WOLFSBURG (dpa-AFX) Bei der geplanten Zusammenführung von
Europas größtem Autobauer Volkswagen
Die geplante Mitarbeiterbeteiligung hält Schwope generell für keinen schlechten Weg. "Eine Mitarbeiterbeteiligung schadet einem Unternehmen nicht, da sie ein langfristiges Interesse am Unternehmen haben. Außerdem kann sie eine zusätzliche Motivation bedeuten." Die Belegschaft soll eine "substanzielle" Beteiligung am neuen Konzern erhalten, hieß es gestern in der Mitteilung des Volkswagen-Konzerns. Die Beteiligung soll in einer Stiftung oder einem Verein gebündelt werden, damit die Mitarbeiter als eine Stimme auf der Hauptversammlung auftreten können.
Die von Volkswagen geplanten Synergieziele von 700 Millionen Euro jährlich schätzt Schwope als "sehr ambitioniert" ein. Letztlich seien die Zahlen aber noch schwer greifbar, da die Integration schrittweise erfolgen soll und auf dem Weg dorthin noch viele Hürden zu nehmen seien. Insgesamt wertete Schwope den jetzt gefundenen Weg, dass Porsche unter das VW-Dach schlüpft, für eine sinnvolle Lösung. "VW hat schon Erfahrung bei der Führung anderer Marken. Das haben sie etwa mit Audi, Lamborghini oder Bentley bewiesen."
Am Donnerstagabend hatten sich die Unternehmen auf eine schrittweise Verschmelzung verständigt. Zunächst soll Porsche sein Schuldenproblem durch die Abgabe seiner VW-Optionen an das Golfemirat Katar in den Griff bekommen. Bis zum Jahresende will dann VW für 3,3 Milliarden Euro 42 Prozent am Porsche Automobilgeschäft (Porsche AG) übernehmen. In einem weiteren Schritt ist der Kauf der Salzburger Porsche-Vertriebsgesellschaft geplant. Den daraus erzielten Erlös wollen die Familien Porsche und Piech als Stammkapitalerhöhung bei der Dachgesellschaft Porsche SE einbringen, um das Unternehmen vor dem Zusammenschluss mit VW finanziell zu stärken.
Parallel dazu ist eine Kapitalerhöhung bei den Porsche-Vorzugsaktionären sowie die Ausgabe neuer VW-Vorzüge geplant. Die vollständige Integration soll im Laufe des Jahres 2011 abgeschlossen werden. Unklar bleibt aber bislang die künftige Kräfteverteilung im neuen Gesamtkonzern. Die Beteiligung der Familien Porsche/Piech, die derzeit über Porsche 51 Prozent an VW halten, dürfte sinken. Niedersachsen will seinen Anteil verteidigen, da daran auch künftig die Sperrminorität und damit eine weitgehende Mitsprache bei wichtigen Standortentscheidungen geknüpft sein soll./dct/wiz
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AXC0084 2009-08-14/10:04
