DJ Köhler: IWF sollte globale Finanzaufsicht übernehmen
FRANKFURT (Dow Jones)--Bundespräsident Horst Köhler hat sich dafür ausgesprochen, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Aufsicht über die globalen Finanzmärkte zu übertragen. Auf den internationalen Finanzmärkten müsse die staatliche Ordnungsfunktion neu definiert und durchgesetzt werden, und er plädiere für die Schaffung einer internationalen Aufsichtsorganisation, sagte Köhler am Freitag beim Frankfurt European Banking Congress 2008.
"Ich halte es für richtig, dem Internationalen Währungsfonds die Wächterfunktion über die Stabilität des globalen Finanzsystems zu übertragen", sagte Köhler. Damit der IWF diese Aufgabe wirksam erfüllen könne, sollte er mehr Unabhängigkeit bekommen, fügte der ehemalige IWF-Direktor hinzu.
Köhler forderte zudem ein verbindliches politisches Verfahren, das dafür sorge, dass globale Leistungsbilanzungleichgewichte abgebaut würden und in dieser Form nicht wieder entstehen könnten. "Das verlangt auch eine Diskussion über die Rolle von Wechselkursen, und in jedem Fall verlangt es eine Absage an die Selbstbezogenheit und Protektionismus", erläuterte Köhler.
Der Bundespräsident fordert erneut ein zweites "Bretton Woods". 1944 habe die die Konferenz von Bretton Woods den Grundstein für eine marktwirtschaftliche, arbeitsteilige Weltwirtschaftsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt, nicht zuletzt diese Entscheidung habe Vertrauen und den Industrieländern Wohlstand und sozialen Fortschritt gebracht, sagte Köhler. "Die Dimension der Krise heute verlangt ein Bretton Woods II, eine Versammlung der Besten, die mit Sachverstand, Moral und politischem Willen systematisch an die Arbeit gehen", forderte der Bundespräsident.
DJG/hab/apo
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November 21, 2008 03:57 ET (08:57 GMT)
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