"Mannheimer Morgen" zu Armutsatlas:
"Im Durchschnitt liegen die neuen Länder (19,5 Prozent Arme) deutlich hinter den alten (12,5 Prozent). Damit dürften sich Rufe aus dem Westen nach einem Ende der Ostförderung, speziell des Solidaritätszuschlags, erledigt haben. Der Staat muss alles in seiner Macht stehende tun, um das Veröden ganzer Regionen zu verhindern. Den Schaden hätten nicht nur die Sozialkassen, sondern die gesamte Gesellschaft. Weniger überzeugend sind die politischen Schlussfolgerungen der Autoren des Armutsbericht. So berechtigt inhaltliche Kritik an Konjunkturmaßnahmen der Regierung wie der Abwrackprämie ist: Ziel war nicht, soziale Ungerechtigkeiten zu lindern, sondern der Wirtschaft kurzfristig zu helfen. Auf jenes Gießkannenprinzip, das der Wohlfahrtsverband hier kritisiert, setzt er an anderer Stelle selbst: Die Hartz-IV-Regelsätze sollen um mehr als ein Viertel angehoben werden. Das ließe sich kaum finanzieren."/kr/DP/dct
AXC0008 2009-05-19/05:35
