Gute Nachrichten aus der
US-Luftfahrtbranche haben die Wall Street am Dienstag gestützt. Der
Markt konzentrierte sich derzeit auf unternehmensspezifische
Meldungen, sagten Börsianer. Einige makroökonomische
Belastungsfaktoren wie etwa die Reform des Gesundheits- oder
Finanzwesens hingegen würden aktuell in den Hintergrund treten. Es
sei noch nicht absehbar, wann sich diese negativ auswirken würden.
Die Erinnerung an den heutigen Jahrestag aber, als die Märkte ihre
von der Finanzkrise verursachten Tiefs erreicht hatten, und Verluste
bei rohstoffsensiblen Aktien verhinderten Händlern zufolge höhere
Kursgewinne.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) stieg um 0,11
Prozent auf 10.564,38 Zähler, nachdem er am Montag noch um 0,13
Prozent gefallen war. Für den S&P-500-Index ging es an
diesem Dienstag um 0,17 Prozent auf 1.140,45 Punkte nach oben. An
der Nasdaq legte der Composite-Index um 0,36 Prozent auf
2.340,68 Punkte zu. Der Auswahlindex Nasdaq-100-Index verbesserte sich um 0,55 Prozent auf 1.901,38 Punkte.
Die Flugzeugbaubranche sowie der Luftfahrtsektor standen gleich
mit mehreren positiv aufgenommenen Meldungen im Blick. Titel von
Boeing etwa legten um 0,82 Prozent auf 67,79
US-Dollar zu. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS
und dessen US-Zulieferer Northrop Grumman
hatten bereits am Montag nach Börsenschlusses
das gemeinsame Angebot für die Belieferung der US-Luftwaffe mit
Tankflugzeugen im Wert von 35 Milliarden Dollar zurückgezogen
"unfaire Wettbewerbsbedingungen" als Grund genannt. Die
Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben
worden, hatte es geheißen. Northrop-Aktien sanken um 0,25 Prozent.
An der Dow-Spitze verbesserten sich die Aktien von United
Technologies (UTC) um 1,44 Prozent auf 71,78
Dollar. Die UTC-Tochter Pratt & Whitney hatte gemeinsam mit dem
deutschen Triebwerkshersteller MTU einen Auftrag erhalten.
Die US-Fluggesellschaft Republic Airways bestellte bei Bombardier
40 Flugzeuge der CSeries fest und weitere 40
optional.
Die Aktien großer Luftfahrtgesellschaften waren ebenfalls
gefragt. So kletterten die Papiere von UAL um
3,60 Prozent auf 18,15 US-Dollar. Die Finanzchefin des
Mutterkonzerns der Fluggesellschaft United Airlines sagte auf einer
Konferenz von JPMorgan, dass sie klare Zeichen einer Erholung des
Geschäfts sehe. Auch die Titel der Branchenkollegen verbuchten nach
positiven Aussagen von Spitzenmanagern auf der Konferenz zum Teil
kräftige Gewinne. So stiegen die Papiere von Southwest Airlines
, Delta Air Lines ,
Continental Airlines Holding und der
American-Airlines-Mutter AMR zwischen gut 1 und
über 9 Prozent.
Angesichts sinkender Rohstoffpreise aber fielen die Titel von
Alcoa am Dow-Ende um 0,80 Prozent auf 13,67
Dollar. Anteilsscheine von Chevron Corp. gaben
um 0,46 Prozent auf 74,30 Dollar nach. Laut Börsianern wurden die
Aktien des Ölkonzerns von dem wieder etwas festeren Dollar belastet.
Außerhalb des Dow verbilligten sich die Titel von Texas
Instruments (TI) um 2,03 Prozent auf 24,19
Dollar. Der Halbleiterproduzent hatte von Schwierigkeiten berichtet,
den hohen Bedarf im Berichtsquartal zu bedienen. Zudem sorgten sich
Anleger Händlern zufolge um die zukünftige Nachfrageentwicklung.
Verhalten reagierten die Anleger indes auf die Ankündigung des
Netzwerkausrüsters Cisco Systems , einen neuen
Router auf den Markt bringen zu wollen. Die Titel schlossen
prozentual unverändert bei 26,13 Dollar. Analysten zufolge dürfte es
noch eine Zeitlang dauern, bis das neue Gerät Erlöse generiere.
Gleichwohl hat einer der Abnehmer des neuen Routers, der
Telekomkonzern AT&T , diesen bereits erfolgreich
getestet. AT&T-Aktien stiegen um 1,11 Prozent auf 25,56 Dollar.
Schließlich schnellten die Titel der Citigroup um 7,30 Prozent auf 3,82 Dollar nach oben. Händler verwiesen als
Antrieb auf einen Bericht im "Wall Street Journal" (WSJ), wonach
Barclays einen großen Zukauf in den USA erwäge.
Es gebe derzeit aber keine konkreten Gespräche und eine Übernahme
stehe nicht unmittelbar bevor, berichtete das Blatt in seinem
Internetangebot unter Berufung auf Kreise. Barclays wolle sich im
sogenannten standardisierten Privatkundengeschäft (Retail Banking)
verstärken./la/he
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