New York (BoerseGo.de) - Kaum war Barack Obama gewählt, da schrieb er schon Geschichte, Börsengeschichte jedenfalls. Gestern erlitt die Wall Street den schärfsten Kurseinbruch an einem Nachwahltag (minus 5,1 Prozent). Heute setzte sich der Kursrutsch im gleichen Tempo fort. Der bislang stärkste Nachwahl-Kurseinbruch des Dow (minus 4,5 Prozent) geschah nach dem Sieg von Franklin Delano Roosevelt (ebenfalls Demokraten) 1932, also während der großen Depression. Der Wahlsieg von Barack Obama ist der Wall Street offenbar schlecht bekommen. Zählt man den gestrigen Kursrutsch mit, verlor der repräsentative S&P 500 10,2 Prozent - der schlimmste 2-Tages-Einbruch seit dem Crash von 1987, berichtet der Infodienst Bespoke. Angesichts der Euphorie in den Medien über den Wahlsieg von Obama hätte man etwas anderes erwarten können als dieses Debakel.
Mehr Steuern und weniger Welthandel?
Wall Street Journal, Financial Times und die New York Post hatten allerdings schon vorher gewarnt. Die Blätter sahen während des Wahlkampfs einen Zusammenhang mit dem wachsenden Umfragevorsprung Obamas und den Salami-Crash an den Weltbörsen.“Obamanomics - also die ökonomische Strategie Obamas - ist ein Rezept für Rezession“, titelte das einflussreiche Wall Street Journal . Das Blatt verwies auf die Steuererhöhungspläne des designierten US-Präsidenten. Hohe Steuern sind grundsätzlich Gift für die Wirtschaft - und damit auch für die Börse.
Nicht nur das Wall Street Journal, sondern auch die Financial Times befürchtete - für den Fall, dass Obama gewinnt - eine protektionistische Außenhandelspolitik (zum Schutz der US-Industrie), die zunächst die Exporte Europas und Asiens gefährdet. Wenn diese sich wehren und - etwa mit Zollanhebungen zurückschlagen - würden damit der freien Welthandel und letztlich auch die US-Exporte gefährdet.
Als Gewinner der Wahl gelten - nach Ansicht vieler Beobachter - auch die Gewerkschaften. Deren Macht würde gestärkt, zu Lasten der Unternehmen, die höhere Löhne zahlen müssten und an Flexibilität verlieren, heißt es.
Konjunkturmeldungen füttern Rezessionsängste
Der Fairness halber muss man natürlich erwähnen, dass die Konjunkturdaten gestern und heute wieder „krottenschlecht“ ausfielen. Allerdings geschah in der vergangenen Woche dasselbe und die Wall Street antwortete mit der stärksten Rallye seit 34 Jahren. Neu ist seit Dienstag lediglich, dass die Börse jetzt genau weiß, mit wem es sie tun hat.
Die - wie jeden Donnerstag gemeldeten - wöchentlichen Arbeitslosenmeldungen veränderten sich auf 481.000 (die Vorwoche wurde auf 485.000 revidiert von ursprünglich gemeldet 477.000, Konsenserwartung: 475.000). Die Wall Street wurde aber vor allem der Angst vor den morgigen Jobdaten beherrscht. Befürchtet wird, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Oktober deftig eingebrochen ist (minus 200.000) und die Arbeitslosenquote stieg.
Wenig Beachtung fand die Wachstumsrate der Produktivität der US-Wirtschaft, die im 3. Quartal auf plus 1,1 Prozent zurückging (2. Quartal: plus 3,6 Prozent, Konsens: plus 0,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich wuchs diese Größe um 2,3 Prozent und blieb damit im langfristigen Trend (ungefähr plus 2 Prozent).
Sorgen bereiteten vor allem die heutigen Verkaufszahlen der US-Einzelhändler. Bei vielen Kaufhäusern und Ladenketten brachen die Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) zweistellig ein und stärker als erwartet. Der bereits gestern gemeldete Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungen war - ebenfalls im Oktober - tief unter die 50-Porzent-Marke gesunken und stärkte ebenfalls die Befürchtung, die USA sei inzwischen in die Rezession gerutscht. Dazu trugen auch die Unternehmen bei, die ihre - meist recht soliden Quartalszahlen - mit Ausblick garnierten, die in düsteren konjunkturellen Farben gemalt waren, heute Nacht etwa der Technologieriese Cisco.
