Berlin (BoerseGo.de) - Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen Bert Rürup warnt vor den Folgen einer möglichen Staatspleite Griechenlands. "Die europäische Staatengemeinschaft muss Griechenland bei der Bewältigung seiner Schuldenkrise helfen - und zwar im eigenen Interesse. Denn im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands - also eines Staatsbankrotts - würden rasch Länder wie Portugal, Spanien, Italien und Irland finanziell in die Knie gehen", sagte Rürup gegenüber der "Bild"-Zeitung". Diese Länder müssten dann aufgrund des gestiegenen Misstrauens sehr viel mehr bezahlen, um Kredite zu bekommen. Es droht laut Rürup also ein Domino-Effekt, falls das marode Griechenland Bankrott gehen würde. "Der Euro, von dem besonders Deutschland profitiert, wäre als gemeinsame europäische Währung gefährdet", so der Experte.
Rürup fordert auch von Griechenland selbst harte Maßnahmen, um die Finanzen in den Griff zu kriegen. Er geht aber davon aus, dass Griechenland die Schuldenkrise nicht alleine bewältigen kann. "Griechenland wird zwar radikal sparen müssen, aber die solider finanzierten Euro-Staaten werden sich z.B. vor Bürgschaften für das Land nicht drücken können. Was aber nicht passieren darf, sind direkte Zahlungen oder eine teilweise Übernahme der griechischen Schulden."
