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Börse-Intern
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Das schlimmste anzunehmende Szenario

von Jochen Steffens

Ich freue mich, dass ich nun endlich wieder für Sie über die aktuellen Börsen-Geschehnisse berichten kann. Hier in Köln grassiert ein sehr seltsamer, zäher Erkältungsvirus, der mich komplett außer Gefecht gesetzt hatte. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang für die vielen Genesungswünsche bedanken. Es ist natürlich ein unglücklicher Zeitpunkt gewesen, dass mich dieser Virus ausgerechnet in dieser aktuell brenzligen Situation erwischt hat. Aber Viren fragen nun einmal nicht, ob es gerade genehm ist, infiziert zu werden.

Natürlich habe ich die Entwicklungen in Japan und auch in Nordafrika dennoch über die Nachrichten verfolgt und stand in ständigen Kontakt mit unseren Tradern. Torsten Ewert hatte zudem Anfang der vergangenen Woche zwei ausführliche Analysen zum Thema Erdbeben und atomarer Gau in Japan verfasst und Ihnen zugesandt. Diesen beiden Texten ist grundsätzlich bis heute kaum etwas hinzuzufügen - insoweit hoffe ich, dass Sie sich ausreichend informiert gefühlt haben.

Invest und Unverständnis

Am Freitag bin ich dann noch leicht angeschlagen, aber auf dem Wege der Besserung, zur Invest nach Stuttgart gefahren. Dort habe ich viele interessante Gespräche über die aktuelle Situation an den Weltbörsen geführt. Aufgefallen ist mir, dass die meisten Analysten die möglichen Folgen eines Worst-Case-Szenarios in Japan erheblich unterschätzen.

Eine Warnung

Angesichts der Tatsache, dass die Probleme in dem AKW Fukushima zurzeit wenigstens halbwegs unter Kontrolle zu sein scheinen, können wir einmal einen kleinen Blick in die dunkle Welt der schlimmsten denkbaren Entwicklung werfen. Ich möchte dabei darauf hinweisen, dass dies keineswegs ein wahrscheinliches Szenario ist! Doch wie immer müssen Sie sich als Trader mit dem Undenkbaren und den theoretisch möglichen Horroszenarien beschäftigen.

Sie sollten dabei aber nicht vergessen, dass der Mensch grundsätzlich dazu neigt, negative Szenarien überzubewerten und die positiven Szenarien weniger glaubhaft findet. Das liegt daran, dass wir Menschen ein hohes Sicherheitsbewusstsein haben und uns erst dann "sicher" fühlen, wenn wir alle denkbaren Horrorszenarien ausgeschlossen haben. Sie sollten, wenn Sie sich mit den Horrorszenarien beschäftigen, gelassen und distanziert bleiben und nicht in Panik geraten. Es geht lediglich darum, für den extrem seltenen Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Was wäre, wenn

es doch noch zu einer Kernschmelze in einem oder mehreren Reaktorblöcken mit einer massiven Verstrahlung der Umwelt, insbesondere der Region um Tokio herum, kommen würde? In den 23 Bezirken von Tokio wohnen 8,5 Mio. Menschen. In der gesamten Metropolenregion um Tokio sogar zwischen 35 bis 40 Mio. Menschen (je nachdem, welche Gebiete hinzugerechnet wird). Diese Metropolenregion ist damit die größte der Welt.

Evakuierung möglich?

Kann man so eine Metropole überhaupt evakuieren? Wohin mit diesen vielen Menschen, wie sie versorgen? Japan ist an sich schon sehr dicht besiedelt und niemand weiß, wie weit die Verstrahlung reichen würde. Es ist anzunehmen, dass ein unüberschaubares und nicht organisierbares Chaos ausbrechen würde.

