Zürich (BoerseGo.de) - Der als Antizykliker bekannte Anlagestratege und Börsenguru Marc Faber sieht an den Aktienmärkten ein Korrekturpotenzial von bis zu 20 Prozent gegeben. Dies erklärte dieser im Rahmen eines Interviews gegenüber dem Schweizer Wirtschafts-und Finanzinformationsdienstleister cash. Er geht davon aus, dass die vorwöchigen Verluste den Startschuss für eine Korrektur darstellen. Sein erwarteter Rückfall der Börsen könne deutlich ausfallen. Für ihn wäre es daher nicht überraschend wenn der S&P 500-Index bis auf 900 oder sogar bis auf 800 Punkte sinkt. Dies entspreche für den US-Leitindex einem 20 Prozent-Minus.
Faber empfiehlt jedoch in seiner neuen Ausgabe des von ihm verfassten “Gloom, Boom & Doom” nach Schwächen an den Börsen den Einstieg in Aktien. Diese Sichtweise begründet er damit, dass Aktien bei Zinssätzen von nahe null und sehr niedrigen Renditen als attraktivere Investments anzusehen sind. Hiefür zeige sich die Geldschwemme der Zentralbanken verantwortlich. Sehr viele Anleger hätten die Erholung an den Börsen verpasst, aber seien bereit auf den fahrenden Zug noch aufzuspringen. Die Quasi-Nullzinspolitik in den USA dürfte bis auf weiteres bestehen bleiben. Hiefür spreche eine wahrscheinliche Arbeitslosigkeit von rund 15 Prozent in dem Land. Falls die Zinsen angehoben werden seien diese Anstiege geringer als die Raten zur Inflation. Real gesehen gebe es dann für eine sehr lange Zeit negative Zinsen.
Der Börsenguru sieht die größten Chancen bei Investitionen in Schwellenländer wie China, Indien oder Vietnam, zumal in diesen Regionen die Wirtschaft stärker wächst. Er selber hat unter Berufung auf den “Gloom, Boom & Doom” thailändische Aktieninvestitionen aufgestockt. Dabei handle es sich unter anderem um Aktien von Thai International, Thai Beverage, DSG International oder Golden Land. Bei thailändischen Aktien gebe es trotz deren Anstiege noch immer preisgünstige Niveaus.
Den Dollar sieht Faber vor einer kurzfristigen Erholung. Diese Erwartung basiere auf der aktuellen Überverkauftheit der US-Währung. Dadurch könnten gleichzeitig Industrierohstoffe kurzfristig unter Druck geraten. Langfristig gesehen halte er gegenüber dem Dollar an seiner negativen Sichtweise fest. Dieser Trend erkläre sich aus der schwachen Wirtschaft der USA und der dadurch in Gang gesetzten Strategie des vermehrten Gelddruckens. Ein schwacher Dollar spiegle weiters die Vermehrung der weltweiten Liquidität und schüre die Hinwendung in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien oder Rohstoffe.
Marc Faber gilt im allgemeinen als Crash-Prophet und ist Herausgeber des Gloom Boom & Doom-Reports. Im Juli 2007 sagte er laut Wikipedia Konjunkturschwierigkeiten in den USA für das zweite Halbjahr 2007 und Zinssenkungen der US-Notenbank voraus. Ebenso prophezeite er richtig die Japan-Baisse, den Börsencrash von 1987, die Asienkrise und das Platzen der Technologieblase im Jahr 2000. Er gründete im Jahr 1990 die Investmentgesellschaft Marc Faber Ltd. mit Sitz in Hongkong.