Ein Quantum Hoffnung
Die heutigen Zinssenkungen in Europa konnten die Stimmung nicht verbessern. Im Gegenteil, sie wurden als ein Eingeständnis gewertet, die Lage sei schlimmer als befürchtet. Die Bank of England überraschte mit einer massiven Zinssenkung, nämlich von 4,5 Prozent auf 3 Prozent. Die EZB folgte und kappte ihren Zins von 3,75 Prozent auf 3,25 Prozent, blieb damit aber im Rahmen der Erwartungen. Beide Notenbanken garnierten ihre Schritte mit skeptischen Äußerungen zur europäischen Konjunktur.
Dass die Zinssenkungsrunden - in Verbindung mit den Rettungspaketen für das Finanzwesen - doch nicht völlig vergeblich sind, zeigte sich an an den Kreditmärkten: Dort hält das Tauwetter an. Am Londoner Interbankenmarkt sank der Dreimonatssatz (Libor) heute auf 2,39 Prozent. Im Oktober wurden noch 4,82% bezahlt. Heute ist der 19. Tag in Folge mit sinkenden Geldmarktzinsen, meldet Bloomberg. Zugleich wurde damit der niedrigste Zinssatz seit November 2004 erreicht, berichtet Bloomberg unter Berufung auf den Branchenverband British Bankers' Association.
Die Entspannung führte dazu, dass der sogenannte Ted Spread auf 2,01 sank (Gestern 2,07, Oktober-Spitze 4,63). Diese Größe misst den Abstand zwischen den Zinsen für Interbankredite und der Rendite für risikofreie Staatspapiere und ist daher ein Indikator für das Risiko von Krediten an andere Banken: Je höher das Risiko, desto höher der Spread und umgekehrt.
Die Rate für 30-jährige Hypotheken sank in den USA auf 6,20 Prozent (Vorwoche: 6,46 Prozent), berichtete der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Freddie Mac. Damit ist diese Baufinanzierung wieder etwas günstiger als im Vorjahr (6,24 Prozent).
Der Aktienmarkt nahm davon aber wenig Kenntnis und teilte heute das Verliererschicksal mit McCain: Der Dow Jones Industrial Average verlor 4,9 Prozent auf 8.695 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 rutschte 5 Prozent auf 904 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index sank 4,3 Prozent auf 1.608 Punkte.
Dow Jones Average: Verräterische Farbe
Die Farbe rot kennzeichnet im politischen Spektrum den linken Flügel („Der Osten ist rot“, hieß es einst), heute kennzeichnete die verräterische Farbe den gesamten Dow Jones. Kein einziger der 30 Blue Chips konnte sich in den grünen Bereich retten.
Tops: Fehlanzeige
Am glimpflichsten kam Coca Cola davon: Minus 0,5% auf 44,49 Dollar. Das Getränk hat die Weltwirtschaftskrise und 2 Weltkriege überlebt, da dürfte es auch die aktuelle Situation überstehen.
Gut weg kam auch der Haushaltswarenriese Procter & Gamble (Ariel, Gillette, Pampers, Wella) davon: Minus 0,7% auf 63,35 Dollar. Die genannten Haushaltswaren braucht man wohl auch in einer Rezession.
Wal-Mart verlor 1,2% auf 53,49 Dollar. Der Einzelhandelsgigant zählte zu den wenigen Händler, die besser abschnitten als erwartet. Sein Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) stiegen um 2,4%, Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 1% gerechnet.
Flops:
Der Flop des Tages war - wie sollte es auch anders sein - General Motors mit minus 13,7% auf 4,80 Dollar. Ein Kommentar erübrigt sich.
Der Aluminiumriese Alcoa war kaum besser und trudelte 13% auf 10,26 Dollar. Die fallenden Rohstoffpreise forderten wieder ihren Tribut.
S&P 500: Wird jetzt auch an der Milch wird gespart?
Tops:
Zu den wenigen Lichtblicken des Tages zählten einige Eigenheimbauer: Pulte Homes gewann 1,3% auf 10,80 Dollar und DR Horton sprang 7,5% auf 7,32 Dollar. Dort half möglicherweise das Tauwetter an der Kreditmärkten, vor allem der abbröckelnde Hypothekenzins
Whole Foods avancierte 1,7% auf 10,48 Dollar. Die Ladenkette für organische Lebensmittel (Naturkost oder Biofood) wurde beim Broker Jefferies & Co von „Underperform“ auf „Halten“ verbessert und das Kursziel von 9,50 Dollar auf 11 Dollar.
Flops:
Goldman Sachs verlor 7,7% auf 80,72 Dollar. Ein Kommentator behauptete auf dem TV-Kanal CNBC die Ex-Investmentbank weise bald den ersten Quartalsbank aus seit sie an der Börse gehandelt wird. Der Rivale Morgan Stanley gab 9,8% auf 15,39 Dollar ab.