Das weiß auch die Regierung in Japan, und so stellt sich die Frage, ob diese in so einem Fall überhaupt reagieren wird, eben weil es kaum realistische Alternativen gibt. Aber wir wollen das Worst-Case-Szenario entwickeln: Stellen wir uns also vor, es käme zu einer panikartigen Massenflucht aus Tokio. Das Herz des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens Japans würde aufhören zu schlagen - die Börsen würden entsprechend ins Bodenlose fallen.

Keine große Bedeutung?

Nun war in den vergangenen Tagen hin und wieder zu lesen, dass die Wirtschaft Japans für die Weltwirtschaft nicht von so großer Bedeutung sei. So exportiert Deutschland lediglich zwei Prozent seiner Waren nach Japan. Auch die Lieferausfälle japanischer Zulieferunternehmen, die jetzt schon dazu führen, dass zum Beispiel Opel seine Produktion stoppt, wären vergleichsweise schnell kompensierbar. Aber das sind auch nicht die wirklichen Risiken.

Die verheerenden Folgen

Was viele offenbar nicht bedenken ist, dass viele der weltweit existierenden Derivate und Swap-ETFs über japanische Aktien abgesichert sind. Immer noch gibt es zudem viele andere Absicherungen über japanische Wertpapiere. Auch die japanischen Schulden, die zwar zu einem großen Teil bei der eigenen Bevölkerung liegen, können sich auswirken. So ist nicht abschätzbar, wie viele der Schulden, die sich nicht in den Händen der japanischen Bevölkerung befinden, in anderen Derivaten "versteckt" verbrieft in den Depots der Banken und den Portfolios der Fonds liegen.

Der nächste Finanzmarktcrash

Ein weiterer, wesentlicher Punkt, der meines Erachtens übersehen wird, sind die Immobilien in Tokio, die kurzerhand durch eine starke radioaktive Verseuchung wertlos werden würden. Stellen Sie sich vor, Immobilien für 40 Mio. Menschen, Büroräume, Industrien, etc., werden über Nacht quasi wertlos. Was geschieht mit den ganzen Krediten, welche diese Immobilien finanzierten? Ähnlich wie bei dem Platzen der Immobilienblase in den USA kann Ihnen niemand sagen, auf welche Derivate, die von irgendwelchen Fonds, Immobilienfonds, Banken, etc. gehalten werden, dies Einfluss nehmen würde.

Dabei ist das internationale Finanzsystem immer noch von den Folgen der Immobilienkrise in den USA und den Folgen der Lehman-Brothers-Pleite angeschlagen. Auch wenn die positive Entwicklung verschiedener Wirtschaftsregionen darüber hinwegtäuschen mag, aber es liegt noch viel Müll bei den Banken, der noch nicht entsprechend abgesichert ist.

Kommt nun eine solche, oben skizzierte, wirtschaftliche Katastrophe in Japan hinzu, wird das Finanzsystem in einer äußert labilen Situation getroffen und es ist nicht abzusehen, wie und ob ein zweiter derartigen Schock von den Notenbanken und der Politik gemeistert werden kann. Und hier verbirgt sich die eigentliche Gefahr, die meines Erachtens zurzeit nur wenig, wenn überhaupt diskutiert wird.

Alle anderen wirtschaftlichen Folgen sind dagegen meines Erachtens Peanuts. Aber dieses Szenario müssen Sie einfach als mögliches im Hinterkopf behalten, für den Fall, dass sich solche Entwicklungen abzeichnen.

Noch ist es nicht so weit

Im Moment sieht die Welt in Japan zum Glück etwas anders aus. Die Märkte steigen, da die Anleger vermuten, dass die Katastrophe in Japan zumindest teilweise kontrollierbar bleibt. Wir wollen es hoffen. Und dieses Szenario scheint im Moment auch tatsächlich das wahrscheinlichere zu sein. Nach wie vor bleiben aber die Risiken bestehen. Lassen Sie sich nicht von den sehr volatilen Kursbewegungen in die ein oder andere Richtung verleiten, zu große Risiken einzugehen.

Mehr dazu in den nächsten Tagen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

© 2011 Börse-Intern
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