Swisscanto Investment Update Januar 2009
Mit Aktien und Unternehmensanleihen ins neue Jahr
Trotz einer beispiellosen Zinssenkungsserie rund um den Globus hat sich die Finanzkrise in allen Regionen in der Realwirtschaft festgesetzt. Unternehmensanleihen sind besonders attraktiv, Immobilien Ausland inzwischen sehr tief bewertet.
Vor einem Jahr waren auch wir noch vorsichtig optimistisch. Es zeichnete sich zwar ab, dass die Finanzmarktkrise die Wachstumsaussichten für 2008 eintrüben würde, von einer globalen Rezession war aber zu diesem Zeitpunkt noch nirgends die Rede. Im Gegenteil - eine etwas nachlassende Konjunkturdynamik wurde sogar als positiv für die Ölpreisentwicklung angesehen. Mittlerweilen ist der Ölpreis rund 70% von seinem Höchststand Mitte Juli (USD 147.50 pro Barrel) gefallen, und Deflationsängste haben Inflationssorgen abgelöst. Die Notenbanken haben angesichts dieser Entwicklungen 2008 kräftig an der Zinsschraube gedreht. Die SNB senkte den Leitzins von 2,75 auf 0,5%, das Fed von 4,25 auf 0 - 0,25%, die EZB von 4 auf 2,5%, die Bank of England von 5,5 auf 2%, die Schwedische Reichsbank von 4 auf 2%, die Bank of Japan von 0,5 auf 0,1% und die chinesische Nationalbank von 7,47 auf 5,58%.
Trotzdem ist die Finanzkrise in allen Regionen in der Realwirtschaft angekommen und mit einer Verbesserung der ökonomischen Situation ist erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 zu rechnen. Da der Zinssenkungsspielraum zur Konjunkturankurbelung zum Teil schon ausgereizt ist, liegen nun hohe Erwartungen in den staatlichen Konjunkturprogrammen und den Fiskalstimuli, die ihre Wirkung aber erst verzögert entfalten können. Swisscanto rechnet nicht mit einer Depression, erwartet 2009 aber einen globalen Abschwung, dem sich auch die Schweiz nicht entziehen kann.
Leichte Entspannung, aber noch keine Entwarnung
In den restlichen Tagen des alten Jahres und über den Jahreswechsel hinaus bleibt es wichtig, dass die Geschäftsbanken ausreichend mit Liquidität versorgt werden. Die Finanzmarktkrise wird auch im ersten Quartal 2009 noch anhalten. Indikatoren, die auf eine Beruhigung hindeuten, beobachten wir genauestens. Die implizite Volatilität (gemessen am VIX-Index) verharrt nach wie vor auf hohen Niveaus von über 50%. Simultan mit dem Volatilitätsrückgang auf tiefere Niveaus - wir sprechen hier von Werten um 20% - wird eine Erholung an den Aktienmärkten sichtbar sein. Der TED-Spread, die Differenz zwischen 3-Monats-LIBOR und 3-Monats-Treasury-Bill-Rate, kam zwar von seinem Allzeithoch von 4,6% zurück und verharrte in den letzen Wochen auf Werten um 2%; von einer Entspannung an den Geldmärkten kann aber erst gesprochen werden, wenn der TED-Spread wieder Werte unter 1,5% annimmt und diese auch halten kann. Dieselbe Aussage gilt für einen weiteren Indikator, den LIBOR-OIS-Spread, der Differenz zwischen 3-Monats-LIBOR und USD-Overnight-Swap-Rate. Der LIBOR-OIS-Spread bewegt sich in der Regel um wenige Basispunkte über 0%. Die nach wie vor stark erhöhten Werte zeigen an, dass sich die Banken untereinander nicht trauen und immer noch zurückhaltend in der Geldvergabe sind. Die Geld- bzw. die Kreditmärkte sind in anhaltender Panik; diese wird sich erst im neuen Jahr legen.
Neben einer Normalisierung im Bankensystem suchen wir weitere mögliche Anzeichen einer Beruhigung einerseits in der Stabilisierung der Immobilienmärkte und andererseits in der Verbesserung der mikro- und makroökonomischen Daten. Noch keine Stabilisierungs-Signale sendet der US-Häusermarkt aus. Die Zahl der Neubauprojekte ist rückläufig: Im November 2008 wurden noch 625'000 Neubauten gestartet, was einem Minus von 41% im Vergleich zu anfangs 2008 bzw. von 73% im Vergleich zum Hoch im Januar 2006 entspricht. Damit wurde der tiefste Wert seit Beginn dieser Zeitreihe im Januar 1959 erreicht! Nicht überraschend ist auch der Bestand an zum Verkauf angebotener Immobilien auf Höchststände von über 4 Mio. Einheiten geklettert (Durchschnitt von 1999 bis anfangs 2006: 2,3 Mio. Einheiten). Bei diesem Überangebot im amerikanischen Häusermarkt ist damit zu rechnen, dass die Immobilienpreise wahrscheinlich noch weitere 5 bis 10% fallen werden.