Blackstone Group taumelte 12,2% auf 7,55 Dollar. Die Private Equitiy Group, eine der sogenannten Heuschrecken, meldete einen hohen Verlust im dritten Quartal und machte dafür die Kreditkrise verantwortlich.
Die Kohlemine Cons. Energy litt unter den fallenden Kohlepreisen, Konsequenz: minus 20%.
Dean Foods - der größte Milchproduzent in den USA - verbilligte sich um 9,3% auf 15,44 Dollar. Der Broker Lazard Capital Markets startete heute seine offizielle Beobachtung des Konsum-Titels mit einer Verkaufsempfehlung. Der Lebensmittelhersteller habe nur geringe Wachstumsaussichten solange die Amerikaner zwar Milchprodukte wie Käse oder Yoghurt konsumieren aber nur selten flüssige Milch. Außerdem befürchtet der Broker, dass die Konsumenten wegen den Kursschwankungen an den Aktienmärkten Markenprodukte verschmähen und stattdessen Billigerzeugnisse kaufen.
Verschiedene Einzelhandelswerte standen unter Druck, weil ihre Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) zweistellig einbrachen und stärker als erwartet. Die Fashionkette Nordstrom verlor 4,9%, besonders hart traf es den Discounthändler Big Lots, der um 26% einbrach.
Nasdaq: Kein Geld für iPhones?
Die Technologieaktien, die das Geschehen an der Nasdaq dominieren, litten heute vor allem unter Cisco. Der Riese unter den Netzwerkausrüstern übertraf im Rahmen seiner Quartalszahlen zwar die Gewinnerwartungen der Wall Street. Wegen der schwachen Konjunktur malte das Management die nahe Zukunft aber in den schwärzesten Tönen - und verdarb damit die Stimmung für alles was auf den Namen Technologie hört.
Bemerkenswert ist aber, dass Cisco selbst mit einem Verlust von „nur“ 2,6% auf 16,94 Dollar wesentlich besser abschnitt als der Gesamtmarkt. Dazu trugen wohl die Broker bei. Keiner senkte sein Anlageurteil (Rating), lediglich die Kursziele wurden etwas beschnitten.
„Der Ausblick klingt nach Rezession“, kommentierte der Broker Morgan Keegan, bleibt aber bei der Einschätzung „Outperform“. Der Broker verwies auf die hohen Kassenbestände des Technologiekonzerns. Damit könne der Marktführer die Wirtschaftsschwäche nutzen und kleinere Rivalen jetzt billig aufkaufen. Außerdem könne Cisco damit in Forschung & Entwicklung investieren und Marktanteile gewinnen.
Der Broker Piper Jaffray bekräftigte die Kaufempfehlung, kappt aber das Kursziel von 24 Dollar auf 21 Dollar.
Der Broker RBC Capital Markets kürzte sein Kursziel von 25 Dollar auf 20 Dollar.
Der Broker Baird senkte das Technologiepapier von 26 Dollar auf 17 Dollar.
Barclacy Capital Research bleibt bei „Gleichgewichten“.
Der Halbleiter-King Intel litt dagegen unter dem negativen Branchenausblick von Cisco und verlor 7,9% auf 13,87 Dollar. Dazu trug auch AmericanTech Research bei. Der Broker senkte sein Kursziel um einen Dollar auf 18 Dollar. Der Halbleiterriese zeige in zwar in einigen Bereichen Stärke (etwa beim Verkauf seines Atom-Chips und den optimierten Brutto-Gewinnmargen), man glaube aber nicht, dass sich der Technoligie-Gigant der konjunkturell bedingten Absatzschwäche auf dem PC-Markt entziehen kann. Daher kürzte AmericanTech die Umsatzschätzung für das 4. Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 10,217 Milliarden Dollar (Konsens: 10,436 Milliarden Dollar).
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, verlor 7,1% auf 219,44 Punkte.
Betroffen war auch der Softwarebereich: Microsoft gab 5,4% auf 20,88 Dollar ab.
Apple rutschte 4% auf 99,10 Dollar. Dort äußern sich die Analysten zunehmend skeptisch über das Weihnachtsgeschäft bei den relativ teuren iPhones. Allgemein wird auf den sich abkühlenden Konsum verwiesen. Der Broker BMO kürzte heute seine Gewinnschätzung und erwartete iPhone-Verkaufszahlen, bleibt aber bei der Einschätzung „Outperform“ und Kursziel 120 Dollar.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, brach 9,5% auf 47,96 Dollar ein.
