Zürich (ots) -
- Hinweis: Ein Artikel zum Thema "Chinas Ein-Kind-Politik
Erfolgsgeschichte oder Bumerang?" aus dem aktuellen Demographic
Pulse kann kostenlos unter
http://presseportal.ch/de/pm/100008591 heruntergeladen werden -
- Rückgang chinesischer Arbeitskräfte nicht zu stoppen, selbst
unter Aufgabe der Ein-Kind-Politik
- Wendepunkt für das Jahr 2013 prognostiziert
- China altert schneller als der Westen und die Schweiz
Die jüngste Volkszählung weist eine chinesische Bevölkerung von
rund 1,34 Milliarden Menschen aus, die deutlich altert und deren
durchschnittliches Wachstum sich im letzten Jahrzehnt im Vergleich
zur vorangegangenen Dekade nahezu halbiert hat. Die 1978 eingeführten
Ein-Kind-Politik hatte zur Folge, dass schätzungsweise 400 Millionen
Kinder weniger geboren wurden. Dies wird sich noch in diesem
Jahrzehnt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt auswirken. "Selbst eine
Lockerung oder Aufhebung der Ein-Kind-Politik könnte einen Rückgang
des chinesischen Arbeitskräftepotentials nur abmildern, aber nicht
mehr verhindern", sagt Prof. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter
Unternehmensentwicklung der Allianz. Die aktuelle Studie des Allianz
Demographic Pulse sagt den Wendepunkt auf dem chinesischen
Arbeitsmarkt für das Jahr 2013 voraus. Weil die Löhne steigen,
beginnen chinesische Unternehmen bereits damit, arbeitsintensive
Produktion ins Landesinnere oder nach Vietnam, Bangladesch und
Kambodscha zu verlagern.
Ursache Ein-Kind-Politik?
Wie stark China zunehmend altert, zeigt der Allianz Demographic
Pulse an folgenden Zahlen: Heute kommen auf 100 Personen im
erwerbsfähigen Alter 19 Über-60-Jährige. Bis 2050 dürften es bereits
64 sein. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung wird eine weitere
Lockerung oder die Abschaffung der Ein-Kind-Politik gefordert. Es ist
aber nicht klar, ob nur sie für fallende Geburtenraten in China
verantwortlich ist, oder ob diese nicht auch als Folge der
wirtschaftlichen Entwicklung zu werten ist, die auch sonst in der
Welt zu geringeren Geburtszahlen führt.
Auch andere Länder wie die Schweiz altern stark
Ein Beispiel für diesen allgemeinen Trend sind die deutlich
fallenden Geburtenraten in osteuropäischen Ländern ab den neunziger
Jahren, nach Zusammenbruch der Sowjetunion und Wirtschaftsreformen.
In Ländern wie Thailand, der Türkei oder Tunesien, dessen
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf etwa dem Chinas entspricht, sind die
Geburtenraten unter den Wert gefallen, der für die Aufrechterhaltung
der Bevölkerungszahl notwendig wäre, nämlich 2,1 Kindern pro Frau.
Auch in der Schweiz ist die Geburtenrate seit Anfang der 1960er Jahre
rückläufig und liegt UN-Angaben zufolge bereits seit 1970 unterhalb
des Reproduktionsfaktors. Zwischen 2002 und 2004 betrug die
durchschnittliche Geburtenrate pro Frau nur noch 1,42 Kinder und war
damit nicht einmal halb so hoch wie fünfzig Jahre zuvor, als die
Geburtenrate bei durchschnittlich 2,49 Kindern lag. In den letzten
Jahren hat sich die Geburtenrate zwar leicht erholt, ist mit 1,47
Kindern jedoch nach wie vor weit unterhalb des Niveaus, das zum
Erhalt der Bevölkerung notwendig wäre.