Die Trendwende und damit die Stabilisierung erschweren sich zum einen dadurch, dass die Hypotheken-Zinsbelastung für US-Haushalte trotz massiver Zinssenkungen durch das Fed zwar abgenommen hat, aber nach wie vor hoch ist. Zum anderen droht eine Kreditkarten-Krise, obwohl das Fed schon Anstrengungen unternommen hat, die Belastung für Auto-, Studenten- und Firmenkleinkredite zu senken. Die Banken verschärfen jedoch die Bedingungen für die Kreditvergabe, und der US-Konsument beginnt langsam zu sparen. Die Sparquote in Prozent des verfügbaren Einkommens verharrte in den USA in den letzten vier Jahren unter 1%, verglichen mit Deutschland, dessen Sparquote historisch über 9% liegt und derzeit 11,3% beträgt. Mitte 2008 fingen aber auch die Amerikaner an, die Ausgaben zu drosseln mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Bruttoinlandprodukt.
Firmenanleihen und Immobilien Ausland aufbauen
Neu beginnen wir mit einer selektiven Erhöhung der Firmenanleihenquote - zulasten der Cashquote - da die Bewertungen attraktiv sind. Wir konzentrieren uns jedoch auf Neuemissionen. Zudem implementieren wir im Dollarblock und in Europa eine neutrale bis leicht positive Duration. Die Duration wird in Grossbritannien neu auf neutral gesetzt.Sowohl in USD- als auch in EUR-Anleihen gewichten wir die Laufzeiten 15 - 20 Jahre neu neutral. In der Aktienstrategie bleiben wir dabei, Large Caps deutlich überzugewichten, da sie weniger negativ von der Kreditklemme betroffen sind und kleinkapitalisierte Titel teuer bleiben. Zudem favorisieren weiter Wachstumstitel. In unserer Balanced+-Strategie fahren wir die Cash-Quote zu Gunsten von Obligationen bzw. von Immobilien Ausland zurück. Aufgrund der Bewertungen reduzieren wir das Untergewicht in Immobilien Ausland.
Die Swisscanto Anlagepolitik am Beispiel des Anlagestrategiefonds Swisscanto (LU) Portfolio Fund Balanced (in Prozenten)
+
+ | | Aktuelle | Bisherige | Referenzindex | | | Strategie | Strategie | | |
+
+
+
| | Geldmarkt | 4,0 | 5,0 | 10,0 | |
+
+
+
| | Obligationen CHF | 36,3 | 35,6 | 33,0 | |
+
+
+
| | Obligationen Fremdwährung | 18,7 | 18,4 | 17,0 | |
+
+
+
| | Aktien Schweiz | 8,2 | 8,2 | 8,0 | |
+
+
+
| | Aktien Ausland | 32,8 | 32,8 | 32,0 | |
+
+
+
| | Obligationen gesamt | 55,0 | 54,0 | 50,0 | |
+
+
+
| | Aktien gesamt | 41,0 | 41,0 | 40,0 | +
+
Ihre Kontaktpersonen:
Thomas Härter, Chief Strategist, Asset Management und Institutionelle Kunden Telefon +41 58 344 49 46, thomas.haerter@swisscanto.ch
Alexandra Künzi-Bay, Strategist, Asset Management und Institutionelle Kunden Telefon +41 58 344 49 47, alexandra.kuenzi@swisscanto.ch
Swisscanto Asset Management AG, Waisenhausstrasse 2, 8021 Zürich www.swisscanto.ch
Swisscanto - Kompetenzzentrum der Kantonalbanken
Als spezialisierter Leistungserbringer der Kantonalbanken konzentriert sich Swisscanto auf die Entwicklung und den Vertrieb von qualitativ hoch stehenden Anlage- und Vorsorgeprodukten für Private, Firmen und Institutionen:
* Anlagefonds für private und institutionelle Anleger * Produkte der gebundenen und freien Vorsorge 3. Säule * Vorsorgelösungen 2. Säule der Sammel- und Freizügigkeitsstiftungen * Beratung und Verwaltung von Pensionskassen * Kollektivvermögen der Anlagestiftungen * Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Anleger
In der Schweiz ist Swisscanto einer der führenden Fondsanbieter und Vermögensverwalter: Das gesamthaft verwaltete Kundenvermögen beträgt rund CHF 55,8 Mia., wovon über CHF 46,2 Mia. in Anlagefonds investiert sind.
This announcement was originally distributed by Hugin. The issuer is solely responsible for the content of this announcement.
http://hugin.info/134397/R/1279712/285808.pdf
http://www.swisscanto.ch
Copyright © Hugin AS 2008. All rights reserved.
ISIN CH0007020206
AXC0032 2008-12-29/10:42
