DJ Flowers lehnt Kapitalerhöhung bei HRE ab - Welt
BERLIN (Dow Jones)--Der Finanzinvestor Christopher Flowers verweigert seine Zustimmung zur Kapitalerhöhung des Bundes bei der Hypo Real Estate (HRE). "Wir werden die vom Bund angestrebte Kapitalerhöhung nicht unterstützen", sagte er im Gespräch mit der Zeitung "Welt am Sonntag". Am Dienstag sollen die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung über einen entsprechenden Vorschlag abstimmen, der dem Bund einen Anteil von 90% an dem angeschlagenen Institut verschaffen soll.
Flowers wollte sich noch nicht auf eine Enthaltung oder ein Votum gegen die Kapitalerhöhung festlegen. "Wir halten uns beide Optionen offen. Am Ende hängt es vom Verlauf der Versammlung ab", sagte er der Zeitung weiter. Der Investor begründete seine ablehnende Haltung mit der Absicht der Bundesregierung, die Bank mittels eines Squeeze-out vollständig zu übernehmen.
"Der Bund hat erklärt, im Anschluss die verbleibenden Anteilseigner herausdrängen zu wollen - und wir haben immer betont, dass wir es vorziehen würden, Aktionär zu bleiben", so Flowers weiter. Er zweifelte jedoch nicht daran, dass der Bund sein Vorhaben dank des Anteils von 47% an der HRE durchsetzen könne.
Auf die Frage, ob er glaube, bei einem Squeze-out mehr zu bekommen als die gebotenen 1,39 EUR sagte er: "Erstens haben wir Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines solchen Squeeze-out. Und zweitens gehe ich in der Tat davon aus, dass die Abfindung dann höher ausfallen müsste. Das sehen ja offensichtlich auch die Investoren so, die jetzt zu hohen Kursen kaufen. Der innere Wert der Hypo-Real-Estate-Aktie ist weitaus höher als die heutige Börsennotierung. Daher würden wir es auch vorziehen, wenn wir nicht hinausgedrängt würden".
Auf die Frage, wie hoch denn der faire Wert für die HRE-Aktie wäre, erklärte der Investor: "Ich bin schon jetzt überzeugt, dass der Bund keinen fairen Preis bieten wird, deshalb muss ich mir darüber gar keine Gedanken machen. Das ist ja der Grund, warum wir unsere Aktien eigentlich behalten wollen: Wir sind schon lange überzeugt, dass wir nur dann den wirklichen Wert dieser Beteiligung wieder erreichen würden, wenn wir langfristig engagiert blieben, bis auch der Bund sein Geld zurückerhalten hätte."
Eine vollständige Verstaatlichung der HRE bezeichnete Flowers als unnötig und falsch. "Das ist der falsche Weg, für die Aktionäre, die Bank und für Deutschland. Wir haben es hier ja auch mit einem weltweit einmaligen Fall zu tun: Keine Bank wird so hart behandelt wie die Hypo Real Estate. Andere Regierungen vermeiden sogar eine Kontrollmehrheit, damit sie nicht in die Verlegenheit kommen, entscheiden zu müssen, ob die Bank der Firma XY einen Kredit gibt", so Flowers weiter.
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May 31, 2009 09:17 ET (13:17 GMT)
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