Die Experten von Sentix misstrauen der jüngsten Erholung an den Aktienmärkten. "Für uns steht fest, dass nach der Katastrophe der Übergang zum 'Tagesgeschäft' viel zu glatt abgelaufen ist", schreibt Analyst Patrick Hussy in einer aktuellen Studie mit Blick auf das schwer beschädigte japanische Atomkraftwerk in Fukushima. "Bislang wurde an den betroffenen AKWs noch nichts erreicht, den Märkten scheint das (bislang) egal zu sein. Auch eine einseitige Fokussierung auf die Konjunktureinflüsse der Japan-Katastrophe auf Euroland/Deutschland dürfte nicht die komplette Wahrheit darstellen."
Die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten schienen den Kapitalmärkten ebenfalls nichts anhaben zu können, heißt es weiter. Die Anleger hätten sich an diese "Horror-Botschaften" gewöhnt und "separieren die Probleme auf einzelne Wüstenregionen oder auf eine Insel ganz weit rechts auf der Weltkarte". Das zeige sich auch daran, dass es nur am japanischen Aktienmarkt eine Trendumkehr gegeben habe. Für Hussy gleicht dieser Verdrängungsmechanismus allerdings einem "Ritt auf der Rasierklinge". Es sei fraglich, ob sich die Folgen der entsprechenden Ereignisse wirklich regional eingrenzen ließen.
Positiv wertet der Experte, dass spekulative Überquoten am Aktienmarkt im März abgebaut worden seien. Dennoch seien die Risiken noch hoch. Entsprechend warnt Hussy Investoren davor, angesichts technischer Kaufsignale, wie sie bereits für die US-Börsen sichtbar seien, voreilig bei Aktien zuzugreifen: "Die Risiken sind zur Zeit größer, als die Anleger das wahr haben wollen."
Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus./gl/wiz
AXC0170 2011-03-28/16:53
