Die britische Großbank Barclays
Der normale Satz für Unternehmenssteuern liegt in Großbritannien derzeit bei 28 Prozent. Barclays generiert seine Gewinne jedoch nicht ausschließlich im Heimatland, sondern auch im Ausland - unter anderem in Steueroasen. 30 Barclays-Töchter sitzen auf der Isle of Man, 38 im Steuerparadies Jersey, 181 weitere auf den Cayman Inseln in der Karibik.
Nach Berechnungen von Experten hat die Bank nur zehn Prozent ihrer Gewinne aus dem Jahr 2009 in Großbritannien versteuert. Es sei aber zu bezweifeln, dass nur jedes zehnte Pfund in Großbritannien verdient worden sei.
Die Bank selbst gab an, 2009 zwei Milliarden Pfund an Steuern bezahlt zu haben, 2010 sollen es bis zu 2,8 Milliarden Pfund werden. "Die Körperschaftssteuer-Angelegenheiten eines Unternehmens mit globaler Ausrichtung wie Barclays sind sehr komplex und lassen sich nicht auf einfache Vergleiche reduzieren", hieß es in einem Statement der Bank, das dem "Guardian" vorliegt.
Steuerexperten geben zu bedenken, dass auch in der 2010er Zahl die Einkommenssteuer aus den Gehältern der Bankangestellten eingerechnet ist, die Barclays nur weitergibt. Tatsächlich aber werden sie aus der Tasche der Bediensteten selbst bezahlt.
Die Banken stehen in Großbritannien schwer unter Beschuss, weil sie als Auslöser der Wirtschafts- und Finanzkrise für die enormen Kürzungen in den öffentlichen Haushalten verantwortlich gemacht werden. "Wenn die Banken ihren ehrlichen Anteil an Steuern zahlen würden, könnten wir die schlimmsten Kürzungen vermeiden und denen, die am härtesten getroffen werden, obwohl sie nichts für die Krise können, wäre geholfen", sagte Max Lawson von der Steuerkampagne "Robin Hood"./dm/DP/he
ISIN GB0031348658
AXC0027 2011-02-20/15:12