Internet: Rückfall in alte Gewohnheiten
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets zählten ebenfalls zu den Verlierern. Google sank 3,2% auf 331,22 Dollar. Befürchtet wird, dass auch der Suchmaschinenkönig weniger Werbeeinnahmen einsammelt.
Yahoo bröckelte 0,5% auf 13,85 Dollar. Gestern war der mit Google angestrebte Werbedeal am Widerstand der US-Wettbewerbsbehörde gescheitert. Heute erklärte CEO Jerry Yang, ein Deal mit Microsoft sei die beste Strategie für Yahoo. Beides heizte wieder mal die Übernahmefantasie an, zumindest ein bißchen.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, gab 3,5% auf 209,66 Dollar. Das am Wochenanfang verkündete Aktienrückkaufsprogramm zeigt heute wenig Wirkung. Der Infodienst Pacific Epoch meldete heute, dass Baidu.com - im Kampf um die Vorherrschaft auf dem chinesischen Markt - einen neuen Schachzug gegen seinen Herausforderer Googel ansetzt. Danach planen die Chinesen den Onlinewerberträger Ganji.com zu kaufen. Derzeit ist Ganji.com ein Geschäftspartner von Google. Beide betreiben zusammen ein Joint Venture namens Beijing Gu Xiang Information Technology, das im Juli 2007 die Lizenz als Internets-Inhaltsanbieter in China erhielt.
Amazon.com stürzte 9,2% auf 47,22 Dollar. Der E-Commerce-Titel litt nicht nur unter den Rezessionsängsten und den schwachen Einzelhandelszahlen, sondern auch unter einem skeptischen Analystenkommentar. Ausgerechnet Analyst Mark Mahaney von der Citigroup, vor kurzem noch ein Amazon-Bulle, degradierte den E-Commerce-Pionier von „Kaufen“ auf „Halten“. Gleichzeitig hob der Analyst aber sein Kursziel von 52 Dollar 60 Dollar.
Eine bereits schon verpuffte vorübergehende Rallye, die der Internetaktie zeitweise - seit den Ergebnissen des 3. Quartals - einen Kursgewinn von 36 Prozent einbrachte, sei ungerechtfertigt, glaubt Mahaney. Der vorübergehende Kursgewinn sei von dem überraschend starken Umsatzwachstum im 3. Quartal (plus 31 Prozent) und von dem Enthusiasmus über den Verkauf des E-Book-Readers Kindle (die in den USA sehr populäre Talkshow-Masterin Oprah hatte das Gerät im Oktober empfohlen) angefacht worden. Der Analyst verwies aber auf die negativen Kommentare, die andere E-Commerce-Firmen, wie etwa Expedia (Online-Reisebüro) oder Blue Nile (Online-Juwelier) zum Onlinehandel abgaben. Daher sei die Konsens-Gewinnschätzung der Wall Street Analysten für Amazon.com gefährdet. Mahaney begründete seine Kurszielanhebung um 8 Dollar damit, dass er sein Bewertungsmodell jetzt von 2009 auf eine Prognose für 2010 umgestellt hat. Vorerst fühle er sich aber mit der Aktie wohler, wenn das Papier auf 43 Dollar fällt, das 13-fache der von ihm für 2010 erwarteten frei verfügbarer Einnahmen (free cash flow). Für Mahaney bedeutet die Herabstufung einen Rückfall in alte Gewohnheiten. Er hatte seine Karriere bei der Citigroup mit einer Verkaufsempfehlung auf Amazon.com gestartet (damals 40 Dollar) und damit die damalige Rallye auf 100 Dollar verpasst. Bereits zuvor bei Legg Mason war der heutige Citi-Anylst ein Amazon-Bär gewesen.
Bereits gestern hatte der Broker Piper Jaffray seine Gewinnschätzung für das laufende Quartal auf 32 Cents je Aktie gekappt (Konsens: 44 Cents). Der Broker befürchtet, dass die Konsumschwäche zu Discounts zwingt, die auf Kosten der Gewinnmarge gehen. Der Broker bekräftigte seine Einschätzung „Neutral“ und das Kursziel 45 Dollar.
Der Rivale Ebay sank 5,2% auf 13,96 Dollar.
Öl: Im Schatten der Rezessionsangst
Das Öl bewegt sich seit Wochen fast im Gleichschritt wie der Aktienmarkt, so auch heute. Beide leiden unter der Rezessionsangst. Der Crude-Kontrakt für Dezember verlor heute an der New York Mercantile Exchange 4,53 Dollar auf 60,77 Dollar, berichtete MarketWatch.
