Nach zwei sehr guten Wochen am
Aktienmarkt sollten sich Anleger in den kommenden Tagen auf eine
Verschnaufpause einstellen. Analyst Stefan de Schutter von Alpha
Wertpapierhandel blickt in die Zukunft: "Die sehr nahe gerückte
6.000er-Marke dürfte der Dax
Die Bilanzsaison klinge in der neuen Woche aus und große Überraschungen seien von der Unternehmensseite nicht mehr zu erwarten, fuhr der Alpha-Experte fort. Investoren dürften sich somit darauf konzentrieren, welche Signale die US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag aussendet. Aber auch hier rechnet de Schutter nicht mit Überraschungen. Die Notenbankpolitik werde expansiv bleiben.
AUSKLINGENDE BERICHTSSAISON OHNE IMPULSE
Auf der Agenda stehen zwar noch zahlreiche Unternehmen mit ihren Bilanzvorlagen, bei der überwiegenden Mehrheit hat es aber bereits Eckdaten gegeben. Insofern seien keine großen Neuigkeiten zu erwarten. Zuletzt hätten die Ausschüttungen im Fokus gestanden. Analyst Klaus Stabel von ICF Kursmakler sagte: "Mittlerweile steht fest, mit welchen Ausschüttungen die Aktionäre in der im April anlaufenden Hauptversammlungs-Saison rechnen können. Im Dax ergibt sich eine Durchschnittsrendite von 3,12 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen bringen mit einer Rendite von 3,3 Prozent nur einen geringfügigen Renditevorteil. Das sollte Aktien als Substanzwerte vor weiteren Kursverlusten in diesem Zinsumfeld bewahren." Am Mittwoch steht noch ein Investorentag der Deutschen Telekom auf der Agenda.
Ohne wesentliche Impulse von der Unternehmensseite dürften sich
die Aktienhändler im Wochenverlauf langsam auf den großen Verfall am
Terminmarkt vorbereiten, ergänzte ein Börsianer. Am Freitag steht
dieser "Hexensabbat" auf dem Plan, an dem Optionen und Futures auf
Indizes und einzelne Aktien verfallen. Wegen der daraus folgenden,
mitunter wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff
"Hexensabbat" geprägt. Stärkere Kursausschläge sind an solchen Tagen
oft vor allem bei den Aktien-Schwergewichten zu beobachten. Zudem
steht am Freitag der Verkettungstermin in der Dax-Indexfamilie und
auch in anderen Aktienbarometern wie dem europäischen Stoxx 600 an.
Zu einem Austausch kommt es im TecDax
ZEW-INDEX KONJUNKTURSEITIG IM FOKUS
In der neuen Woche stehen auf der Konjunkturseite in der Eurozone die ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland im Fokus. Daneben dürften neue Zahlen zur Inflation im Währungsraum und zum Außenhandel Beachtung finden. Ansonsten bleibt es datenseitig ungewöhnlich ruhig. Die ZEW-Konjunkturerwartungen dürften im März den sechsten Monat in Folge sinken. Allerdings sollte sich die Stimmung nach Expertenmeinung wie auch im Vormonat nur leicht eintrüben. "Der ZEW-Index steht mit diesem Abschwungsignal bisher ziemlich alleine da", betonte die Commerzbank. Andere wichtige Indikatoren hätten zuletzt weiter zugelegt./fat/la/he
-- Frederik Altmann, dpa-AFX --- AXC0007 2010-03-15/05:50