Onlineriesen angestrebte Werbedeal mit Yahoo droht zu platzen, meldete das Wall Street Journal.Danach fordert das für die Genehmigung zuständige US-Justizministerium zu viele Kompromisse - um den Wettbewerb zu schützen. Dazu seien aber beide Dienstleister nicht bereit, heißt es. Yahoo gab 0,9% auf 12,82 Dollar ab.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, verlor 3,6% auf 206,00 Dollar. Glaubt man dem Magazin Forbes wird derzeit ein Krieg um die Vormacht im chinesischen Internet ausgetragen. Immerhin geht es dort um einen Markt mit über einer Milliarde potentieller Nutzer. Laut Fortune hat jetzt Alibaba, ein Geschäftspartner von Yahoo, und Betreiber von Online-Handelsplattformen einen Präventivangriff gegen seinen Rivalen Baidu.com ausgeübt. Alibaba streicht jetzt seine Anzeigenaufträge für die Baidu.com-Plattformen. Angeblich sind die Anzeigen dort wenig effektiv und bringen wenig Kunden, hieß es. Laut Fortune ist die Kündigung der Geschäftsbeziehung Alibabas Reaktion auf einen strategischen Schritt von Baidu.com. Der Suchmaschinenbetreiber startete bereits am Dienstag seine Handelsplattform Youa.com. Dort sollen Verbraucher - ähnlich wie bei Ebay - Waren handeln können. Damit konkurriert Baidu.com jetzt gegen die Alibaba-Tochter Taobao.com. Diese Verbraucherplattform hatte Ebay in China das Wasser abgegraben und im Reich der Mitte einen Marktanteil von rund 70%.
Zu den Lichtblicken der Onlinebranche zählte dagegen Akamai mit einem Tagesgewinn von 4,2% auf 14,38 Dollar. Der Spezialist für die Übermittlung von Videos und anderen Inhalten im Internet, hatte bereits gestern starke Quartalszahlen präsentiert.
Netflix gewann 8,7% auf 24,76 Dollar. Damit setzte die Online-Videothek ihre gestrige Rallye fort. Die Wall Street begeistert sich für einen - bereits gestern gemeldeten - Deal, den der Online-Dienstleister mit Tivo (Programmierbare TV-Rekorder) geschlossen hat. Danach können die US-Kunden der beiden Dienstleister Filme und TV-Shows aus dem Netflix-Angebot via Tivo-Geräte und -Netz direkt auf ihre TV-Geräte „streamen“. Tivo (heute plus 3,9% auf 6,86 Dollar) hat bereits einen ähnlichen Deal mit Amazon.com. „Dabei kann Netflix die Versandkosten für die DVDs einsparen“, lobt der Broker Wedbush Morgan Securities.
Die neue Rivalität setzte die Aktie von Amazon.com zeitweise unter Druck. Das Papier verlor vorübergehend knapp 3%, konnte aber in einem Schluss-Spurt einen Tagesgewinn von 0,9% auf 57,24 Dollar herausholen. Vielleicht hatten die Anleger dann die Zahlen der Beobachtungsfirma Comscore verdaut, die von einer Verlangsamung des E-Commerce-Wachstum in den USA berichtete. Der Dienstleister ermittelte für den September nur noch eine Zuwachsrate von 5% (August: 6%, Juli: 8%). Umso beeindruckender ist daher, dass Amazon.com im 3. Quartal in Nordamerika (USA, Kanada) ein Umsatzwachstum von 29% erzielte, also fast das fünffache. Der E-Commerce-Rivale Ebay verlor heute 0,8% auf 15,27 Dollar. Die Marktkapitalisierung von Ebay beträgt damit 19,5 Milliarden Dollar, die von Amazon.com 24,5 Milliarden Dollar.