Renteneintrittsalter in der Diskussion
Wenn die verantwortlichen Stellen in China erwägen, die
Ein-Kind-Politik zu lockern, um damit die gesellschaftliche Alterung
zu dämpfen, sind ihre Herausforderungen ganz ähnlich wie die von
Familienpolitikern in der Schweiz, Deutschland, Österreich oder
Italien. Die Geburtenraten verharren langfristig auf einem niedrigen
Niveau und der Trend ist durch finanzielle Anreize allein kaum
umzukehren - seien es in China verringerte Bußgelder bei Missachtung
der Ein-Kind-Politik oder in Deutschland Kindergelderhöhungen. "Der
kapitalgedeckten privaten Vorsorge kommt angesichts dieser
Entwicklung stetig wachsende Bedeutung zu, wenn der Lebensstandard
auch im hohen Alter aufrechterhalten werden soll", betont Rudolf
Alves, Leiter Leben der Allianz Suisse. Um die Sozialsysteme
finanzieren zu können, spiele auch die Erhöhung des Rentenalters eine
wichtige Rolle. Sollte in China das Renteneintrittsalter auf 65
Jahre erhöht werden, würde dies die demographische Wende am
Arbeitsmarkt um weitere drei Jahre in die Zukunft verlagern und der
Altersquotient könnte langfristig deutlich gesenkt werden. In der
Europäischen Union wird dieser Wendepunkt trotz Rentenalter 65
bereits im Jahr 2012 erreicht.
"In der Schweiz läuft diese Entwicklung trotz der anhaltend hohen
Zuwanderung fast parallel, so dass auch wir uns der Diskussion um
eine Erhöhung des Rentenalters nicht verschliessen können", so Alves.
Denn im Jahr 2025 werden bereits sieben Prozent der Schweizer
Bevölkerung zwischen 60 und 64 Jahren sein und die durchschnittliche
Lebenserwartung auf 84 Jahre ansteigen. Dies bedeute für die
Finanzierung der Sozialsysteme eine grosse Herausforderung.
Originaltext: Allianz Suisse
Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100008591
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Kontakt:
Hans-Peter Nehmer
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E-Mail: hanspeter.nehmer@allianz-suisse.ch
Bernd de Wall
Tel.: +41/58/358'84'14
E-Mail: bernd.dewall@allianz-suisse.ch
- Hinweis: Ein Artikel zum Thema "Chinas Ein-Kind-Politik
Erfolgsgeschichte oder Bumerang?" aus dem aktuellen Demographic
Pulse kann kostenlos unter
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- Rückgang chinesischer Arbeitskräfte nicht zu stoppen, selbst
unter Aufgabe der Ein-Kind-Politik
- Wendepunkt für das Jahr 2013 prognostiziert
- China altert schneller als der Westen und die Schweiz
Die jüngste Volkszählung weist eine chinesische Bevölkerung von
rund 1,34 Milliarden Menschen aus, die deutlich altert und deren
durchschnittliches Wachstum sich im letzten Jahrzehnt im Vergleich
zur vorangegangenen Dekade nahezu halbiert hat. Die 1978 eingeführten
Ein-Kind-Politik hatte zur Folge, dass schätzungsweise 400 Millionen
Kinder weniger geboren wurden. Dies wird sich noch in diesem
Jahrzehnt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt auswirken. "Selbst eine
Lockerung oder Aufhebung der Ein-Kind-Politik könnte einen Rückgang
des chinesischen Arbeitskräftepotentials nur abmildern, aber nicht
mehr verhindern", sagt Prof. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter
Unternehmensentwicklung der Allianz. Die aktuelle Studie des Allianz
Demographic Pulse sagt den Wendepunkt auf dem chinesischen
Arbeitsmarkt für das Jahr 2013 voraus. Weil die Löhne steigen,
beginnen chinesische Unternehmen bereits damit, arbeitsintensive
Produktion ins Landesinnere oder nach Vietnam, Bangladesch und
Kambodscha zu verlagern.
Ursache Ein-Kind-Politik?
