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EZB belässt Leitzinsen wie erwartet auf Allzeittief

DJ EZB belässt Leitzinsen wie erwartet auf Allzeittief

Von Hans Bentzien 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Niveau ihrer Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet bestätigt. Wie sie am Nachmittag mitteilte, bleibt der Hauptrefinanzierungssatz auf dem Rekordtief von 1,00%, wo er seit Mai 2009 steht. Auch der Satz für Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB (0,25%) und der Spitzenrefinanzierungssatz (1,75%) blieben unverändert. Finanzmarktteilnehmer hatten diese Entscheidung erwartet.

Während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EZB ihren geldpolitischen Schlüsselsatz, den Mindestbietungssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte mit Geschäftsbanken, zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 um 325 Basispunkte auf sein aktuelles Niveau reduziert. Im Rahmen der bisher letzten Zinssenkung wurde zudem der Zinskanal auf 150 Basispunkte von zuvor 200 eingeengt.

Bei ihren Refinanzierungsgeschäften hat die EZB eine Zeit lang eine Politik der Vollzuteilung befolgt; dabei wurden alle Gebote zum Festzins von 1,00% komplett bedient. Inzwischen wird dieses Verfahren aber nur noch bei den wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäften sowie bei jenen Geschäften angewendet, die die Laufzeit einer Mindestreserveperiode haben. Bei diesen beiden Repo-Kategorien will die EZB bis 12. Oktober am Vollzuteilungsverfahren festhalten.

Bei regulären Geschäften mit dreimonatiger Laufzeit jedoch wird die EZB ab 28. April wieder zum Zinstenderverfahren übergehen, wobei eine Indikation zum beabsichtigten Volumen am Beginn der Mindestreserveperiode gegeben werden soll, in die dieses Geschäft fällt. Im Falle des nächsten Langfristtenders wäre das der 14. April.

Im Rahmen ihrer "erhöhten Kreditversorgung" hatte die EZB in den vergangenen Monaten auch Refinanzierungsgeschäfte mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr angeboten, was zu einem starken Anstieg der Liquidität im Finanzsystem geführt hatte.

Zudem akzeptiert die EZB bei ihren Repo-Geschäften mit Geschäftsbanken eine stark erweiterte Liste von Wertpapieren als Sicherheit. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat inzwischen deutlich gemacht, dass die EZB an diesem Verfahren entgegen früheren Beteuerungen über das Jahresende 2010 hinaus festhalten wird. Damit würden weiterhin Staatsanleihen mit einem Rating im "BBB"-Bereich angenommen. Allerdings will die EZB künftig in Abhängigkeit von der Bonität des Schuldners Aufschläge auf den Nennwert der angebotenen Papiere erheben. Details hierzu dürfte Trichet in der anschließenden Pressekonferenz liefern.

Beobachter erwarten angesichts fehlender Anzeichen für einen zunehmenden Inflationsdruck, dass die EZB an ihrer Politik sehr niedriger Leitzinsen bis auf weiteres festhalten wird. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte gehen davon aus, dass die Notenbank ihren Hauptrefinanzierungssatz im laufenden Jahr nicht mehr ändern wird.

Beobachter erwarten, dass der EZB-Präsident das Zinsniveau bei der um 14.30 Uhr beginnende Pressekonferenz als "weiterhin angemessen" sowie die Risiken für Inflations- und Wachstumsentwicklung als "weitgehend ausgewogen" bezeichnen wird.

Webseite: www.ecb.int 
 
  -Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, 
   Hans.Bentzien@dowjones.com 
   DJG/hab/kth 
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de 
 

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

April 08, 2010 07:46 ET (11:46 GMT)

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