Gold: Im Gleichschritt mit den anderen Vermögensklassen
Wegen der Rezessionsangst wird alles verkauft, also auch das Gold. Belastend wirkte auch der starke Dollar. Der Gold-Kontrakt für Dezember verlor heute 10,20 Dollar auf 732,20 Dollar, berichtet Briefing.com.
Mehr Steuern und weniger Welthandel?
Wall Street Journal, Financial Times und die New York Post hatten allerdings schon vorher gewarnt. Die Blätter sahen während des Wahlkampfs einen Zusammenhang mit dem wachsenden Umfragevorsprung Obamas und den Salami-Crash an den Weltbörsen.“Obamanomics - also die ökonomische Strategie Obamas - ist ein Rezept für Rezession“, titelte das einflussreiche Wall Street Journal . Das Blatt verwies auf die Steuererhöhungspläne des designierten US-Präsidenten. Hohe Steuern sind grundsätzlich Gift für die Wirtschaft - und damit auch für die Börse.
Nicht nur das Wall Street Journal, sondern auch die Financial Times befürchtete - für den Fall, dass Obama gewinnt - eine protektionistische Außenhandelspolitik (zum Schutz der US-Industrie), die zunächst die Exporte Europas und Asiens gefährdet. Wenn diese sich wehren und - etwa mit Zollanhebungen zurückschlagen - würden damit der freien Welthandel und letztlich auch die US-Exporte gefährdet.
Als Gewinner der Wahl gelten - nach Ansicht vieler Beobachter - auch die Gewerkschaften. Deren Macht würde gestärkt, zu Lasten der Unternehmen, die höhere Löhne zahlen müssten und an Flexibilität verlieren, heißt es.
Konjunkturmeldungen füttern Rezessionsängste
Der Fairness halber muss man natürlich erwähnen, dass die Konjunkturdaten gestern und heute wieder „krottenschlecht“ ausfielen. Allerdings geschah in der vergangenen Woche dasselbe und die Wall Street antwortete mit der stärksten Rallye seit 34 Jahren. Neu ist seit Dienstag lediglich, dass die Börse jetzt genau weiß, mit wem es sie tun hat.
Die - wie jeden Donnerstag gemeldeten - wöchentlichen Arbeitslosenmeldungen veränderten sich auf 481.000 (die Vorwoche wurde auf 485.000 revidiert von ursprünglich gemeldet 477.000, Konsenserwartung: 475.000). Die Wall Street wurde aber vor allem der Angst vor den morgigen Jobdaten beherrscht. Befürchtet wird, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Oktober deftig eingebrochen ist (minus 200.000) und die Arbeitslosenquote stieg.
Wenig Beachtung fand die Wachstumsrate der Produktivität der US-Wirtschaft, die im 3. Quartal auf plus 1,1 Prozent zurückging (2. Quartal: plus 3,6 Prozent, Konsens: plus 0,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich wuchs diese Größe um 2,3 Prozent und blieb damit im langfristigen Trend (ungefähr plus 2 Prozent).
Sorgen bereiteten vor allem die heutigen Verkaufszahlen der US-Einzelhändler. Bei vielen Kaufhäusern und Ladenketten brachen die Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) zweistellig ein und stärker als erwartet. Der bereits gestern gemeldete Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungen war - ebenfalls im Oktober - tief unter die 50-Porzent-Marke gesunken und stärkte ebenfalls die Befürchtung, die USA sei inzwischen in die Rezession gerutscht. Dazu trugen auch die Unternehmen bei, die ihre - meist recht soliden Quartalszahlen - mit Ausblick garnierten, die in düsteren konjunkturellen Farben gemalt waren, heute Nacht etwa der Technologieriese Cisco.
Ein Quantum Hoffnung
Die heutigen Zinssenkungen in Europa konnten die Stimmung nicht verbessern. Im Gegenteil, sie wurden als ein Eingeständnis gewertet, die Lage sei schlimmer als befürchtet. Die Bank of England überraschte mit einer massiven Zinssenkung, nämlich von 4,5 Prozent auf 3 Prozent. Die EZB folgte und kappte ihren Zins von 3,75 Prozent auf 3,25 Prozent, blieb damit aber im Rahmen der Erwartungen. Beide Notenbanken garnierten ihre Schritte mit skeptischen Äußerungen zur europäischen Konjunktur.