Wie stark China zunehmend altert, zeigt der Allianz Demographic
Pulse an folgenden Zahlen: Heute kommen auf 100 Personen im
erwerbsfähigen Alter 19 Über-60-Jährige. Bis 2050 dürften es bereits
64 sein. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung wird eine weitere
Lockerung oder die Abschaffung der Ein-Kind-Politik gefordert. Es ist
aber nicht klar, ob nur sie für fallende Geburtenraten in China
verantwortlich ist, oder ob diese nicht auch als Folge der
wirtschaftlichen Entwicklung zu werten ist, die auch sonst in der
Welt zu geringeren Geburtszahlen führt.
Auch andere Länder wie die Schweiz altern stark
Ein Beispiel für diesen allgemeinen Trend sind die deutlich
fallenden Geburtenraten in osteuropäischen Ländern ab den neunziger
Jahren, nach Zusammenbruch der Sowjetunion und Wirtschaftsreformen.
In Ländern wie Thailand, der Türkei oder Tunesien, dessen
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf etwa dem Chinas entspricht, sind die
Geburtenraten unter den Wert gefallen, der für die Aufrechterhaltung
der Bevölkerungszahl notwendig wäre, nämlich 2,1 Kindern pro Frau.
Auch in der Schweiz ist die Geburtenrate seit Anfang der 1960er Jahre
rückläufig und liegt UN-Angaben zufolge bereits seit 1970 unterhalb
des Reproduktionsfaktors. Zwischen 2002 und 2004 betrug die
durchschnittliche Geburtenrate pro Frau nur noch 1,42 Kinder und war
damit nicht einmal halb so hoch wie fünfzig Jahre zuvor, als die
Geburtenrate bei durchschnittlich 2,49 Kindern lag. In den letzten
Jahren hat sich die Geburtenrate zwar leicht erholt, ist mit 1,47
Kindern jedoch nach wie vor weit unterhalb des Niveaus, das zum
Erhalt der Bevölkerung notwendig wäre.
Renteneintrittsalter in der Diskussion
Wenn die verantwortlichen Stellen in China erwägen, die
Ein-Kind-Politik zu lockern, um damit die gesellschaftliche Alterung
zu dämpfen, sind ihre Herausforderungen ganz ähnlich wie die von
Familienpolitikern in der Schweiz, Deutschland, Österreich oder
Italien. Die Geburtenraten verharren langfristig auf einem niedrigen
Niveau und der Trend ist durch finanzielle Anreize allein kaum
umzukehren - seien es in China verringerte Bußgelder bei Missachtung
der Ein-Kind-Politik oder in Deutschland Kindergelderhöhungen. "Der
kapitalgedeckten privaten Vorsorge kommt angesichts dieser
Entwicklung stetig wachsende Bedeutung zu, wenn der Lebensstandard
auch im hohen Alter aufrechterhalten werden soll", betont Rudolf
Alves, Leiter Leben der Allianz Suisse. Um die Sozialsysteme
finanzieren zu können, spiele auch die Erhöhung des Rentenalters eine
wichtige Rolle. Sollte in China das Renteneintrittsalter auf 65
Jahre erhöht werden, würde dies die demographische Wende am
Arbeitsmarkt um weitere drei Jahre in die Zukunft verlagern und der
Altersquotient könnte langfristig deutlich gesenkt werden. In der
Europäischen Union wird dieser Wendepunkt trotz Rentenalter 65
bereits im Jahr 2012 erreicht.
"In der Schweiz läuft diese Entwicklung trotz der anhaltend hohen
Zuwanderung fast parallel, so dass auch wir uns der Diskussion um
eine Erhöhung des Rentenalters nicht verschliessen können", so Alves.
Denn im Jahr 2025 werden bereits sieben Prozent der Schweizer
Bevölkerung zwischen 60 und 64 Jahren sein und die durchschnittliche
Lebenserwartung auf 84 Jahre ansteigen. Dies bedeute für die
Finanzierung der Sozialsysteme eine grosse Herausforderung.
Originaltext: Allianz Suisse
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