New York (BoerseGo.de) - Wegen der Schuldenkrise in Europa sieht die US-Notenbank möglicherweise einen Grund, um den Beginn von Leitzinsanhebungen hinauszuschieben. Dies erklärte gemäß einem Bericht von Bloomberg der Präsident der Federal Reserve Bank von Chicago Charles Evans. Er zeige sich nicht überrascht, falls die Federal Reserve ihre Niedrigstzinsstrategie gegenüber ursprünglichen Annahmen etwas weiter in die Länge zieht. Die Situation in Europa vergrößere die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven. Als Auswirkung des voraussichtlich geringen Wirtschaftswachstums in Europa sei eine geringer als erwartete Nachfrage für amerikanische Exporte in Betracht zu ziehen. Dadurch dürfte die wirtschaftliche Erholung in den USA etwas an Schwung verlieren. Im übrigen entspreche wegen der niedrigen Inflation und sehr hohen Arbeitslosigkeit eine Aufrechterhaltung der versorgenden Geldpolitik der Angemessenheit. Falls sich aber die Situation rasch wendet und die Inflationserwartungen einen unerwartet starken Schwenk nach oben machen werde die Federal Reserve ohne Zögern reagieren, führte Evans am Montag im Rahmen einer Veranstaltung in Seoul weiter aus.
In ähnlicher Weise äußerte sich in Seoul mit Charles Plosser der Präsident der Federal Reserve von Philadelphia. Dieser stellt sich die Frage in welchem Ausmaß die Schuldenkrise in Europa mit Auswirkungen auf die Konjunktur verbunden ist. Daraus resultiere eine Vorgabe über Art und Weise von reagierenden Maßnahmen. Er wolle abwarten, in welcher Weise die Ereignisse in Europa die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen. Es entspreche gewiss der Tatsache, dass dadurch das zeitliche Tempo für Strategien zum Ausstieg aus stimulierenden Maßnahmen einer möglichen Änderung unterliegt. Derartiges sei jedoch noch nicht in Gang gekommen, heißt es weiter von Plosser. Charles Plosser ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses der Federal Reserve.