Dass die Zinssenkungsrunden - in Verbindung mit den Rettungspaketen für das Finanzwesen - doch nicht völlig vergeblich sind, zeigte sich an an den Kreditmärkten: Dort hält das Tauwetter an. Am Londoner Interbankenmarkt sank der Dreimonatssatz (Libor) heute auf 2,39 Prozent. Im Oktober wurden noch 4,82% bezahlt. Heute ist der 19. Tag in Folge mit sinkenden Geldmarktzinsen, meldet Bloomberg. Zugleich wurde damit der niedrigste Zinssatz seit November 2004 erreicht, berichtet Bloomberg unter Berufung auf den Branchenverband British Bankers' Association.
Die Entspannung führte dazu, dass der sogenannte Ted Spread auf 2,01 sank (Gestern 2,07, Oktober-Spitze 4,63). Diese Größe misst den Abstand zwischen den Zinsen für Interbankredite und der Rendite für risikofreie Staatspapiere und ist daher ein Indikator für das Risiko von Krediten an andere Banken: Je höher das Risiko, desto höher der Spread und umgekehrt.
Die Rate für 30-jährige Hypotheken sank in den USA auf 6,20 Prozent (Vorwoche: 6,46 Prozent), berichtete der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Freddie Mac. Damit ist diese Baufinanzierung wieder etwas günstiger als im Vorjahr (6,24 Prozent).
Der Aktienmarkt nahm davon aber wenig Kenntnis und teilte heute das Verliererschicksal mit McCain: Der Dow Jones Industrial Average verlor 4,9 Prozent auf 8.695 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 rutschte 5 Prozent auf 904 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index sank 4,3 Prozent auf 1.608 Punkte.
Dow Jones Average: Verräterische Farbe
Die Farbe rot kennzeichnet im politischen Spektrum den linken Flügel („Der Osten ist rot“, hieß es einst), heute kennzeichnete die verräterische Farbe den gesamten Dow Jones. Kein einziger der 30 Blue Chips konnte sich in den grünen Bereich retten.
Tops: Fehlanzeige
Am glimpflichsten kam Coca Cola davon: Minus 0,5% auf 44,49 Dollar. Das Getränk hat die Weltwirtschaftskrise und 2 Weltkriege überlebt, da dürfte es auch die aktuelle Situation überstehen.
Gut weg kam auch der Haushaltswarenriese Procter & Gamble (Ariel, Gillette, Pampers, Wella) davon: Minus 0,7% auf 63,35 Dollar. Die genannten Haushaltswaren braucht man wohl auch in einer Rezession.
Wal-Mart verlor 1,2% auf 53,49 Dollar. Der Einzelhandelsgigant zählte zu den wenigen Händler, die besser abschnitten als erwartet. Sein Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) stiegen um 2,4%, Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 1% gerechnet.
Flops:
Der Flop des Tages war - wie sollte es auch anders sein - General Motors mit minus 13,7% auf 4,80 Dollar. Ein Kommentar erübrigt sich.
Der Aluminiumriese Alcoa war kaum besser und trudelte 13% auf 10,26 Dollar. Die fallenden Rohstoffpreise forderten wieder ihren Tribut.
S&P 500: Wird jetzt auch an der Milch wird gespart?
Tops:
Zu den wenigen Lichtblicken des Tages zählten einige Eigenheimbauer: Pulte Homes gewann 1,3% auf 10,80 Dollar und DR Horton sprang 7,5% auf 7,32 Dollar. Dort half möglicherweise das Tauwetter an der Kreditmärkten, vor allem der abbröckelnde Hypothekenzins
Whole Foods avancierte 1,7% auf 10,48 Dollar. Die Ladenkette für organische Lebensmittel (Naturkost oder Biofood) wurde beim Broker Jefferies & Co von „Underperform“ auf „Halten“ verbessert und das Kursziel von 9,50 Dollar auf 11 Dollar.
Flops:
Goldman Sachs verlor 7,7% auf 80,72 Dollar. Ein Kommentator behauptete auf dem TV-Kanal CNBC die Ex-Investmentbank weise bald den ersten Quartalsbank aus seit sie an der Börse gehandelt wird. Der Rivale Morgan Stanley gab 9,8% auf 15,39 Dollar ab.
Blackstone Group taumelte 12,2% auf 7,55 Dollar. Die Private Equitiy Group, eine der sogenannten Heuschrecken, meldete einen hohen Verlust im dritten Quartal und machte dafür die Kreditkrise verantwortlich.
Die Kohlemine Cons. Energy litt unter den fallenden Kohlepreisen, Konsequenz: minus 20%.
