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UPDATE: US-Autoindustrie erhält 17,4 Mrd USD aus TARP-Mitteln

DJ UPDATE: US-Autoindustrie erhält 17,4 Mrd USD aus TARP-Mitteln

(NEU: Weitere Details, mit Aussagen von Bush) 
 

WASHINGTON (Dow Jones)--Die US-Regierung wird der angeschlagenen Automobilindustrie des Landes vorübergehend unter die Arme greifen, damit sich die Unternehmen sanieren können. Der Branche werden insgesamt 17,4 Mrd USD zur Verfügung gestellt, erklärte das Weiße Haus am Freitag. In einer ersten Tranche erhalten die Unternehmen einen Notfallkredit über 13,4 Mrd USD, die übrigen 4 Mrd USD werden ab Februar 2009 bereitgestellt, wenn der zweite Teil des Bankenrettungsplans vom US-Kongress freigegeben werden soll.

Die Mittel werden dem Troubled Asset Relief Program (TARP) entnommen. Dieses 700 Mrd USD schwere Rettungspaket war ursprünglich für die Finanzindustrie des Landes aufgelegt worden.

Durch die Kredite solle ein Zusammenbruch der Branche in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit vermieden werden, erklärte das Weiße Haus. Die Darlehen würden am 31. März zurückgefordert, wenn die Unternehmen bis dahin nicht ein tragbares Unternehmensmodell entwickelt hätten. Ob sich die Unternehmen saniert hätten, solle ein Beauftragter von US-Präsident Bush feststellen. Bis zum Ende der Regierung von Bush werde diese Aufgabe der US-Finanzminister Henry Paulson übernehmen.

Die Autohersteller würden als saniert gelten, wenn sie - unter Einbezug aller gegenwärtigen und kommenden Kosten - einen positiven Kapitalwert aufwiesen und in der Lage seien, den Notfallkredit voll zurückzuzahlen. Vorgesehen seien unter anderem Gehaltsbegrenzungen für Führungskräfte und die Aussetzung von Dividendenzahlungen. Auch müssten die Autohersteller Optionsscheine auf Aktien ohne Stimmrecht bereitstellen und der Regierung Einsicht in ihre Bücher gewähren.

Damit entsprechen die Bedingungen für den Notfallkredit in etwa jenen aus dem Gesetzesentwurf zur Rettung der Autobranche, der im US-Repräsentantenhaus vergangene Woche verabschiedet wurde, allerdings im Senat scheiterte.

US-Präsident George W. Bush betonte erneut, dass es nicht verantwortbar sei, die Autohersteller insolvent gehen zu lassen. Die Rezession in den USA würde sich durch einen Zusammenbruch des Sektors nur vertiefen. "Wenn wir den freien Marktkräften erlauben würden, ihren Gang zu nehmen, würde das höchstwahrscheinlich zu einem ungeordneten Bankrott und der Auflösung der Autohersteller führen", sagte Bush.

Unter normalen Umständen wäre eine Insolvenz der Preis, den ein gescheitertes Unternehmen zu zahlen hätte, sagte Bush. "Aber die Umstände sind nicht normal", betonte er. Eine Insolvenz der Autohersteller würde nicht funktionieren. Durch die Kredite bekämen die Autokonzerne nun drei Monate Zeit, sich zu restrukturieren.

Nach Angaben des hochrangigen Beamten werden General Motors Corp und Chrysler LLC noch an diesem Freitag den Notfallkredit in Anspruch nehmen. Ford Motor Co brauche hingegen noch keine finanzielle Unterstützung. Die drei großen US-Autokonzerne General Motors, Ford und Chrysler hatten wegen Liquiditätsproblemen staatliche Hilfen eingefordert.

- Von Henry Pulizzi, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 297 25 300, 
   konjunktur.de@dowjones.com 
 
   DJG/DJN/kth/kla 
Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

December 19, 2008 09:48 ET (14:48 GMT)

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© 2008 Dow Jones News
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