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FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit einem Kurssprung von mehr als zehn
Prozent haben die Aktien von Porsche
Bis 14.16 Uhr gewannen Porsche-Titel 10,54 Prozent auf 49,30 Euro. Die im Dax notierten Stammaktien von Volkswagen sackten um 7,96 Prozent auf 208,02 Euro ab. Die Vorzugsaktien verringerten indes ihre Verluste und büßten zuletzt 2,79 Prozent auf 58,46 Euro ein. Der Dax notierte bei 5.427,44 Zählern um 0,48 Prozent fester.
Die bei Volkswagen geplante Kapitalerhöhung zur Refinanzierung der Beteiligung an Porsche solle ein Volumen von rund vier Milliarden Euro haben, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Die Zustimmung der Aktionäre solle auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bis Ende des Jahres eingeholt werden. Die Verhandlungen über den Erwerb von VW-Optionen, die Porsche hält, durch das Emirat Katar seien "weit gediehen". Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Freitag) sind sich Porsches Eigentümer mit dem Scheichtum so gut wie einig. Doch der Handel sei teuer erkauft. Katar werde an die Porsche-Banken nur rund 5 Milliarden Euro für 17 Prozent der VW-Aktien zahlen. Mit den Finanzinstituten habe Porsche aber einen höheren Preis ausgemacht. Der VW-Betriebsrat strebt unterdessen eine Mitarbeiterbeteiligung an Volkswagen in der Größenordnung zwischen einem und fünf Prozent an, wie Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte.
Der vereinbarte Grundlagenvertrag dürfte sich nach Expertenmeinung sehr positiv für die Porsche-Aktionäre auswirken. "Die Bewertung der Porsche AG mit 12,4 Milliarden Euro zeigt, dass VW bereit war, einen ordentlichen Preis anzusetzen und zu bezahlen", sagte Thilo Müller, Fondsmanager bei MB Fund Advisory am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Porsche-Miteigner Ferdinand Piech habe in den vergangenen Wochen versucht, den Wert der AG herunter zu reden. Nun zeige sich aber, dass auch optimistische Schätzungen noch leicht übertroffen wurden.
Christian Breitsprecher, Analyst bei Sal. Oppenheim, stufte Porsche vor dem Einstieg Volkswagens von "Sell" auf "Reduce" hoch und hob den fairen Wert von 20,00 auf 40,00 Euro an. Die Bedingungen der Transaktion seien für Porsche sehr gut, schrieb der Analyst in einer Studie. Der vereinbarte Preis je Aktie liege 19 Euro über den Erwartungen. Mit Blick auf die gehaltenen Volkswagen-Optionen erscheine der Titel aber nach wie vor überbewertet. Die Vorzugsaktien von Volkswagen beließ er denn auch auf "Neutral" mit einem fairen Wert von 60,00 Euro. Da der zu zahlende Preis deutlich über den für vernünftig erachteten neun Milliarden Euro liege, sei die Transaktion für die Wolfsburger eher negativ, schrieb der Analyst. Auch die angekündigte Kapitalerhöhung bei den Vorzugsaktien sei negativ.
Analyst Tim Schuldt von Equinet hob die Einstufung der Porsche-Aktien infolge des Zusammenschlusses beider Konzerne von "Hold" auf "Buy" und schraubte das Kursziel von 34 auf 63 Euro nach oben. Auch wenn das Risiko der Optionsgeschäfte weiter bestehe, sei der Spielraum nach oben für die Aktien so groß, dass eine "Buy"-Empfehlung gerechtfertigt sei. Für die Aktionäre der VW-Vorzüge sei die Nachricht indes klar negativ.
Die UBS hat die Einstufung für VW Stammaktien nach der Einigung mit Porsche auf "Sell" mit einem Kursziel von 130,00 Euro belassen. Die unendliche Verhandlungsgeschichte sei noch nicht vorüber, schrieb Analyst Philippe Houchois in einer Studie. Noch sei nicht klar, welchen Einfluss Katar haben werde. Er gehe davon aus, dass er bei der Einstufung der VW-Titel noch Anpassungen vornehmen muss. Derzeit seien aber noch nicht genügend Details bekannt./sf/rum
ISIN DE0007664005 DE0007664039 DE000PAH0038
AXC0159 2009-08-14/14:23