Expedia verbilligte sich 6,3% auf 9,51 Dollar. Das Onlinereisebüro gab gestern einen enttäuschenden Ausblick. Die Citigroup degradierte das Papier von „Kaufen“ auf Halten“ und dampfte das Kursziel auf 12 Dollar ein (vorher: 29 Dollar). Die Bank of America korrigierte von „Kaufen“ auf „Neutral“ und schraubte das Kursziel von 19 Dollar auf 12 Dollar herunter.
Öl: In letzter Minute
Das Öl, das sich lange Zeit heute deutlich im Minus bewegte (zeitweise bei 64,28 Dollar), spurtete zum Schluss des Kontrakthandels plötzlich in die Höhe und schloss sich damit dem aufwärtsstrebenden Aktienmarkt an. Laut MarketWatch wurden im Schluss-Spurt Positionen zum Monatsultimo ausgeglichen. Der Crude-Kontrakt für Dezember gewann heute an der New York Mercantile Exchange 1,85 Dollar auf 67,81 Dollar. Im gesamten Oktober verlor der Energieträger allerdings 33%, das ist der höchste Monatsverlust seit die Öl-Kontrakte gehandelt werden, berichtete MarketWatch.
Gold: Edelmetall verpasst Aktienrallye
Das Gold verpasste die Rallye, die am Aktienmarkt bis zum Schluss des Goldhandels lief. Beobachter verweisen auf die Stärke des Dollars. Der Gold-Kontrakt für Dezember verlor heute 18 Dollar auf 720 Dollar, berichtet Briefing.com.
Ausblick: McCain oder Obama?
Montag:
16:00 Uhr Bauausgaben vom September plus ISM Einkaufsmanagerindex vom Oktober (Industrieentwicklung)
Quartalszahlen: Mastercard, Viacom (Medien: MTV)
Dienstag:
Die USA wählt einen neuen Präsidenten
16:00 Uhr Auftragseingänge der Industrie vom September
Quartalszahlen: Blue Nile (Onlinejuwelier), Nautilus (Fitness-Geräte)
Mittwoch:
Am frühen Morgen wird das Ergebnis der Präsidentschaftswahl erwartet. 16:00 ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen vom Oktober 16:35 Uhr Ölvorräte der Vorwoche
Quartalszahlen: Aqua America (Wasserversorger- und -entsorger), Cisco Systems (Netzwerkausrüster), Time Warner
Donnerstag:
14:30 Uhr Arbeitslosenmeldungen der Vorwoche plus Produktivität im 3. Quartal
Quartalszahlen: Fluor (Ingenieurs-Dienstleistungen), Playboy Enterprises, Priceline (Online-Reiseauktionator), Qualcomm (Handy-Technologien), The Nasdaq OMX Group (Börsenbetreiber), VeriSing (Sicherheits-Software), Walt Disney
Freitag:
14:30 Uhr US-Jobdaten vom Oktober (neue Arbeitsplätze, Arbeitslosenquote, Stundenlöhne), 16:00 Uhr Noch nicht abgeschlossene Eigenheimverkäufe
Quartalszahlen: Ford, Sprint Nextel (Telefon-Dienstleister)
Die heute kurz vor oder nach vor Börsenstart gemeldeten Konjunkturdaten - obwohl unschön - trugen daher eher zur Beruhigung bei: Im September stiegen die Einkommen der privaten Haushalte (also der Verbraucher) gegenüber dem Vormonat um 0.2 Prozent (Konsens: plus 0,1 Prozent,August: plus 0,4 Prozent). Die Ausgaben der privaten Haushalte (also der Konsum) schrumpften dagegen um 0,3 Prozent (Konsens: minus 0.2 Prozent, August: Stagnation). Wirklich überraschend war der Rückgang des Verbrauchs aber nicht, da er in den bereits gestern gemeldeten Rückgang der Verbraucherausgaben vom 3. Quartal enthalten waren.
