DJ Studie zweifelt Langfrist-Nutzen von Plavix nach Stent-Einsatz an
ATLANTA (Dow Jones)--Patienten, die den von Sanofi-Aventis entwickelten Gerinnungshemmer "Plavix" auch noch über ein Jahr nach dem Implantierung einer mit Medikamenten beschichteten Gefäßstütze (Stent) weiter einnehmen, sind laut einer Studie nicht besser gegen Tod oder Herzanfälle geschützt als Patienten, die dies nicht tun.
Die beschichteten Stents, winzige Röhrchen zur Stützung der Herzarterien, wurden entwickelt, um unter anderen der Bildung von Narbengewebe entgegenzuwirken. Bereits 2006 waren allerdings Bedenken aufgekommen, der Einsatz von Stents könne das Risiko möglicherweise tödlicher Blutgerinnsel erhöhen. Obgleich weitere Studien weniger alarmierende Daten lieferten, verdoppelten Ärzte die Verschreibungsdauer von Plavix und Aspirin deshalb. Obgleich die US-Gesundheitsbehörde FDA vor drei Jahren die Empfehlung ausgab, Plavix nur ein Jahr lang zu verschreiben, setzen viele Ärzte ihre Patienten deutlich länger auf blutverdünnende Medikamente.
Forscher aus Südkorea veröffentlichten nun am Montag ihre Analyse zweier Kombinationsstudien an 2.700 Patienten, die beschichtete Stents eingesetzt bekommen hatten und in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Spätestens ein Jahr nach der Implantation erhielten sie entweder Plavix und Aspirin oder nur Aspirin.
Nach einer durchschnittlichen Nachlaufzeit von 19,2 Monaten schützte die Einnahme von Plavix die Patienten nicht mehr vor Herzanfällen oder einem durch Herzprobleme verursachten Tod, wie die Ergebnisse der Studie zeigten, die am Montag auf der Jahreskonferenz des American College of Cardiology präsentiert werden soll.
Plavix wird von den beiden Pharmakonzernen Bristol-Myers Squibb und Sanofi-Aventis gemeinsam vermarktet.
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March 15, 2010 11:58 ET (15:58 GMT)
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