Das Bundesland Hessen unter Regierungschef Roland Koch (CDU) fährt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei der Finanzmarktregulierung nach einem Pressebericht in die Parade. Deutschlands wichtigster Banken- und Finanzstandort halte nichts von Schäubles nationalem Alleingang, ungedeckte Leerverkäufe von deutschen Aktien und Staatsschuldtiteln der Euro-Zone sowie Kreditausfallversicherungen zu verbieten, berichtet das "Handelsblatt" (Mittwoch). Das Vorhaben sei weder national noch europäisch abgestimmt, zitiert das Blatt" aus einer Kabinettsvorlage.
Die Verbote ließen sich durch Verlagerung der betroffenen Wertpapier- und Derivategeschäfte ins Ausland umgehen und werden damit die Wettbewerbsposition des Finanzstandorts Deutschland erheblich beschädigen, ohne dass die mit dem Gesetz verfolgten Ziele erreicht würden, argumentieren die Kritiker in der Vorlage. Leerverkäufe sind Geschäfte, bei denen ein Investor Wertpapiere verkauft, ohne sie vorher besessen zu haben. Dabei hofft er auf fallende Kurse. Bei gedeckten Leerverkäufen hat sich der Investor die Wertpapiere geliehen, bei ungedeckten nicht einmal Anspruch darauf.
Die Unternehmen am Finanzstandort Frankfurt haben klargemacht,
dass sie vom geplanten Verbot nichts halten. Die Deutsche Börse
AXC0036 2010-06-23/09:09