Der Chicago Einkaufsmanagerindex, der die Industrieaktivität im Ballungsgebiet abbildet, brach im Oktober auf 37.8 ein (Konsens: 48.0 , September 56.7). Werte unter 50 bedeuten zwar, dass die Industrie schrumpft. Da der Index aber durch eine Umfrage ermittelt wird, handelt es sich um einen Stimmungsindikator - und dass die Stimmung in ein tiefes Loch gefallen ist, weiß man inzwischen.
Auftauende Kreditmärkte
Der Kursverfall war aber natürlich von der Angst getrieben: alles wird noch viel schlimmer. Tatsächlich mehren sich jetzt aber die Anzeichen, dass sich die Lage wieder bessert. Besonders wichtig: Die Kreditkrise, die die Weltwirtschaft derzeit bedroht und die Aktienkurse in den Keller schickte, entspannt sich. Das zeigen nicht nur die sinkenden Zinsen am Geldmarkt (am Londoner Interbankenmarkt fiel heute der Satz den fünfzehnten Tag in Folge), sondern auch bei Unternehmensanleihen (Commercial Papers). Der Zins für diese Commercial Papers sank heute auf den niedrigsten Stand seit 4 Jahren, berichtete Bloomberg.
Das bedeutet, das gegenseitige extreme Misstrauen unter den Banken - ausgelöst durch den Bankrott der Lehman Brothers - schmilzt weiter ab und ihre Bereitschaft, sich gegenseitig - und damit auch dem Rest der Wirtschaft - Geld zu leihen wächst. Damit dürfte auch die Geldversorgung der restlichen Wirtschaft wieder auftauen und die Kreditklemme (Credit Squeeze), die Handel und Wandel derzeit bremst, abschmelzen. Heute erklärte etwa JP Morgan, die größte US-Bank, die vor zwei Wochen 25 Milliarden Dollar Staatsgelder erhalten hatte, sie überprüfe ihre Immobilienkredite und zeigte sich bereit, Zinsen und Tilgungsraten ihrer Eigenheimschuldner zu senken. Wenn das Beispiel Schule macht - und dafür spricht die Entspannung an den Geldmärkten - sollte eine Erholung des angeschlagenen US-Eigenheimmarktes starten.
Konjunkturprogramm: Rohstoffverbilligung
Eine Entspannung gab es bereits an einer anderen Front, nämlich durch die inzwischen erfolgte drastische Korrektur bei den Rohstoffpreisen (der Benzinpreis etwa fiel in den USA von vorübergehend 5 Dollar wieder unter die 2,50 Dollar zurück). Der Preisrückgang bei Öl, Lebensmittel und Industriemetallen entlastet Verbraucher und Unternehmen und wirkt daher wie eine Steuersenkung -also als ein zusätzliches Konjunkturprogramm. General Motors erklärte am Mittwoche jedenfalls, man habe das Gefühl, der Boden des wirtschaftlichen Abschwung sei jetzt erreicht.
Kommende Woche fällt zumindest ein weiterer Belastungsfaktor weg, nämlich der nervende US-Wahlkampf. Egal wer gewinnt, die Börse hat einen Unsicherheitsfaktor weniger.
Beste Woche im Dow Jones seit 34 Jahren
Die Konsequenz: Der Dow Jones Industrial Average avancierte 1,57 Prozent auf 9.325 Punkte (am 10. Oktober wurde ein Zwischentief von 7.882 Punkte erreicht), der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 gewann 1,54 Prozent auf 968 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index verbesserte sich 1,32 Prozent auf 1.720 Punkte.
Vergleich zur Vorwoche
Dow plus 11,3% (beste Woche seit Oktober 1974)
S&P 500 plus 10,5%
Nasdaq plus 10,8%
Vergleich zum Monatstief (Quelle: Briefing.com):
Dow plus 18,5%
S&P 500 plus 15,5%
Nasdaq plus 15,2%
Oktober:
Dow minus 14%
S&P 500 minus 17%
Dow Jones Average: Verhinderte Hochzeiten?
Von den 30 Blue Chips des Dow landeten immerhin 21 im grünen Bereich, einer stagnierte (der Chemieriese DuPont).
