NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Bank of America und der UBS wird nun auch J.P. Morgan Chase & Co wegen zwielichtiger Geschäfte mit Kommunalanleihen zur Kasse gebeten. Die US-Bank zahle zur Beilegung des Verfahrens insgesamt 228 Mio USD, teilten die involvierten Behörden am Donnerstag mit. Sie entgehe damit auch der strafrechtlichen Verfolgung. J.P. Morgan kommt das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter teurer zu stehen als die Wettbewerber. Die Bank of America Corp zahlte zur Beilegung einer entsprechenden Untersuchung 137 Mio USD, die UBS AG 160,2 Mio USD.
J.P. Morgan toleriere keine Wettbewerbsverstöße oder Verletzungen von Gesetzen, hieß es von der New Yorker Bank. Sie verwies zudem darauf, dass sich die Untersuchungen auf einen kleinen Handelsbereich bezogen hätten, der inzwischen aufgegeben worden sei. Die Beschäftigten hätten ihre Taten vor dem Management verheimlicht, sie seien nicht mehr im Unternehmen. Die Strafzahlungen, die unter anderem an die US-Börsenaufsicht SEC geleistet werden, hätten keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Ergebnis, hieß es von der Bank weiter.
Die Gesellschaft hat damit binnen weniger Wochen bereits den zweiten Vergleich mit der SEC geschlossen. Ende Juni hatte sie sich für 153,6 Mio USD vom Vorwurf freigekauft, dass ihre Mitarbeiter ein komplexes Wertpapierkonstrukt aggressiv feilgeboten, die Investoren dabei aber über bestimmte wichtige Aspekte nicht ausreichend informiert hätten. Im nun beigelegten Verfahren, in das sich neben der SEC auch die US-Steuerbehörde, die US-Notenbank sowie die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten eingeschaltet hatten, ging es um verbotene Absprachen seitens der Banken zum Nachteil der Kommunen. Betroffen waren mindestens 93 Transaktionen in 31 Bundesstaaten, wie die SEC mitteilte.
J.P. Morgan habe den Bieterprozess für Kommunalanleihen von 1997 bis 2005 zu ihren Gunsten manipuliert, lautete der Vorwurf. Die Auktionsteilnehmer hätten sich abgesprochen, wer die Auktionen von Kommunalanleihen gewinnt und damit die Kommunen betrogen.
-Von David Benoit und Jessica Holzer, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/bam/cbr(END) Dow Jones Newswires
July 08, 2011 02:12 ET (06:12 GMT)
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