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INTERVIEW/BRE Bank: Privatisierungen in Polen beleben M&A-Markt

DJ INTERVIEW/BRE Bank: Privatisierungen in Polen beleben M&A-Markt

Von Madeleine Nissen

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aussicht auf milliardenschwere Privatisierungen im Jahr 2010 bringt den Markt mit Fusionen und Übernahmen in Polen wieder in Fahrt. "Wir sehen wieder Deals, vor allem in den defensiven Sektoren wie Infrastruktur, aber auch Versorger und Pharma", sagte Hans-Dieter Kemler, Vorstandsmitglied und Head of Investment Banking der Commerzbank-Tochter BRE Bank SA, im Gespräch mit Dow Jones Newswires am Rande der Euro Finance Week am Donnerstag in Frankfurt.

Die Risiken seien bei diesen Sektoren überschaubar. "Daher kommen sie in Zeiten der Unsicherheit als erstes wieder in Schwung", erklärte Kemler. "Dagegen werden bei M&A-Transaktionen die riskanteren Sektoren wie Automobil auch in Polen gemieden."

In Polen war der M&A-Markt, wie in den meisten Teilen der Welt, wegen der Finanzkrise ins Stocken geraten. Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ließ Investoren äußerst zurückhaltend mit neuen Engagements agieren. Nun, da sich die Wogen wieder etwas geglättet haben und Polen überdurchschnittlich gut durch die Finanzkrise gekommen ist, werden Private-Equity-Gesellschaften von milliardenschweren Privatisierungen mehrerer hundert staatlicher Unternehmen angelockt. "Die zu privatisierenden Unternehmen bieten den Investoren Chancen, die sie in dieser Qualität in Deutschland nicht finden würden", erklärte Kemler.

Auch die Wachstumsaussichten der polnischen Wirtschaft erscheinen viel versprechend. "In diesem Jahr sehen wir trotz Krise ein Wirtschaftswachstum von mehr als 1% - und im nächsten Jahr wird das Wachstum noch deutlicher ausfallen", sagte Kemler. Das ist eine Ausnahme in Osteuropa, wo vor allem rezessionsgeplagte Länder wie Russland, aber auch Ungarn und die Ukraine stark unter Druck geraten sind. "Auch dass Polen ein Beitrittskandidat für die europäische Währungsunion ist, sorgt für Wachstumsfantasie", erklärte Kemler.

Hiervon will die Commerzbank-Tochter profitieren, indem sie ihre Marktanteile verteidigt und zum Teil ausbaut. Produkte wie hochkomplexe Verschreibungen auf Immobilienkredite, die die Krise mit ausgelöst haben, würden in Polen gar nicht existieren, sagte Kemler. "Das zahlt sich nun aus."

Gleichwohl ist auch an Polen die Krise nicht spurlos vorbeigegangen. "Wir mussten in diesem Jahr insbesondere bei den Währungsoptionen Wertberichtigungen vornehmen", sagte Kemler. "Aber wir haben den Löwenanteil dieser Wertberichtigungen hinter uns." Spätestens bis zum zweiten Quartal 2010 sei dieses Thema ganz vom Tisch, da die Kontrakte bis dahin ausliefen. In welchem Umfang sich diese Abschreibungen bewegen, sagte Kemler nicht.

Marktanteile hinzugewinnen will die BRE Bank im Kundengeschäft. "Wir gehören bereits zu den führenden Anbietern von Indexoptionen in Polen und sehen hier weiter Potenzial", sagte Kemler. Im Privatkundengeschäft konzentriert sich die Bank darauf, ihre Marktanteile zu halten. Die momentane Höhe der Marktanteile bezifferte Kemler nicht.

Webseiten: www.commerzbank.de 
              www.brebank.pl 
 
   -Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 115, 
   madeleine.nissen@dowjones.com 
   DJG/maw/brb 
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de 
 

(END) Dow Jones Newswires

November 19, 2009 10:33 ET (15:33 GMT)

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.

© 2009 Dow Jones News
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