Tops:
Die vier Spitzenplätze wurden von den Finanzkonzernen belegt, die damit den gesamten Dow Jones in die Höhe zogen. Ein Zeichen, dass die Kreditkrise an Schärfe verliert. Die Top-Lokomotive war JP Morgan mit einem Tagesplus von 9,7% auf 41,25 Dollar. Dabei half auch, dass das übrig gebliebene Aktienresearch der verblichenen Merrill Lynch die Gewinnschätzungen für den Bankriesen an hob. Platz 2 ging an die Bank of America (plus 6,1% auf 24,17 Dollar), Platz 3 American Express (plus 5,5% auf 27,50 Dollar) und Platz 4 an die Citigroup (plus % auf Dollar). Das beste Papier außerhalb des Finanzsektors war die Baumarktkette Home Depot, die 3,9% auf 23,59 Dollar zulegte.
Flops:
Der Flop des Dow war - wie könnte es auch anders sein - General Motors mit einem Tagesverlust von 4,6% auf 5,79 Dollar. Neben des Existenzkrise des Automarktes (die Absatzzahlen vom Oktober stehen an) belasten auch Spekulationen über ein Scheitern der angestrebten Fusion mit Chrysler. Angeblich verweigert das „Weiße Haus“ die dafür erwünschten Staatszuschüsse.
Der Telefonriese Verizon verlor 2,7% auf 29,67 Dollar. Dort stößt die angestrebte Firmenehe mit dem Handy-Dienstleister Alltel auf Widerstand.
S&P 500: Gewinne aus Macau
Tops:
Wynn Resorts explodierte 29,9% auf 60,40 Dollar. Der Casinobetreiber verdiente mehr als erwartet. Gewinne wurden vor allem in der konzerneigenen Spielbank von Macau erzielt.
Office Depot sprang 15,4% auf 3,60 Dollar. Gestern war der Wert bereits 49% explodiert. Das 52-Wochenhoch lag allerdings bei 20 Dollar. Der angeschlagene Bürowarenhändler will - wegen der schwachen Gesamtwirschaft - die Eröffnung neuer Läden hinausschieben. Die Wall Street jubelte anscheinend wegen der dadurch - zumindest kurzfristig - eingesparten Kosten.
Der Branchenkollege Staples setze ebenfalls seine gestrige Rallye (plus 16%) fort und gewann % auf Dollar. Der gestrige Ausblick des Büroausstatters auf die Zahlen des 3. Quartals fiel besser aus als von den Analysten erwartet. Der Broker Friedman Billings reagierte darauf und verbesserte den Dienstleister von „Underperform“ auf „Market Perform“.
Avon Products kletterte 10% auf 24,83 Dollar. Die Kosmetikaktie war gestern um 15 Prozent eingebrochen, weil der Beautykonzern die Gewinnerwartung der Wall Street verfehlte und schlechtere Gewinnmargen ankündigte. Heute spendete Morgan Stanley Trost und wertete das Konsumpapier von „Gleichgewichten“ auf „Übergewichten“ auf, mit einem Kursziel von 40 Dollar. Die Aktie ist günstig bewertet, hieß es.
Best Buy verteuerte sich 9,2% auf 26,88 Dollar. JP Morgan hob die Elektronikkette von „Untergewichten“ auf „Neutral“. Das Schlimmste sei jetzt eingepreist, hieß es
Die Aktien des Lebensversicherers Hartford Financial gewannen 7,3% auf 10,32 Dollar. (Gestern allerdings minus 52%) Damit ignorierte die Wall Street ein spätes Analystenurteil, das dem derzeit angesagten Pessimismus folgte. Die Bank of America degradierte den Assekuranz-Titel heute von „Kaufen“ auf „Neutral“ und kappte das Kursziel auf 11 Dollar (vorher: 32 Dollar). Das Gefühl von Furcht und Risiko würde oft zur Realität, klagte die Bank.