Dean Foods - der größte Milchproduzent in den USA - verbilligte sich um 9,3% auf 15,44 Dollar. Der Broker Lazard Capital Markets startete heute seine offizielle Beobachtung des Konsum-Titels mit einer Verkaufsempfehlung. Der Lebensmittelhersteller habe nur geringe Wachstumsaussichten solange die Amerikaner zwar Milchprodukte wie Käse oder Yoghurt konsumieren aber nur selten flüssige Milch. Außerdem befürchtet der Broker, dass die Konsumenten wegen den Kursschwankungen an den Aktienmärkten Markenprodukte verschmähen und stattdessen Billigerzeugnisse kaufen.
Verschiedene Einzelhandelswerte standen unter Druck, weil ihre Oktober-Umsätze (in Shops, die mindestens ein Jahr geöffnet sind, also ohne Neueröffnungen) zweistellig einbrachen und stärker als erwartet. Die Fashionkette Nordstrom verlor 4,9%, besonders hart traf es den Discounthändler Big Lots, der um 26% einbrach.
Nasdaq: Kein Geld für iPhones?
Die Technologieaktien, die das Geschehen an der Nasdaq dominieren, litten heute vor allem unter Cisco. Der Riese unter den Netzwerkausrüstern übertraf im Rahmen seiner Quartalszahlen zwar die Gewinnerwartungen der Wall Street. Wegen der schwachen Konjunktur malte das Management die nahe Zukunft aber in den schwärzesten Tönen - und verdarb damit die Stimmung für alles was auf den Namen Technologie hört.
Bemerkenswert ist aber, dass Cisco selbst mit einem Verlust von „nur“ 2,6% auf 16,94 Dollar wesentlich besser abschnitt als der Gesamtmarkt. Dazu trugen wohl die Broker bei. Keiner senkte sein Anlageurteil (Rating), lediglich die Kursziele wurden etwas beschnitten.
„Der Ausblick klingt nach Rezession“, kommentierte der Broker Morgan Keegan, bleibt aber bei der Einschätzung „Outperform“. Der Broker verwies auf die hohen Kassenbestände des Technologiekonzerns. Damit könne der Marktführer die Wirtschaftsschwäche nutzen und kleinere Rivalen jetzt billig aufkaufen. Außerdem könne Cisco damit in Forschung & Entwicklung investieren und Marktanteile gewinnen.
Der Broker Piper Jaffray bekräftigte die Kaufempfehlung, kappt aber das Kursziel von 24 Dollar auf 21 Dollar.
Der Broker RBC Capital Markets kürzte sein Kursziel von 25 Dollar auf 20 Dollar.
Der Broker Baird senkte das Technologiepapier von 26 Dollar auf 17 Dollar.
Barclacy Capital Research bleibt bei „Gleichgewichten“.
Der Halbleiter-King Intel litt dagegen unter dem negativen Branchenausblick von Cisco und verlor 7,9% auf 13,87 Dollar. Dazu trug auch AmericanTech Research bei. Der Broker senkte sein Kursziel um einen Dollar auf 18 Dollar. Der Halbleiterriese zeige in zwar in einigen Bereichen Stärke (etwa beim Verkauf seines Atom-Chips und den optimierten Brutto-Gewinnmargen), man glaube aber nicht, dass sich der Technoligie-Gigant der konjunkturell bedingten Absatzschwäche auf dem PC-Markt entziehen kann. Daher kürzte AmericanTech die Umsatzschätzung für das 4. Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 10,217 Milliarden Dollar (Konsens: 10,436 Milliarden Dollar).
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, verlor 7,1% auf 219,44 Punkte.
Betroffen war auch der Softwarebereich: Microsoft gab 5,4% auf 20,88 Dollar ab.
Apple rutschte 4% auf 99,10 Dollar. Dort äußern sich die Analysten zunehmend skeptisch über das Weihnachtsgeschäft bei den relativ teuren iPhones. Allgemein wird auf den sich abkühlenden Konsum verwiesen. Der Broker BMO kürzte heute seine Gewinnschätzung und erwartete iPhone-Verkaufszahlen, bleibt aber bei der Einschätzung „Outperform“ und Kursziel 120 Dollar.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, brach 9,5% auf 47,96 Dollar ein.
Internet: Rückfall in alte Gewohnheiten
Die an der Nasdaq notierten Flaggschiffe des Internets zählten ebenfalls zu den Verlierern. Google sank 3,2% auf 331,22 Dollar. Befürchtet wird, dass auch der Suchmaschinenkönig weniger Werbeeinnahmen einsammelt.
