DJ Kartellamt stellt keinen Marktmissbrauch durch Stromerzeuger fest
BONN (Dow Jones)--Den vier großen Stromerzeugern in Deutschland drohen vorerst keine Kartellverfahren wegen Missbrauchs ihrer marktbeherrschenden Stellung. Das Bundeskartellamt hat in seiner Sektoruntersuchung des Stromgroßhandels keine "systematische und gravierende Zurückhaltung von Erzeugungskapazitäten" festgestellt, wie die Bonner Behörde am Donnerstag mitteilte.
Damit gebe es keinen Anlass für konkrete Missbrauchsverfahren gegen einzelne Unternehmen, sagte Andreas Mundt, der Präsident des Kartellamts. Allerdings sei die Wettbewerbssituation auf dem Erzeugungsmarkt weiterhin unbefriedigend. Die vier großen Versorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sorgten weiter für rund 80% der Stromproduktion und seien je individuell marktbeherrschend, hieß es.
Die Behörde wies darauf hin, dass die Erzeuger jedoch Anreiz und Möglichkeit hätten, durch künstliche Angebotsverknappung die Preise zu beeinflussen. Deshalb müsse auch in Zukunft der Kraftwerkseinsatz durch die Wettbewerbshüter kontrolliert werden. Die von der Bundesregierung geplante Markttransparenzstelle werde "mit Nachdruck" unterstützt.
Das Kartellamt hatte im Frühjahr 2009 die groß angelegte Sektoruntersuchung in Gang gesetzt. Gegenstand der Untersuchung war der Wettbewerb und die Preisbildung bei Stromerzeugung und Großhandel in den Jahren 2007 und 2008. Anlass waren Vorwürfe, die großen Erzeuger hätten durch temporäre Abschaltung von Kraftwerken das Angebot verknappt und den Preis hochgetrieben.
Webseite: www.bundeskartellamt.de -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/bam
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January 13, 2011 04:19 ET (09:19 GMT)
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