Die US-Airlines profitierten wieder vom niedrigen Ölpreis - obwohl der Crude-Kontrakt kurz vor Schluss in Plus hüpfte. Continental Airlines sprang um 11,7% auf 18,92 Dollar, US Airways kletterte 8,7% auf 10,14 Dollar und AMR, die Mutter der American Airways, gewann 11% auf 10,21 Dollar.
Flops:
Carnival Corp. sank 11,5% auf 25,40 Dollar. Der Betreiber von Kreuzfahrtschiffen suspendierte die Dividende für das erste Quartal des Geschäftsjahres. Man wolle Geld für unsichere Zeiten beiseite legen, hieß es.
Aetna verlor 4,1% auf 24,87 Dollar. Die Krankenkasse war heute an der Wall Street - wie die gesamte Branche - massiv unter Druck geraten, und konnte - im Gegensatz zu den Rivalen - nur einen Teil der Verluste wieder aufholen. Anscheinend gab es - wegen der Finanzkrise - eine Spekulationswelle gegen die Krankenkassen.
Burger King verbilligte sich 1,8% auf 19,88 Dollar. Die Hamburgerkette verpasste die Gewinnerwartung der Analysten um 1 Cent.
Nasdaq: Vernachlässigte Riesen
Die Nasdaq lebte heute von den Kursgewinnen der Kleinen. Die Technologieschwergewichte dagegen, die im Nasdaq 100 erfasst werden, wurden heute weitgehend vernachlässigt. Im dem Auswahlindex gab es nur ein homöopathische Plus von 0,06%.
Dazu trug auch Intel bei, die 0,9% auf 16,03 Dollar abgaben. Der Technologieriese hatte in einer Pflichtmitteilung pflichtgemäß darauf hingewiesen, dass sein Geschäft möglicherweise darunter leiden könnte, dass - wegen der Kreditkrise - vielleicht die Nachfrage nach seinen Chips beeinträchtigt wird oder gar einer der wichtigsten Zulieferer bankrott gehen könnte. Anscheinend sah sich da der eine oder andere Fonds verpflichtet, zu verkaufen. Der Speicherchip-Titel SanDisk kletterte dagegen 9,2% auf 8,89 Dollar. Vor kurzem war das Papier eingeborchen, weil die Koreaner Samsung ihr (von SanDisk zurückgewiesenes) Übernahmeangebot zurückzogen. Vielleicht lebte die Fantasie aber wieder auf.
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, avancierte 1,9% auf 239,47 Punkte.
Schlimm erwischte es Sun Microsystems mit minus 13% auf 4,60 Dollar. Der Server-King meldete gestern schrumpfende Umsätze (minus 7% gegenüber Vorjahr) und verweigerte wegen der vergrößerten konjunkturellen Unsicherheit einen Ausblick.
Wenig Hilfestellung leistete der Softwarebereich: Microsoft setze die gestrige Schwäche (minus 1,6%) fort und verlor heute 1,3% auf 22,33 Dollar. Vielleicht brauchte ein Hedgefonds Geld und verkaufte Microsoft um die Auszahlungswünsche seiner Anleger zu bedienen.
Der SAP-Rivale Oracle bröckelte 0,2% auf 18,29 Dollar. Der Broker JMP Securities stutze den Software-Titel von „Market Outperform“ auf „Market Perform“ zurück. „Die Geschäfte laufen dort schlechter als erwartet“, hieß es dort zur Begründung. Vor allem das sogenannte „Applications Business“ generiere wegen der Wirtschaftsschwäche weniger Lizenz-Einnahmen als erhofft, behauptete JMP.
Electronic Arts brach 17,9% auf 22,78 Dollar ein. Der Hersteller von PC-Spielen gab einen schwachen Ausblick auf den Gewinn im laufenden Weihnachtsquartal ab. Die Deutsche Bank, die an ihrer Verkaufsempfehlung festhält, schraubte heute ihre Kursziel auf 19 Dollar herunter (vorher: 26 Dollar). Goldman Sachs bleibt zwar bei seiner Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel auf 36 Dollar (vorher: 40 Dollar). Der Broker Kaufman Brothers sieht dagegen die Kursschwäche als Kaufgelegenheit.
