Statt Feinripp richtige Mode: Der insolvente Wäschehersteller Schiesser will nach der Übernahme durch einen Investor möglicherweise mehr als nur Unterwäsche herstellen. "Man könnte daran denken, mit Schiesser in die Oberbekleidung zu gehen, man könnte an Freizeitmode denken", sagte Insolvenzverwalter Volker Grub dem "Handelsblatt" (Dienstag). Außerdem soll ein künftiger Investor den Bereich Damenmode neu aufstellen.
Favorit für einen Einstieg bei Schiesser ist der Modemacher Wolfgang Joop ("Wunderkind"), der nach Angaben des "Handelsblatts" mit den Wella-Erben im Rücken Schiesser für rund 80 Millionen Euro übernehmen will. Es sind aber noch zwei weitere Investoren im Spiel; die Gläubigerversammlung soll darüber am kommenden Montag (28. Juni) entscheiden. Grub erneuerte seine Aussage von Ende Mai, dass er sich einen Börsengang des Traditionsunternehmens vorstellen könnte. "Das finanzielle Ergebnis für Schiesser wäre in diesem Fall deutlich besser als einfach nur der Verkauf an einen Investor."
"Das Zusammengehen mit Wolfgang Joop ist eine der favorisierten Lösungen", hatte Grub im Mai gesagt. Joop will Schiesser bei Strategie, Marketing, Design und dem visuellen Auftritt beraten. Der Potsdamer Designer könne einen "wesentlichen Beitrag" leisten, um die Marke Schiesser attraktiver zu machen, sagte Grub weiter.
Der 1875 gegründete Produzent von Unter-, Nacht- und Sportwäsche
Schiesser musste im Februar 2009 Insolvenz anmelden, weil ein
Schuldenberg von rund 80 Millionen Euro aufgelaufen war. Drei Monate
später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die finanzielle
Schieflage war vor allem durch unrentable Lizenzfertigung für Marken
wie Puma
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