Anleger börsengehandelter Fonds (ETFs) haben auch in der vergangenen Woche den deutschen Aktienmarkt favorisiert. Unter den klassischen Aktien-Anlageprodukten im Handelssegment ETF BestX der Börse Stuttgart waren in der Zeit vom 6. bis zum 12. Juni einzig bei ETFs auf deutsche Indizes mehr Käufer als Verkäufer zu verzeichnen. "Es bleibt dabei, dass Anleger in Zeiten hoher Unsicherheit der deutschen Wirtschaft am meisten Vertrauen schenken", sagte Peter Smolny vom Handel der Stuttgarter Börse. Die Umsätze mit börsengehandelten Fondsprodukten zogen zwar insgesamt etwas an, blieben aber historisch auf einem vergleichsweise sehr niedrigen Niveau.
Neben den ETFs auf deutsche Indizes wie etwa den Dax
Keine klare Auffassung hatten die ETF-Anleger aber zum
Aktienmarkt insgesamt. Im Gegensatz zu Deutschland kristallisierte
sich auch bei ETFs auf europäische Indizes wie etwa dem EuroStoxx 50
Das Vertrauen in den US-Aktienmarkt hat bei Anlegern börsengehandelter Fonds aber klar abgenommen. Nachdem sich Käufer und Verkäufer in der Vorwoche noch die Waage gehalten hatten, waren die veräußernden Anleger in Nordamerika in der vergangenen Woche sogar sehr deutlich in der Überzahl. Auch auf südamerikanische Fonds waren deutlich mehr Verkäufe zu verzeichnen.
Ferner wurden ETFs, die auf die Schwellenländer insgesamt, den asiatischen Aktienmarkt, den Geldmarkt sowie auf Rohstoffe setzen, tendenziell von den ETF-Investoren verkauft. Besonders stark gefragt waren dagegen aber die börsengehandelten Fonds auf die Anleihenmärkte. Angesichts einer insgesamt zögerlichen Haltung bei Aktien waren die Käufer hier deutlich in der Überzahl.
Wenn "deutlich" mehr Käufe als Verkäufe von ETFs getätigt wurden, bedeutet dies, dass das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen 70:30 oder höher war. "Etwas" mehr Käufe heißt, dass dieses Verhältnis zwischen 70:30 und 55:45 lag. Wenn sich die Käufe und Verkäufe ungefähr ausgeglichen haben, weist dies auf ein Verhältnis von unter 55:45 bis über 45:55 hin. Wenn es dementsprechend etwas mehr Verkäufe als Käufe gab, lag das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen zwischen 45:55 und 30:70.
Die Stuttgarter Börse ist die größte deutsche Präsenzbörse im Handel mit ETFs und Exchange Traded Commodities (ETCs). Im Jahr 2010 wurden mehr als 5,7 Milliarden Euro mit ETFs und ETCs umgesetzt. Um das Angebot an Indexfonds für Privatanleger zu erweitern, gründete die Börse Stuttgart mit ETF Bestx im Jahr 2009 ein spezielles Handelssegment für diese Anlageklasse./tih/gl
AXC0076 2011-06-14/11:44