Apple verlor nachrichtenlos 3,1% auf 107,59 Dollar. Damit wurde die Rallye der Vortage (binnen 2 Tage plus 20%) wieder abgebrochen. Ein Broker hatte am Mittwoch die Spekulationen auf ein deftiges Aktienrückkaufsprogramm entfacht. Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, sprintete dagegen 6,4% auf 50,43 Dollar. Im August hatte das Papier allerdings noch 130 Doll gekostet.
Internet: Kampf um China
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets schienen noch unter dem Konjunkturpessimismus zu leiden. Die ohnehin schon seit geraumen vernachlässigte Aktie von Google bröckelte 0,09% auf 359,36 Dollar. Der von dem Onlineriesen angestrebte Werbedeal mit Yahoo droht zu platzen, meldete das Wall Street Journal.Danach fordert das für die Genehmigung zuständige US-Justizministerium zu viele Kompromisse - um den Wettbewerb zu schützen. Dazu seien aber beide Dienstleister nicht bereit, heißt es. Yahoo gab 0,9% auf 12,82 Dollar ab.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, verlor 3,6% auf 206,00 Dollar. Glaubt man dem Magazin Forbes wird derzeit ein Krieg um die Vormacht im chinesischen Internet ausgetragen. Immerhin geht es dort um einen Markt mit über einer Milliarde potentieller Nutzer. Laut Fortune hat jetzt Alibaba, ein Geschäftspartner von Yahoo, und Betreiber von Online-Handelsplattformen einen Präventivangriff gegen seinen Rivalen Baidu.com ausgeübt. Alibaba streicht jetzt seine Anzeigenaufträge für die Baidu.com-Plattformen. Angeblich sind die Anzeigen dort wenig effektiv und bringen wenig Kunden, hieß es. Laut Fortune ist die Kündigung der Geschäftsbeziehung Alibabas Reaktion auf einen strategischen Schritt von Baidu.com. Der Suchmaschinenbetreiber startete bereits am Dienstag seine Handelsplattform Youa.com. Dort sollen Verbraucher - ähnlich wie bei Ebay - Waren handeln können. Damit konkurriert Baidu.com jetzt gegen die Alibaba-Tochter Taobao.com. Diese Verbraucherplattform hatte Ebay in China das Wasser abgegraben und im Reich der Mitte einen Marktanteil von rund 70%.
Zu den Lichtblicken der Onlinebranche zählte dagegen Akamai mit einem Tagesgewinn von 4,2% auf 14,38 Dollar. Der Spezialist für die Übermittlung von Videos und anderen Inhalten im Internet, hatte bereits gestern starke Quartalszahlen präsentiert.
Netflix gewann 8,7% auf 24,76 Dollar. Damit setzte die Online-Videothek ihre gestrige Rallye fort. Die Wall Street begeistert sich für einen - bereits gestern gemeldeten - Deal, den der Online-Dienstleister mit Tivo (Programmierbare TV-Rekorder) geschlossen hat. Danach können die US-Kunden der beiden Dienstleister Filme und TV-Shows aus dem Netflix-Angebot via Tivo-Geräte und -Netz direkt auf ihre TV-Geräte „streamen“. Tivo (heute plus 3,9% auf 6,86 Dollar) hat bereits einen ähnlichen Deal mit Amazon.com. „Dabei kann Netflix die Versandkosten für die DVDs einsparen“, lobt der Broker Wedbush Morgan Securities.
