DJ UPDATE: Erholung bei Kunststoffen hilft Bayer - Gewinn rückläufig
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Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
LEVERKUSEN (Dow Jones)--Die Bayer AG hat am Donnerstag durchwachsene Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und aufgrund von Sonderbelastungen und höheren Forschungskosten einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Pharma- und Chemiekonzern profitierte von der kräftigen Erholung in seiner Kunststoffsparte MaterialScience. Die Teilkonzerne HealthCare und CropScience entwickelten sich dagegen schlechter als erwartet, so dass Bayer die Prognosen für diese Bereiche für das laufende Jahr erneut senkte. Der Konzernausblick für 2010 wurde trotzdem aufgrund der besser als gedachten Entwicklung von MaterialScience bestätigt.
"Wir bleiben für das Jahr 2010 zuversichtlich", erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im Konzern 2010 mehr als 15% wachsen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen plant die Bayer AG weiter mit einer Steigerung auf mehr als 7 Mrd EUR. Der Konzern hatte nach Ende des ersten Quartals aufgrund eines günstigeren Währungsverhältnisses die Ergebnisprognosen erhöht. Beim Umsatz erwartet Bayer weiter einen währungs- und portfoliobereinigten Anstieg um mehr als 5%. Im vergangenen Jahr erreichte der Konzern einen Umsatz von rund 31,2 Mrd EUR und ein bereinigtes EBITDA von rund 6,5 Mrd EUR.
Das Investitionsbudget erhöhte Bayer und plant für 2010 nun mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 3,1 Mrd EUR, anstelle von ca. 2,9 Mrd EUR.
Die Erholung von MaterialScience dürfte die schwächere Entwicklung der anderen Teilkonzerne kompensieren, zeigte sich Wenning optimistisch. Bei der im vergangenen Jahr durch die Rezession besonders gebeutelten Kunststoffsparte geht der Konzern von einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzzuwachs in einer Größenordnung von 20% aus, das bereinigte EBITDA soll mehr als verdoppelt werden. Dabei hält Bayer dies mittlerweile für eine konservative Schätzung und erwartet, diese Planungen zu übertreffen.
"MaterialScience hat die Krise hinter sich gelassen und konnte sein Geschäft stärker ausweiten als erwartet", so Vorstandsvorsitzender Wenning. Die Absatzmengen lägen wieder auf Vorkrisenniveau.
Für den wichtigsten Teilkonzern HealthCare erwartet Bayer dagegen aufgrund des generischen Wettbewerbs für das Verhütungsmittel "YAZ" in den USA durch den israelischen Hersteller Teva nur noch einen "leichten" Umsatzanstieg auf währungs- und portfoliobereinigter Basis (zuvor: plus 3%). Das EBITDA vor Sonderposten soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor war Bayer von einer Steigerung ausgegangen.
Die seit einiger Zeit wegen Thromboserisiken in der Kritik stehenden oralen Kontrazeptiva der "YAZ"-Familie hatten auch im zweiten Quartal deutlich an Umsatz verloren, währungsbereinigt waren es 14,9%. Im vergangenen Jahr war es zu mehreren Thrombosefällen auch mit Todesfolgen gekommen. Die Zahl der in den USA anhängigen Klagen stieg in diesem Zusammenhang zum 10. Juni auf rund 2.700.
Das Pflanzenschutzgeschäft litt im Berichtszeitraum erneut unter den schwierigen Witterungs- und Marktbedingungen; eine gute Entwicklung im Segment EnvironmentalScience/Bio Science konnte dies teilweise ausgleichen. Als Folge senkte der Konzern für den Bereich CropScience bereits zum zweiten Mal in Folge die Prognose und erwartet für 2010 nun einen "leichten" Rückgang beim bereinigten Umsatz (zuvor: plus 2% bis 3%) und ein EBITDA vor Sonderposten "erheblich" unter Vorjahresniveau (zuvor auf dem Niveau des Vorjahres).
Das Konzernergebnis wurde im zweiten Quartal durch Sondereffekte und höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung belastet und sank für viele Marktbeobachter überraschend auf 525 (532) Mio EUR.
Die Sonderbelastungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 255 (80) Mio EUR. Hiervon resultierten 123 Mio EUR aus Rechtsfällen bei HealthCare und CropScience sowie 132 Mio EUR aus der außerplanmäßigen Teilabschreibung des Krebsmedikaments "Zevalin", das noch aus dem übernommenen Schering-Portfolio stammt.
Dagegen stiegen Umsatz sowie EBITDA und EBIT vor Sondereinflüssen zum Teil kräftig. So erhöhte sich der Umsatz um 14,6% auf 9,2 Mrd EUR. Das bereinigte EBITDA legte auf 1,9 (1,8) und das bereinigte EBIT auf 1,3 (1,1) Mrd EUR zu.
Analysten äußerten sich negativ insbesondere über das Konzernergebnis, das die Erwartungen deutlich verfehlte und zeigten sich enttäuscht über die Entwicklung von HealthCare und CropScience. Die Aktie machte Anfangsverluste dennoch wett und legte am frühen Nachmittag um 1,6% auf 44,87 EUR zu.
Webseite: www.presse.bayer.de -von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/sha
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July 29, 2010 07:41 ET (11:41 GMT)
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