DJ MORNING BRIEFING - Märkte (USA/Asien)
===
TAGESTHEMA
Die Verbraucherpreise in China sind im Juli um 3,3% nach 2,9% im Juni gestiegen. Die Prognosen hatten dagegen einen Anstieg um 3,4% vermuten lassen. Der Preisdruck in China hat sich damit zwar erhöht, hauptsächlich verursacht durch höhere Preise für Lebensmittel und viele Überflutungen in mehreren Landesteilen. Volkswirte zeigten sich angesichts des höheren Preisauftriebs aber wenig besorgt und sprachen von Einmaleffekten, in den kommenden Monaten dürfte der Inflationsdruck wieder abflauen. "Die Inflation ist immer ein Grund zur Sorge, aber es gibt keine Anzeichen, dass die Inflationsrate auf kurze Sicht über 4,0% steigen wird", sagte RBS-Volkswirt Ben Simpfendorfer. Für den Rest des Jahres dürfte sich die Teuerung in der Nähe von 3,0% und damit der von der Regierung angepeilten Rate bewegen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
In den USA veröffentlichen u.a. folgende Unternehmen Geschäftszahlen (Prognose Gewinn/Aktie in USD in Klammern):
22.05 CISCO, Ergebnis 4Q (0,42)
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
14:30 Handelsbilanz Juni
PROGNOSE: -42,70 Mrd USD
zuvor: -42,27 Mrd USD
16:30 DoE, Rohöllagerbestände (Woche)
PROGNOSE: -1,80 Mio Barrel
zuvor: -2,78 Mio Barrel
20:00 Haushaltssaldo Juli
PROGNOSE: -169,5 Mrd USD
zuvor: -68,4 Mrd USD
MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR
US-NOTENBANK
Die US-Währungshüter haben angesichts eines schwachen Arbeitsmarkts und wachsender Sorgen über die konjunkturellen Aussichten einen kleinen, aber symbolisch bedeutsamen Schritt zur Ankurbelung der Wirtschaft beschlossen. Die Tilgungseinnahmen der Fed von hypothekenbesicherten Wertpapieren sowie Schuldverschreibungen der staatlichen Hypothekenfinanzierer sollen in ihrem Portfolio wieder reinvestiert werden, um den Wertpapierbestand konstant zu halten. Zudem äußerten sich die FOMC-Mitglieder skeptischer über die Wirtschaftsentwicklung und hielten vor diesem Hintergrund an ihrer Nullzinspolitik fest.
KONJUNKTUR CHINA
Die chinesische Industrieproduktion ist im Juli zwar etwas langsamer als im Vormonat gewachsen, zugleich übertraf die Wachstumsrate jedoch die Erwartungen von Ökonomen.
KONJUNKTUR JAPAN
Die Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauunternehmen sind im Juni in der Kernberechnung überraschend schwach gestiegen. Ggenüber dem Vormonat wurde bereinigt ein Plus von 1,6% verzeichnet. Analysten hatten mit einem Anstieg um 5,5% gerechnet. Unterdessen sind die Großhandelspreise im Juli auf Jahressicht um 0,1% gesunken. Binnen Monatsfrist wurde ein Rückgang um ebenfalls 0,1% registriert.
HITZEWELLE USA
In weiten Teilen der USA stöhnen die Menschen derzeit unter einer Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Insgesamt sind 16 Bundesstaaten betroffen.
POLITIK USA
US-Präsident Barack Obama hat ein Milliarden-Hilfspaket für kriselnde Bundesstaaten durch den Kongress gebracht.
BEZIEHUNGEN KOLUMBIEN / VENEZUELA
Nach wochenlangen Spannungen haben sich Kolumbien und Venezuela wieder versöhnt. Der neue kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez kündigten nach einem Gipfeltreffen an, die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen.
DELL / APPLE
bringt das erste Konkurrenzprodukt zum "iPad" von Apple diese Woche auf den US-Markt. Ab Donnerstag kann der neue Tabletcomputer namens "Streak" in den USA bestellt werden.
TOYOTA
Nach der Unfallserie mit Toyota-Kfz in den USA hat die Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) den japanischen Autobauer vom Vorwurf defekter Elektroniksysteme entlastet. An den Unfällen seien in den meisten Fällen die Fahrer selbst schuld gewesen, hieß es.
MÄRKTE AKTUELL (7.50 Uhr)
INDIZES
INDEX Stand +/- % S&P-500-Future 1.110 -0,8 Nasdaq-Future 1.884 -0,6 Nikkei-225 9.309 -2,5 Hang-Seng-Index 21.396 -0,4 Shanghai-Composite 2.599 0,1 Kospi 1.760 -1,2
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- (ggü. 0.00 Uhr) EUR/USD 1,3097 -0,6% EUR/JPY 111,6670 -0,7% EUR/CHF 1,3785 -0,2% USD/JPY 85,2610 -0,1% USD/CHF 1,0527 0,4% GBP/USD 1,5806 -0,3% EUR/GBP 0,8286 -0,3%
ÖLPREIS (NYMEX LIGHT SWEET)
aktuell Vortag New York USD 79,92 80,25
Enttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben den Ölpreis belastet und am Vortag zeitweise unter die Marke von 80 USD gedrückt. Nach der Veröffentlichung des Zinsentscheids der US-Notenbank verringerte der Ölpreis jedoch seine Verluste. Der nächstfällige September-Kontrakt auf ein Barrel Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,5% bzw 1,23 USD auf 80,25 USD. Die Fed hatte wie erwartet den Leitzins unverändert belassen, kündigte aber an, Rückzahlungen aus Hypothekenpapieren in den Kauf langlaufender US-Staatsanleihen zu investieren, um die US-Wirtschaft zu stützen.