Yahoo bröckelte 0,5% auf 13,85 Dollar. Gestern war der mit Google angestrebte Werbedeal am Widerstand der US-Wettbewerbsbehörde gescheitert. Heute erklärte CEO Jerry Yang, ein Deal mit Microsoft sei die beste Strategie für Yahoo. Beides heizte wieder mal die Übernahmefantasie an, zumindest ein bißchen.
Baidu.com, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, gab 3,5% auf 209,66 Dollar. Das am Wochenanfang verkündete Aktienrückkaufsprogramm zeigt heute wenig Wirkung. Der Infodienst Pacific Epoch meldete heute, dass Baidu.com - im Kampf um die Vorherrschaft auf dem chinesischen Markt - einen neuen Schachzug gegen seinen Herausforderer Googel ansetzt. Danach planen die Chinesen den Onlinewerberträger Ganji.com zu kaufen. Derzeit ist Ganji.com ein Geschäftspartner von Google. Beide betreiben zusammen ein Joint Venture namens Beijing Gu Xiang Information Technology, das im Juli 2007 die Lizenz als Internets-Inhaltsanbieter in China erhielt.
Amazon.com stürzte 9,2% auf 47,22 Dollar. Der E-Commerce-Titel litt nicht nur unter den Rezessionsängsten und den schwachen Einzelhandelszahlen, sondern auch unter einem skeptischen Analystenkommentar. Ausgerechnet Analyst Mark Mahaney von der Citigroup, vor kurzem noch ein Amazon-Bulle, degradierte den E-Commerce-Pionier von „Kaufen“ auf „Halten“. Gleichzeitig hob der Analyst aber sein Kursziel von 52 Dollar 60 Dollar.
Eine bereits schon verpuffte vorübergehende Rallye, die der Internetaktie zeitweise - seit den Ergebnissen des 3. Quartals - einen Kursgewinn von 36 Prozent einbrachte, sei ungerechtfertigt, glaubt Mahaney. Der vorübergehende Kursgewinn sei von dem überraschend starken Umsatzwachstum im 3. Quartal (plus 31 Prozent) und von dem Enthusiasmus über den Verkauf des E-Book-Readers Kindle (die in den USA sehr populäre Talkshow-Masterin Oprah hatte das Gerät im Oktober empfohlen) angefacht worden. Der Analyst verwies aber auf die negativen Kommentare, die andere E-Commerce-Firmen, wie etwa Expedia (Online-Reisebüro) oder Blue Nile (Online-Juwelier) zum Onlinehandel abgaben. Daher sei die Konsens-Gewinnschätzung der Wall Street Analysten für Amazon.com gefährdet. Mahaney begründete seine Kurszielanhebung um 8 Dollar damit, dass er sein Bewertungsmodell jetzt von 2009 auf eine Prognose für 2010 umgestellt hat. Vorerst fühle er sich aber mit der Aktie wohler, wenn das Papier auf 43 Dollar fällt, das 13-fache der von ihm für 2010 erwarteten frei verfügbarer Einnahmen (free cash flow). Für Mahaney bedeutet die Herabstufung einen Rückfall in alte Gewohnheiten. Er hatte seine Karriere bei der Citigroup mit einer Verkaufsempfehlung auf Amazon.com gestartet (damals 40 Dollar) und damit die damalige Rallye auf 100 Dollar verpasst. Bereits zuvor bei Legg Mason war der heutige Citi-Anylst ein Amazon-Bär gewesen.
Bereits gestern hatte der Broker Piper Jaffray seine Gewinnschätzung für das laufende Quartal auf 32 Cents je Aktie gekappt (Konsens: 44 Cents). Der Broker befürchtet, dass die Konsumschwäche zu Discounts zwingt, die auf Kosten der Gewinnmarge gehen. Der Broker bekräftigte seine Einschätzung „Neutral“ und das Kursziel 45 Dollar.
Der Rivale Ebay sank 5,2% auf 13,96 Dollar.
Öl: Im Schatten der Rezessionsangst
Das Öl bewegt sich seit Wochen fast im Gleichschritt wie der Aktienmarkt, so auch heute. Beide leiden unter der Rezessionsangst. Der Crude-Kontrakt für Dezember verlor heute an der New York Mercantile Exchange 4,53 Dollar auf 60,77 Dollar, berichtete MarketWatch.
Gold: Im Gleichschritt mit den anderen Vermögensklassen
Wegen der Rezessionsangst wird alles verkauft, also auch das Gold. Belastend wirkte auch der starke Dollar. Der Gold-Kontrakt für Dezember verlor heute 10,20 Dollar auf 732,20 Dollar, berichtet Briefing.com.
(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Maier Gerhard, Redakteur)
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