(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Analysten)
HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Europas größter
Sportartikelhersteller adidas
2009 soll der Umsatz konzernweit währungsbereinigt im niedrigen
bis mittleren einstelligen Bereich sinken. Höhere Beschaffungskosten
und ein starker Preisdruck in den Märkten sollten die Margen und das
Ergebnis unter das Vorjahresniveau drücken. Lokal-Rivale PUMA
PREISDRUCK - WÄHRUNGSSCHWANKUNGEN
Vor allem in den USA und Großbritannien gebe es einen großen Preisdruck, weil viele Händler versuchten, ihre Waren günstig zu vertreiben, sagte Hainer. Ein scharfer Gegenwind dürfte dem Konzern durch die Währungsschwankungen ins Gesicht blasen. Auch die Schwellenländer, die 2008 ein großer Wachstumstreiber waren, schwächen sich zunehmend ab. So sei der chinesische Markt in diesem Quartal wesentlicher schwieriger geworden, räumte Hainer ein. Bis 2010 will der Konzern aber weiterhin sein Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz in dem Land erreichen.
Dennoch versprühte Hainer Optimismus: 2009, dem Jahr in dem adidas sein 60. Jubiläum feiert, werde zwar schwierig, aber die adidas-Gruppe stehe stärker dar denn je. 2008 stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 10,799 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte im Konzern um 13 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro zu. Den Netto-Gewinn konnte adidas das achte Jahr in Folge zweistellig auf 642 Millionen Euro steigern. Die Dividende bleibt unverändert zum Vorjahr bei 0,50 Euro je Aktie. An der Börse wurden die vor adidas vorgelegten Zahlen gefeiert. Die Aktie, die zwischenzeitlich DAX-Spitzenreiter war, lag zuletzt 4,41 Prozent im Plus bei 23,91 Euro. Die 2008-Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen und mit Rückschlägen in 2009 sei zu rechnen gewesen, hieß es von Merrill Lynch.
REEBOK SOLL FÜHREND IN FRAUEN-FITNESS WERDEN
Die vollen Lager hatten zuletzt vor allem der US-Tochter Reebok zu schaffen gemacht, die adidas zwei Jahre nach der Übernahme noch nicht auf Spur gebracht hat. Die Altlasten sind Hainer zufolge inzwischen beseitigt und der Platz frei für neue Reebok-Produkte. Zudem sei er zuversichtlich, dass die Talfahrt inzwischen gestoppt sei. 2009 soll die Tochter, die im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von acht Prozent und ein negatives operatives Ergebnis auswies, die Erlöse stabil halten. Die Marke Reebok, die in den 80er-Jahren die Aerobic-Welle mit losgetreten hat, will adidas 2009 sich noch stärker auf Frauen-Fitness ausrichten. Mit den Akrobaten von "Cirque du Soleil" hat adidas beispielsweise ein neues Fitness-Konzept erstellt, das, so hofft Hainer, einen neuen Trend lostreten wird.
Den mehr als drei Milliarden Euro teuren Kauf des
US-Unternehmens verteidigte Hainer erneut und hob die
Kostensynergien hervor, die sich für die gesamte Gruppe ergeben. Er
sei zwar enttäuscht, dass sich die Erwartungen an die Tochter
bislang nicht erfüllt hätten - ohne die Krise wäre die schon
geglückt. Eine Deadline für Reebok gebe es aber nicht. 300 Stellen
hat der Konzern bislang bei Reebok abgebaut. 200 weitere fielen bei
der Golfsparte TaylorMade weg. Auch der Konkurrent Nike
KOSTEN INVESTITIONEN
Die Kosten will der Konzern weiter senken und seine Schulden, die 2008 auf fast 2,2 Milliarden Euro gestiegen waren, abbauen. Ein neues Aktienrückkaufprogramm oder weitere Unternehmenszukäufe wird es deshalb vorerst nicht geben. Die Investitionen will adidas 2009 dennoch nicht zurückschrauben. "Wir werden uns durch die Krise nicht davon abhalten lassen, weiterhin innovativ zu sein", sagte Hainer. "Kostensparen ist nicht alles."/she/tw
---Von Simone Hett, dpa-AFX---
ISIN DE0005003404
AXC0161 2009-03-04/15:07
