Der wegen vermeintlicher
Bilanzierungstricks in die Schlagzeilen geratene
Solarkraftwerksbauer Solar Millennium
Die Aktien von Solar Millennium sind in dem relativ wenig regulierten Freiverkehr an der Börse gelistet. So muss das Unternehmen etwa nur einen Zwischenbericht vorlegen. Die Papiere verloren zum Handelsauftakt am Mittwoch rund 3,4 Prozent.
Solar Millennium hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Deloitte im März mit der Sonderprüfung beauftragt, weil immer wieder
Vorwürfe an der Bilanzierungspraxis aufgetaucht waren. Zweifel an
der Substanz des Unternehmens waren gewachsen, nachdem Vorstandschef
Utz Claassen nach nur zweieinhalb Monaten als Vorstandsvorsitzender
Mitte März völlig überraschend zurückgetreten war. Der frühere
EnBW-Chef
Die Experten von Deloitte attestierten dem Unternehmen dessen Angaben zufolge nach der Sonderprüfung der Abschlüsse aus den vergangenen fünf Jahren, internationale Rechnungslegungsstandards bis auf einen Fall korrekt angewendet zu haben. Die Ausnahme betrifft das Kraftwerksprojekt Andasol 3 in Spanien. Die Veräußerung von Anteilen hätte laut Prüfungsergebnis nicht im Geschäftsjahr 2005/2006, sondern erst drei Jahre später verbucht werden dürfen. Diese Änderungen sollen im nun anstehenden Zwischenbericht auftauchen.
Die Bilanzierung des Geschäfts von Solar Millennium ist hochkomplex. Solar Millennium, das an der Wüstenstrominitiative der deutschen Wirtschaft beteiligt ist, deckt von der Projektentwicklung und -finanzierung, über den Kraftwerksbau, bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Einen wesentlichen Teil des Umsatzes verbucht Solar Millennium bereits vor Baubeginn eines Kraftwerks. Kritiker halten dieses Modell für wenig transparent, weil nicht immer deutlich werde, wann tatsächlich Geld fließt./enl/mne/wiz
ISIN DE0007218406
AXC0049 2010-08-18/09:30