AKTIEN TOKIO (VERLAUF)
Sehr schwach - Die Aufwertung des Yen drückt die Kurse auf ein Drei-Wochen-Tief. Neben schwachen US-Vorgaben ist es vor allem der Yen, der zum Dollar in die Nähe eines 15-Jahreshochs gestiegen ist, der Anleger aufschreckt und für Verkaufsdruck sorgt. Dazu gesellen sich unter den Erwartungen ausgefallene Maschinenbauaufträge für den Monat Juni. Händler sprechen von einer unheilvollen Nachrichtenlage. Ein Fall unter die Marke von 9.300 Punkten sei bis Handelsschluss daher durchaus möglich, so ein Analyst. Letztlich drohten nicht nur in Japan, sondern auch in den USA konjunkturelle Rückschläge. Vor diesem Hintergrund sind die Verluste breit gestreut, alle Sektoren rangieren im Minus. Mit der Yen-Aufwertung trifft es Exportwerte besonders deutlich. Nissan Motor fallen um 2,4%, Toshiba um 2,8% und Fanuc um 2,8%. Unter den Maschinenbauwerten stürzen Makino Milling Machine um 5,3% ab.
AKTIEN CHINA (VERLAUF)
Gut behauptet - Die Börse büßt damit einen Großteil ihrer Gewinne im Verlauf wieder ein. Gestützt wird das Sentiment von den Verbraucherpreisen, die im Juli unter den Erwartungen geblieben sind. Dies habe am Markt für Erleichterung gesorgt, heißt es. Geldpolitische Straffungen seien damit wohl erst einmal vom Tisch, sagt ein Händler. Es erwartet im weiteren Verlauf der Sitzung einen erneuten Test des Widerstands bei 2.650 Punkten. Die Verbraucherpreise kletterten im Juli um 3,3% nach 2,9% im Juni. Die Prognosen hatten dagegen einen Anstieg um 3,4% vermuten lassen. China Merchants Bank gewinnen 0,3%. Im Immobiliensektor gewinnen China Vanke nach soliden Halbjahreszahlen 2,4%.
AKTIEN SEOUL (VERLAUF)
Schwächer - Belastet von Verkäufen ausländischer Investoren baut die Börse ihre Verluste aus. Im Handel wird auf die Aussagen der US-Notenbank verwiesen, die die Konjunktursorgen verstärkt hätten. Die Fed habe zwar deutlich gemacht, dass sie nicht tatenlos zusehe, wie die US-Wirtschaft in eine Deflation abgleite. Allerdings seien auch bei der Fed unüberhörbar die Sorgen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums gestiegen, so ein Analyst. Technologiewerte stehen besonders unter Druck. Hier trennten sich ausländische Anleger verstärkt von Teilen ihrer umfangreichen Positionen, heißt es. Hynix sinken um 4,7%, LG Display um 3,8% und Samsung Electronics um 1,1%. Hyundai Heavy steigen dagegen um 0,9%, nachdem der Konzern einen Auftrag über 700 Mio USD erhalten hat. Zugleich übernimmt das Unternehmen 70% an der Hyundai Oilbank für 2,573 Bill KRW.
RÜCKBLICK US-MÄRKTE
US-NACHBÖRSE
Walt Disney haben im nachbörslichen Handel zugelegt, nachdem das Unternehmen über den Verlauf seines dritten Geschäftsquartals berichtet hatte. Der Unterhaltungskonzern steigerte seinen Umsatz um 16% auf 10 Mrd USD und verbuchte ein Ergebnis je Aktie von 0,67 (Vorjahr: 0,51) USD. Analysten hatten den Umsatz auf 9,37 Mrd USD geschätzt und das Ergebnis je Aktie auf 0,59 USD. Die Aktie stieg auf nasdaq.com um 0,9%. LDK Solar kletterten um 5,1%. Der Solarpanel-Hersteller erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 570 Mio und 600 Mio USD, womit er über der Konsensschätzung von 439,7 Mio USD liegt.
NYSE-ECKDATEN
Vortag Umsatz (Aktien) 0,98 Mrd 0,79 Mrd Gewinner 814 Verlierer 2.218 Unverändert 91
INDIZES
DJIA 10.644 -0,5% S&P-500 1.121 -0,6% Nasdaq-Comp 2.277 -1,2% Nasdaq-100 1.899 -0,8%
Etwas leichter - Im frühen Handel hatten die Kurse deutlicher nachgegeben, nachdem Konjunkturdaten aus China und den USA enttäuscht hatten. Die Verluste verringerten sich aber, als die US-Notenbank zur Stützung der Wirtschaft den Kauf von Staatsanleihen ankündigte. Die Maßnahme wurde am Markt zwar grundsätzlich für gut befunden, ging vielen Teilnehmern aber nicht weit genug, zumal die Fed ihre Bilanz konstant halten will. Die Notenbank müsse aggressiver vorgehen und ihre Bilanz erweitern, sagte ein Beobachter. Verluste verzeichneten vor allem Technologie- und Rohstoffwerte. Letztere litten unter Zweifeln an der Stärke der chinesischen Wirtschaft, nachdem sich das Wachstum der Im- und Exporte der Volkswirtschaft im Juli verglichen mit dem Vormonat abgeschwächt hatte. Alcoa büßten 2,7% ein. Der Technologiesektor wurde von Intel belastet. Die Analysten von J.P. Morgan hatten ihre Schätzungen für Umsatz und Gewinn des Chipherstellers im laufenden Jahr gesenkt. Intel verloren 4,0%. Im übrigen Sektor gaben Applied Materials um 2,9% nach. Gegen den Trend stemmten sich defensive Aktien der
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
August 11, 2010 01:54 ET (05:54 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.
