DJ Deutsche Börse treibt Handel mit Kreditderivaten voran - HB
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Börse will den Handel mit Kreditderivaten wiederbeleben, indem sie die Abwicklung und Abrechnung (Clearing) dieser Papiere anbietet. "Wir glauben, dass sich unsere Konzerntochter Eurex Clearing zu einem zentralen europäischen Clearinghaus für den bisher unregulierten, außerbörslichen Handel schnell ausbauen lässt und dass es dafür auch große Unterstützung gibt", sagte Vorstandsvorsitzender Reto Francioni dem "Handelsblatt" (HB - Montagausgabe).
Damit wolle die Deutsche Börse ein Sicherheitsnetz für Bankgeschäfte und Investoren knüpfen. "Wenn Kreditderivate, zu denen ja auch jene Papiere gehörten, die die Finanzkrise ausgelöst haben, über eine Börse und nicht mehr einfach so im außerbörslichen Bereich (OTC) gehandelt werden, ließen sich die davon ausgehenden großen Risiken für den gesamten Markt besser managen", fügte Francioni hinzu.
Sein Haus habe das Konzept in den vergangenen Tagen und Wochen sowohl der europäischen Kommission wie auch der Federal Reserve Bank in New York und der Europäischen Zentralbank vorgestellt, ebenso der Bundesregierung, sagte Francioni und ergänzte: "Auch die Deutsche Bundesbank unterstützt unsere zentrale Clearing-Lösung. Ich gehe davon aus, dass wir sie im ersten Halbjahr 2009 lancieren können." Auch die Investmentbanken, die solche Papiere über eigene Plattformen handeln, will der Börsenchef ins Boot holen.
Der Hintergrund: Unter den großen internationalen Terminbörsen ist ein Wettlauf um den Handel mit Kreditderivaten entstanden. Nach dem Willen der Aufsichtsbehörden in den USA und in Europa soll das Clearing der Geschäfte auf die Plattformen regulierter Börsen gehoben werden, um das Geschäft sicherer und transparenter zu machen.
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November 16, 2008 08:21 ET (13:21 GMT)
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