Die neue Rivalität setzte die Aktie von Amazon.com zeitweise unter Druck. Das Papier verlor vorübergehend knapp 3%, konnte aber in einem Schluss-Spurt einen Tagesgewinn von 0,9% auf 57,24 Dollar herausholen. Vielleicht hatten die Anleger dann die Zahlen der Beobachtungsfirma Comscore verdaut, die von einer Verlangsamung des E-Commerce-Wachstum in den USA berichtete. Der Dienstleister ermittelte für den September nur noch eine Zuwachsrate von 5% (August: 6%, Juli: 8%). Umso beeindruckender ist daher, dass Amazon.com im 3. Quartal in Nordamerika (USA, Kanada) ein Umsatzwachstum von 29% erzielte, also fast das fünffache. Der E-Commerce-Rivale Ebay verlor heute 0,8% auf 15,27 Dollar. Die Marktkapitalisierung von Ebay beträgt damit 19,5 Milliarden Dollar, die von Amazon.com 24,5 Milliarden Dollar.
Expedia verbilligte sich 6,3% auf 9,51 Dollar. Das Onlinereisebüro gab gestern einen enttäuschenden Ausblick. Die Citigroup degradierte das Papier von „Kaufen“ auf Halten“ und dampfte das Kursziel auf 12 Dollar ein (vorher: 29 Dollar). Die Bank of America korrigierte von „Kaufen“ auf „Neutral“ und schraubte das Kursziel von 19 Dollar auf 12 Dollar herunter.
Öl: In letzter Minute
Das Öl, das sich lange Zeit heute deutlich im Minus bewegte (zeitweise bei 64,28 Dollar), spurtete zum Schluss des Kontrakthandels plötzlich in die Höhe und schloss sich damit dem aufwärtsstrebenden Aktienmarkt an. Laut MarketWatch wurden im Schluss-Spurt Positionen zum Monatsultimo ausgeglichen. Der Crude-Kontrakt für Dezember gewann heute an der New York Mercantile Exchange 1,85 Dollar auf 67,81 Dollar. Im gesamten Oktober verlor der Energieträger allerdings 33%, das ist der höchste Monatsverlust seit die Öl-Kontrakte gehandelt werden, berichtete MarketWatch.
Gold: Edelmetall verpasst Aktienrallye
Das Gold verpasste die Rallye, die am Aktienmarkt bis zum Schluss des Goldhandels lief. Beobachter verweisen auf die Stärke des Dollars. Der Gold-Kontrakt für Dezember verlor heute 18 Dollar auf 720 Dollar, berichtet Briefing.com.
Ausblick: McCain oder Obama?
Montag:
16:00 Uhr Bauausgaben vom September plus ISM Einkaufsmanagerindex vom Oktober (Industrieentwicklung)
Quartalszahlen: Mastercard, Viacom (Medien: MTV)
Dienstag:
Die USA wählt einen neuen Präsidenten
16:00 Uhr Auftragseingänge der Industrie vom September
Quartalszahlen: Blue Nile (Onlinejuwelier), Nautilus (Fitness-Geräte)
Mittwoch:
Am frühen Morgen wird das Ergebnis der Präsidentschaftswahl erwartet. 16:00 ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen vom Oktober 16:35 Uhr Ölvorräte der Vorwoche
Quartalszahlen: Aqua America (Wasserversorger- und -entsorger), Cisco Systems (Netzwerkausrüster), Time Warner
Donnerstag:
14:30 Uhr Arbeitslosenmeldungen der Vorwoche plus Produktivität im 3. Quartal
Quartalszahlen: Fluor (Ingenieurs-Dienstleistungen), Playboy Enterprises, Priceline (Online-Reiseauktionator), Qualcomm (Handy-Technologien), The Nasdaq OMX Group (Börsenbetreiber), VeriSing (Sicherheits-Software), Walt Disney
Freitag:
14:30 Uhr US-Jobdaten vom Oktober (neue Arbeitsplätze, Arbeitslosenquote, Stundenlöhne), 16:00 Uhr Noch nicht abgeschlossene Eigenheimverkäufe
Quartalszahlen: Ford, Sprint Nextel (Telefon-Dienstleister)
(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Maier Gerhard, Redakteur)
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